La metamorfosi.


Tommaso saß im Beichtstuhl bei Don Mario in der neapolitanischen Chiesa di Sant’Antonio a Posillipo.

Tommaso konnte nicht mehr. Er war Auftragskiller der Gomorrha.

Nun erleichterte er sich. Bei seinem Don.

Er erzählte detailliert von jedem seiner über hundert Auftragsmorde in den vergangenen fünf Jahren.

Sein letzter Auftrag war der Mord an Michele und seiner Freundin Viola auf dem Parkplatz des Parco Virgiliano bei ihren allabendlichen Intimitäten. Er sollte aus ihrer Knutschkugel ein Tee-Ei machen, aus dessen Löchern der rote Saft nur so herausquölle.

Er beichtete Don Mario, dass er es nicht mehr fertigbrachte – es waren zu viele Morde gewesen; jetzt hatte er eine Blockade und empfand das erste Mal so etwas wie Mitleid in seinem Leben. –

Tommaso und Don Mario saßen sich schweigend und leise schluchzend, zwischen ihnen die vergitterte Trennwand, gegenüber: beide konnten diese Verwandlung lange nicht fassen.

Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2017/09/10/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-37-17-wortspende-von-lz/

Advertisements

17 Gedanken zu “La metamorfosi.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s