„Fleischkonsum hat verheerende Folgen für unser gesamtes Ökosystem.“

»[…] Die Tiere sind keineswegs die einzigen Opfer omnivorer Ernährung. Letztlich sind auch unsere eigenen Kinder und Enkel Opfer, weil wir durch unser Verhalten ihre Lebensgrundlage in erheblichem Umfang zerstören. Fleischkonsum hat verheerende Folgen für unser gesamtes Ökosystem. Die Massentierhaltung ist der mit Abstand größte Verursacher von Treibhausgasen und damit in hohem Maße verantwortlich für den weltweiten Klimawandel. Auch die Tatsache, dass die Nutztiere der reichen Länder den größten Teil der Weltsoja- und Weltgetreidernte fressen, während täglich tausende Menschen auf diesem Planeten verhungern, sollte unsere Gewissheit erschüttern, dass jeder angeblich selbst wissen muss, was er isst und was nicht. Ja, es sollte eigentlich jeder informierte und verantwortungsvolle Mensch inzwischen wissen. Denen jedoch, die es nicht wissen oder nicht wissen wollen, sollten wir es unbedingt sagen. Wieder und wieder.
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„Letztlich muss jeder selbst entscheiden, was er isst.“ In der Regel erntet der Sprecher breite Zustimmung für diese Aussage. Gleichzeitig wird die Diskussion mit diesem Statement de facto für beendet erklärt. Wer jetzt noch weiter für seine Meinung wirbt, gilt als unhöflich, intolerant, missionarisch.
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Wenn ich behaupte, dass die Wahl zwischen omnivorer Ernährung und veganer Ernährung jedem selbst überlassen werden sollte, dann unterstelle ich dabei unausgesprochen, dass es sich dabei um zwei moralisch weitgehend gleichwertige Alternativen handelt. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall. Wer Fleisch isst, verursacht unermessliches Leid und verantwortet immer die Ermordung unschuldiger Geschöpfe, während vegane Ernährung Leid, wo immer möglich, vermeidet. Die omnivore Ernährung erfordert also Opfer, und spätestens dann endet die persönliche Entscheidungsfreiheit. Wenn eine persönliche Präferenz, in diesem Fall meine kulinarischen Vorlieben, dazu führt, dass ein anderer dafür sterben muss, dann verletze ich automatisch in gravierender Weise andere Interessen, die bedeutend genug sind, um berücksichtigt und verteidigt zu werden.
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Bei anderen, aus moralischer Sicht, ähnlich gelagerten Themen herrscht innerhalb unserer Gesellschaft interessanter Weise breiter Konsens, wie weit die Freiheit des Einzelnen geht, wo genau sie endet und was im Falle einer Grenzüberschreitung die Konsequenz sein soll.
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In welchen Situationen aber ist es vielleicht doch erlaubt, vielleicht sogar nötig, sich einzumischen, wenn es Opfer gibt? […]«

Armin Rohm | Für die Freiheit und das Leben aller Tiere! | 13.11.2015 | Das ist doch wohl immer noch allein meine Entscheidung! | https://wolodja51.wordpress.com/2015/11/13/das-ist-doch-wohl-immer-noch-allein-meine-entscheidung/

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