„Und was ich heute um mich herum beobachte, bei den Generationen, zu denen meine Kinder und Enkel gehören, ist wieder die gleiche Art von Mitläufertum.“

»[…] Zudem gibt es jene, die Gewalt als politisches Mittel glauben einsetzen zu dürfen, und die dabei imperialistische Verbrechen fördern, während sie behaupten, eine „Revolution“ zu vertreten.
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Die Wiederbewaffnung Deutschlands war für ihn der Einstieg in eine Spirale, die zwangsläufig in einen neuen Krieg münden würde. Seit dem auf Lügen basierenden Angriffskrieg gegen Jugoslawien wissen wir, dass er Recht hatte.
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Es gibt eine neue Macht, die die Welt beherrschen will – und das mit allen Mitteln, insbesondere mit denen des Krieges. Und Pazifismus funktioniert nur, wenn der Gegner ein Mindestmaß an Moral und Ethik besitzt, was man derzeit in den hegemonialen kriegerischen Auseinandersetzungen nicht erkennen kann.
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Das Establishment, das sich nach dem Krieg etablierte, eine neue Art von Aristokratie, in die man durch die richtigen Schulen und Universitäten, durch Gesinnung und Solidaritätsaktionen aufgenommen wird, kontrolliert heute in einer noch perfekteren Form die deutsche Gesellschaft, als das vor ca. 90 Jahren der Fall war. Und leider wird das deutsche Phänomen der Mitläuferschuld, drei Generationen später, wieder zu einem Mehrheitsphänomen.
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„Wir ahnten, dass etwas Schreckliches passierte. Immer wenn einer der dort angestellten Wächter zu uns in die Wirtschaft kam, wurde es still. Alle ahnten etwas, niemand aber stellte Fragen, niemand WOLLTE wissen, was in dem Konzentrationslager geschah.“
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Wenn ich heute jemand von den Lügen der Mächtigen erzähle, will er das gewöhnlich gar nicht hören. „Ach, das ist viel zu viel Text, dazu habe ich keine Zeit…“. Gerne relativiert man auch, indem man erklärt: „Ach, die lügen doch alle.“
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Heute gibt es viel mehr Ablenkungsmöglichkeiten, die bewusst vom Establishment unterstützt werden. Bundesliga, Party, Rock-Konzerte und ganz aktuell: Soziale Medien mit Musik-, Katzen- und anderen Spaßvideos.
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Von deutschem Boden sollten keine Kriege mehr ausgehen, Reiche sollten einen fairen Anteil der Staatskosten tragen und nicht alleine über die Politik von Großbetrieben bestimmen können, die Privatsphäre, das Postgeheimnis, der Schutz der Wohnung usw. sollten den höchsten Stellenwert bekommen.
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Der Untertan sollte vor der Willkür des Herrschers geschützt werden. Leider wurde der Sinn des Grundgesetzes im Laufe der Jahrzehnte in sein Gegenteil verkehrt, es dient heute dazu, die Herrschenden vor der Kontrolle durch die Beherrschten zu schützen.
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Bundespressekonferenz
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sinngemäß: „Wir sind hier, um euch zu erklären, was wir wollen, dass ihr draußen erzählen sollt, also nervt uns nicht“
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Was bleibt von den bei Wikipedia aufgeführten Merkmalen einer Demokratie heute eigentlich noch übrig?
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So stellt man sich die Frage, ob verwirklicht wurde, dass jeder Berechtigte diskriminierungsfrei Wahlkampf betreiben kann. Dafür sollte man sich die Parteienfinanzierung und die Wahlkampfkostenerstattung ansehen.
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Interessant auch, wie legale Parteien wie AfD oder Die Linke unter Mithilfe der Regierung daran gehindert werden, ihre Rechte als politische Partei störungsfrei wahrnehmen zu können.
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Wie an der gegenwärtigen Großen Koalition besonders gut zu erkennen ist, akzeptiert man zwar eine Opposition, enthält ihr aber in immer größerem Umfang für die politische Entscheidungsfindung wesentliche Informationen vor. Immer öfter geschieht dies mit Argumenten wie dem einer Notwendigkeit für die „Nationale Sicherheit“, mit Argumenten also, die man eigentlich eher aus Diktaturen gewohnt ist.
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Sobald aber eine Opposition ihre Aufgabe ernsthaft zu erfüllen versucht, wird ihr das ihr zustehende Recht vorenthalten, ohne dass dies zu Konsequenzen führt.
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die Zusammensetzung des Bundesverfassungsgerichtes wird durch die Parteien bestimmt, also durch diejenigen, über deren Taten das Gericht zu urteilen hat.
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Und so wird auch ein negatives Urteil des Verfassungsgerichtes immer eher als freundliche Aufforderung verstanden, das Gesetz demnächst doch bitte anders zu formulieren
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Und die Aussage einer Bundesministerin, dass man, wenn der Einsatz der Bundeswehr im Irak nicht verfassungskonform wäre, eben die Verfassung ändern müsse, deutet darauf hin, dass das Grundgesetz auf breiter Front von den Mitgliedern der Regierung schon längst nicht mehr ernst genommen wird.
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Gar nicht erwähnt wird auf der Seite etwa die Tatsache, dass frühere Spitzenpolitiker, die selbst Gesetze zu verantworten haben, in das Gericht wechseln. Das führt dann dazu, dass Gerichte über Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen urteilen sollen, die durch Mitwirkung von Verfassungsrichterkollegen selbst entstanden sind.
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Der Geist des deutschen Grundgesetzes, darin sind sich alle Fachleute einig, drückt sich am Besten in seinem Kernanliegen aus, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen solle. Artikel 26 Grundgesetz allerdings formuliert dieses Anliegen dummerweise so, dass die VORBEREITUNG eines Angriffskrieges bestraft werde, die Führung eines Angriffskrieges selbst aber nicht eigens untersagt wird.
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Bürgerrechte sind durch gesetzliche Einschränkungen inzwischen kaum noch geeignet, ihrem Auftrag, den einzelnen Bürger vor dem Staat zu schützen, effektiv nachzukommen.
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Briefgeheimnis[…]
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seit es also viel leichter ist, E-Mails […] also quasi die Rechtsnachfolger von Briefen sind, systematisch und flächendeckend zu überwachen, werden die Vorschriften nicht verschärft, was dem Geist und Sinn der Vorschrift entsprochen hätte, sondern praktisch außer Kraft gesetzt.
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Menschenrechte sind jene Rechte, die […] für ausnahmslos alle Menschen gelten, die sich in Deutschland aufhalten. Im Widerspruch zu diesen Menschenrechten haben aber deutsche Spitzenpolitiker verhindert, dass mit dem in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger Murat Kurnaz ein bekannterweise unschuldiger, auf deutschem Territorium illegal entführter Gefangener der USA aus der Folterhaft entlassen wurde.
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Zuallererst ist hier natürlich die Aufklärung jener Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemeint, die in Geheimgefängnissen der USA auf deutschem Boden stattfanden.
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Die Bundesregierung verhindert jede strafrechtliche Verfolgung von Geheimdienstmitarbeitern der USA aufgrund mittlerweile bewiesener Foltervorwürfe mit dem Hinweis, das würden die USA selbst regeln – was leider nie der Fall war und auch niemals der Fall sein wird, wie wir alle wissen. Vielmehr werden die bestraft, die die Verbrechen öffentlich gemacht haben.
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Und wenn man sich […] Drohnenmorde anschaut, die von deutschem Boden aus koordiniert und durchgeführt werden, fragt man sich fassungslos, was dies noch mit der Achtung der Menschenrechte zu tun hat.
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Meinungsfreiheit wäre im vollen Sinne des Artikels 5 Absatz 1 des Grundgesetzes nur gegeben, wenn jede Meinung gemäß dem Anteil der sie vertretenden Bevölkerungsgruppe an der Gesamtgesellschaft auch in den Medien Verbreitung fände.
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Die Abweichungen vom verfassungsmäßigen Auftrag und insbesondere vom Gebot der Staatsferne waren zuletzt so groß geworden, dass das Bundesverfassungsgericht schließlich sogar den ZDF-Staatsvertrag für verfassungswidrig erklärte.
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der […] private[…] Medienunternehmer […] ist nicht verpflichtet, eine gesellschaftlich ausgewogene Meinungsvielfalt anzubieten, sondern kann ganz alleine bestimmen, welche Meinung sein Medium vertritt. Eine breitere Öffentlichkeit wurde durch das Bekanntwerden der schriftlichen Verpflichtung von Mitarbeitern im Springer Verlag, alles zu unterlassen, was die Interessen der USA oder Israels beeinträchtigen könnte, auf diesen Sachverhalt aufmerksam.
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Mit den privaten neben den öffentlich-rechtlichen Medien gibt es jetzt also zwei mediale Machtblöcke: den der staatlichen Vertreter, der politischen Elite des Landes, und den der Vermögenden, die es sich leisten können, selbst ein Medium zu finanzieren.
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Leider sind die Interessen von Politik einerseits und Wirtschaft und Banken andererseits in den letzten Jahrzehnten […] stark zusammengewachsen, so dass man inzwischen davon ausgehen kann, dass, […] der gleiche Meinungstenor vorherrschen wird.
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Es deutet sich eine Entwicklung an, wie sie in den USA bereits abgeschlossen ist, nämlich die zu einer Oligarchie.
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Unterdrückung der Meinungsfreiheit findet in Deutschland (noch) nicht durch Inhaftierung und Ermordung kritischer Journalisten statt. Stattdessen entzieht man ihnen einfach die ökonomische Lebensgrundlage. Sie finden keine Arbeitgeber oder Auftraggeber mehr.
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Wohin treibt Deutschland, wenn Bayern die unbefristete Vorsorgeinhaftierung einführt […], wenn die Bundeswehr fit gemacht wird in Aufstandsbekämpfung statt in Landesverteidigung und in erster Linie über offensive Waffensysteme verfügt, wenn sich unsere Rüstungsausgaben verdoppeln, wenn wider jede Vernunft und unter Ignorieren der Geschichte nicht Europa, sondern eine transatlantische EU, die lediglich als Köder für die NATO dient […], zum Garanten einer Politik der Friedensförderung erklärt wird, wenn wir dabei helfen, ein souveränes Land zu bombardieren, ohne darum gebeten worden zu sein, um nur ein paar Beispiele aus Absurdistan zu nennen?
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Mein Vater erzählte mir, wie Russen durch die Propaganda der Nazis systematisch und anhaltend dämonisiert wurden, wie sie entmenschlicht wurden. Ihnen wurden alle Gräueltaten zugeschrieben, die sich ein menschliches Hirn ausdenken konnte.
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Das ist die Erbsünde Deutschlands: Nicht sehen wollen, was unangenehm ist, und das große Narrativ nicht in Frage stellen, das man in der Schule, im Studium, im Verlaufe der Karriere als einzige Wahrheit anerkannt hat.
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Menschen, die in der Falle der Propaganda des Establishments stecken, haben es schwer, die Absurdität der Propaganda zu erkennen, weil ihnen die Tatsachen, die (relative) Wahrheit zu unwahrscheinlich erscheinen.
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Denn die Lügen und Verdrehungen der Propaganda des Establishments sind so überwältigend, dass es schwer fällt zu glauben, dass es anders sein könnte.
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Dass in Wahrheit Geldadel, Wirtschaftsführer, Politiker, Spitzenbeamte, hohe Justizangehörige, führende Medien und deshalb auch ihre Journalisten alle Teile eines im Wesentlichen gleich denkenden Establishments sind, erscheint der Mehrheit der Mitglieder dieser Gruppe wie auch ihren Propagandaopfern wie eine gigantische Verschwörungstheorie.
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Jacques Ellul hat schon in den 1960er Jahren erklärt, dass Menschen, die in einem Bildungsumfeld aufwachsen, zur Schule gehen, studieren und arbeiten viel empfänglicher sind für Propaganda, die im Sinne dieses Bildungsumfeldes auf sie einwirkt.
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Nicht umsonst wird dem einfachen Wähler die Fähigkeit abgesprochen, komplexe politische Sachverhalte mitzuentscheiden.
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Beobachtet man z.B. die Reden im UNO Sicherheitsrat, in denen mit größter Inbrunst bzw. Überzeugung die dreistesten Lügen verbreitet werden, ohne dass dies durch Journalismus hinterfragt wird, beginnt man zu verstehen, dass es eine Politik gibt, die die Wahrheit so absurd erscheinen lassen soll, dass niemand wagt, sie auch nur in Erwägung zu ziehen.
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Wikipedia zufolge erklärt Macchiavelli, erfolgreiche Politik verlange „die Kunst, den richtigen Schein zu erzeugen“
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Heute ist Deutschland natürlich nicht das Land von 1933, sondern ein Land, das sich in vollkommener Abhängigkeit von einem Hegemon befindet, nämlich dem Establishment der USA. Deutschland wurde zu einem Flugzeugträger der USA, auf dem die „Eliten“ des Landes versuchen, ein paar Krumen vom imperialistischen Kuchen des großen Hegemons abzubekommen und sich für dessen erwarteten Niedergang vorteilhaft aufzustellen.
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Insofern ist die Ideologie der Weltherrschaft nicht unsere eigene, sondern diejenige, der wir uns unterworfen haben.
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„Das US Regime hat 20-30 Millionen Menschen seit dem 2. Weltkrieg getötet.“Wenn man die blutige Spur der Verwüstung durch das USA-Establishment und unter Beihilfe Deutschlands in der Welt während der letzten Jahre betrachtet, von Jugoslawien über den Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien und die Ukraine, um nur die wichtigsten zu nennen, kann man durchaus von einer ähnlichen Situation reden, wie sie vor dem Ausbruch des 1. und 2. Weltkrieges bestand. Und unsere Mitläuferschuld besteht darin, das nicht sehen zu wollen.
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Wir schweigen dazu, obwohl nach einer Untersuchung des Pentagon endgültig klar geworden sein sollte, dass das US-Establishment Krieg zur Durchsetzung seiner Vormachtstellung benutzen und voraussichtlich immer stärker einsetzen wird, um den Zusammenbruch seiner Hegemonie zu verhindern.
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Unsere Mitläuferschuld ist vielleicht noch schlimmer als die Schuld der Täter, denn wir können erkennen, wenn wir wollen, dass die Taten des Hegemons und seiner Verbündeten bzw. Vasallen der Menschenwürde, den Menschenrechten und den Wunsch nach friedlichem Zusammenleben widersprechen.
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Denn ohne Mitläufer gäbe es die Taten nicht. Das hat man uns nach dem letzten verlorenen Krieg erklärt, aber wir haben es wohl vergessen. […]«

Jochen Mitschka | Hinter Den Schlagzeilen & Rubikon | 18.08.2017 | Die Mitläuferschuld – Warum Deutschland die Gespenster der Vergangenheit und seine Mitläuferschuld nicht los wird. | http://hinter-den-schlagzeilen.de/die-mitlaeuferschuldhttps://www.rubikon.news/artikel/die-mitlauferschuld

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