„Das innere Kind … hat Angst vor Verlust und Einsamkeit, es hat gelernt, sich zu beschützen, gar nicht mehr so viel zu fühlen.“

»[…] Ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich jemanden wirklich heiß finde oder dass jemand für mich geschwärmt hat.
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Aber bis jetzt hat es kaum mal eine Person geschafft, mich auch nur annähernd so zu faszinieren, dass ich mit ihr etwas anfangen wollen würde.
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Jedem einzelnen Menschen, den ich bisher getroffen habe, fehlt die Attraktivität für Körperliches oder Romantisches.
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Wenn man jemanden von vornherein nicht an sich heranlässt, kann der einem auch nicht weh tun.
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Meine Kindheit war zwar recht normal, aber beide [Eltern] haben sehr viel gearbeitet und es war manchmal etwas unterkühlt und nicht so innig. Viel Zeit haben wir nicht miteinander verbracht.
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Niemand kann am Anfang wirklich sicher sein, dass die Liebe auf den ersten Blick funktioniert. Erst wenn sich zwei darauf einlassen und es geht gut, erzählen sie sich nachher die schöne Geschichte von der großen Liebe auf den ersten Blick.
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In einer erotischen Beziehung muss man jemand sehr dicht an sich ranlassen, das ist etwas sehr Intimes. Das kann Angst machen, weil nicht klar ist, ob ich es richtig und gut mache oder nicht.
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Um sich in ihrer seelischen Not zu schützen, hat sie vermutlich gelernt, ihre Gefühle abzustellen.
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Dass sie scheinbar nicht darunter leidet, deutet auf keine so große innere Beteiligung hin. Das ist Teil des Schutzmechanismus, wenig zu fühlen.
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Das Gefühl von Bindung ist existenziell
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Noch heute ist Einsamkeit mit das Schlimmste, was Menschen passieren kann.
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Wenn ich mich binde, muss ich etwas von meiner Selbstständigkeit aufgeben. Das kann Luisa nicht, weil sie gelernt hat, dass sie sich auf keinen verlassen kann und ihre Autonomie mithin überlebenswichtig ist.
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Es geht darum: Das innere Kind von Luisa hat Angst vor Verlust und Einsamkeit, es hat gelernt, sich zu beschützen, gar nicht mehr so viel zu fühlen.
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In ihrem Unterbewusstsein ist gespeichert: Ich genüge nicht, ich darf nicht vertrauen, ich darf mich nicht binden. Stattdessen muss sie lernen: Ich bin ein liebenswerter Mensch und darf vertrauen.
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Natürlich denke ich manchmal: Wäre schön, jetzt jemanden zu haben, aber ich denke, das empfinden eine Menge Singles ab und zu. […]«

Manuel Bogner, Luisa, Wolfgang Schmidbauer, Stefanie Stahl | ze.tt | 06. & 09.01.2017 | „Ich war noch nie verliebt“ | http://ze.tt/ich-war-noch-nie-verliebt/

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