„Sind wir nicht eigentlich am Leben um zu lieben und zu sein?“

»Wir laufen rum mit der Schnauze voll
die Köpfe sind leer
sitzen im Dreck bis zum Hals
haben Löcher im Herz
ertränken Sorgen und Probleme
in ’nem Becher voll Wein
mit einem Lächeln aus Stein
uns fällt nichts Bessers ein.
Wir haben morgen schon vergessen wer wir gestern noch waren
Haben uns alle voll gefressen und vergessen zu zahlen
Lassen alles stehn und liegen für mehr Asche und Staub
Wir wollen alle, dass es passt, doch wir passen nicht auf
Die Stimme der Vernuft ist längst verstummt,
wir hör’n sie nicht mehr,
denn manchmal haben wir das Gefühl wir gehör’n hier nicht her

Im Dunkel der Nacht
Hier oben ist alles so friedlich doch da unten geht’s ab
Wir alle tragen dazu bei, doch brechen unter der Last
Wir hoffen auf Gott, doch haben das Wunder verpasst
Wir bauen immer höher bis es ins Unendliche geht
Fast acht Milliarden Menschen, doch die Menschlichkeit fehlt
Von hier oben macht das Alles plötzlich gar nichts mehr aus
Von hier sieht man keine Grenzen und die Farbe der Haut
Dieser ganze Lärm um mich verstummt
Ich hör euch nicht mehr
Langsam hab ich das Gefühl, ich gehöre hier her

Es gibt kein Vor und kein Zurück mehr nur noch Unten und Oben
Einer von hundert Millionen
Ein kleiner Punkt über’m Boden

Ich seh die Welt von oben
Der Rest verblasst im Blau
Ich hab Zeit und Raum verloren, hier oben,

Und beim Anblick dieser Schönheit fällt mir alles wieder ein
Sind wir nicht eigentlich am Leben um zu lieben und zu sein?
Hier würd‘ ich gern für immer bleiben,
doch ich bin ein Wimpernschlag,
der nach fünf Milliarden Jahren nicht viel mehr zu sein vermag

Ich heb ab!
Nichts hält mich am Boden
Alles blass und grau
Bin zu lange nicht geflogen,
Ich seh die Welt von oben
Der Rest verblasst im blau
Ich hab Zeit und Raum verloren, hier oben,
Wie ein Astronaut!«

Sido, Andreas Bourani: Astronaut

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2 Gedanken zu “„Sind wir nicht eigentlich am Leben um zu lieben und zu sein?“

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