„Du bist der Himmel, nicht die Wolken Deiner Gedanken.“

» […] Wenn wir innehalten, können wir eine tiefere Verbindung mit den Menschen eingehen, die uns begegnen, mit unserer Familie, unseren Freunden. Wenn wir jedoch in Gedanken sind, haben wir keine Verbindung, selbst wenn diese Menschen da sind. Wir denken über andere Dinge nach und sind nicht mal gegenüber unseren Liebsten aufmerksam.

In diesem Zustand haben wir auch keinen Blick für die Schönheit der Natur. Wir sind eigentlich glücklich, wenn wir Bäume sehen, frische Luft atmen, Vögel hören. Aber wenn wir in unserer eigenen Welt gefangen sind und nur über die E-Mails nachdenken, die wir beantworten müssen, dann ist unser Geist immer in der Zukunft und wir vergessen, in was für einer schönen Umgebung wir uns gerade befinden. Durch das Innehalten gehen wir auch wieder eine Verbindung mit unserem Körper ein. Wir können entspannen, tief einatmen. Wir denken so oft, wir können erst loslassen, wenn wir in Rente sind oder einen teuren Urlaub buchen, aber du kannst einfach jetzt sofort einen tiefen Atemzug nehmen und dein Körper entspannt sich und du fühlst dich glücklich.
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Die meisten Menschen wollen ihr Glück dadurch finden, dass sie kontrollieren, wie ein anderer sich verhält.
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Wenn es um Gewalt oder etwas Illegales geht, muss der Mensch natürlich intervenieren. Aber bei Kleinigkeiten, etwa wenn der Partner raucht und mir das nicht gefällt, müssen wir den anderen respektieren. Denn nur, wenn der andere sich respektiert und verstanden fühlt, wird er sich ändern. Vielleicht nicht so, wie ich das gerne hätte, aber er wird sich ändern.
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Aber die meisten Menschen sind mit ihrem persönlichen Leben beschäftigt und stören sich daran, dass der Partner immer die dreckigen Socken auf dem Fußboden liegenlässt.
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Man kann damit anfangen, täglich auf die Dinge zu achten, für die wir dankbar sind.
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Ich kann den Dingen immer etwas Positives abgewinnen.
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Wenn wir Widerstände gegen die Umstände haben, leiden wir. Ich meine damit nicht, dass man nicht gegen soziale Ungerechtigkeit oder Gewalt vorgehen soll. Ich spreche von den Dingen, die wir nicht ändern können.
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Anerkennen, dass es diesen Schmerz gibt, ihn nicht unterdrücken oder verleugnen. Und dann wird man realisieren, dass es völlig natürlich ist, dieses Gefühl zu haben.
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Mit dem Anerkennen der Trauer wird das Gefühl entstehen, sein Inneres auszudrücken zu wollen. Ich empfehle, das auf kreative Weise zu tun: Schreiben, Malen, Tanzen, Singen. Wenn man erbt, könnte man das Geld im Namen des Verstorbenen für eine gute Sache spenden.
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Wenn du das Gefühl unfair behandelt worden zu sein unterdrückst, geht das Gefühl nicht weg, ein Groll bleibt übrig und der kommt immer wieder hoch. Der einzige Weg ist, deinen Mut zusammenzunehmen und dem anderen absolut ehrlich mitzuteilen, wie du fühlst. Aber du musst das in einem freundlichen Ton machen, denn wenn du ärgerlich bist, wird die Person in die Defensive gehen und nichts wird sich ändern.
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Wenn eine Person unfreundlich ist, neigen Menschen dazu, das persönlich zu nehmen. Dann geht es im Kopf los: „Ich bin nicht gut genug“, „Ich bin wertlos“. In diesem Fall hilft es, zu untersuchen, wie die besagte Person andere behandelt. Wenn sie zu allen unfreundlich ist, ist das ihr Problem, nicht meins. Nicht ich werde angegriffen, sondern es ist die Natur dieses Menschen angriffslustig zu sein. Mein Rat: Nimm es nicht persönlich.
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Drüber schlafen. Triff keine übereilten Entscheidungen. Unser tiefes Bewusstsein arbeitet weiter und wird dir die richtige Antwort offenbaren. Entscheide nichts unter Druck, gib dir selbst etwas Zeit, vor allem, wenn es sich um eine wichtige Entscheidung handelt. Wenn es sich aber um etwas Banales handelt, etwa trinke ich einen Tee oder einen Kaffee, triff die Entscheidung sofort.
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Zu wissen, wer man selbst ist. Ich denke, das wollen wir alle. Wir tun so oft Dinge, ohne zu wissen, ob das etwas ist, was wir wirklich tun wollen. Wir fühlen Druck von den Eltern oder der Gesellschaft, zum Beispiel einen bestimmten Job zu ergreifen, weil der viel Geld bringt. Wenn wir also einen Job oder einen Partner wählen, ohne wirklich tief drinnen zu wissen, was uns entspricht, bereuen wir das für den Rest unseres Lebens. Wenn du herausgefunden hast, was dich wirklich glücklich macht, denke ich, dass es wichtig ist, anderen zu dienen und zu helfen, selbst wenn es kleine Dinge sind.
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Aufmerksamkeit ist wichtig. Und nicht an alles zu glauben, was man denkt, Platz lassen zwischen den Gedanken und dem Selbst. Die Aufmerksamkeit hilft zu erkennen: Das ist nur ein Gedanke, das ist nicht die Realität. Ich sage oft: Du bist der Himmel, nicht die Wolken Deiner Gedanken.
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Ich gehe. Auf Reisen spaziere ich in Parks und Gärten. Zuhause in Korea wandere ich jeden Morgen mindestens 45 Minuten lang auf einen Berg. Und natürlich meditiere ich täglich, auch wenn es nur 30 Minuten sind. Und manchmal nehme ich zwei, drei Monate an einem Meditationsretreat teil. […] «

Julia Hildebrandt, Haemin Sunim | Frankfurter Rundschau | 24.10.2017 | „Glaub nicht alles, was du denkst“ – Der Mönch und Bestseller-Autor Haemin Sunim über die Kunst, Dinge so zu akzeptieren wie sie sind, und wie man eine schwere Entscheidung trifft. | http://www.fr.de/panorama/haemin-sunim-glaub-nicht-alles-was-du-denkst-a-1374102,0

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Über Red Skies Over Paradise

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Eine Antwort zu „Du bist der Himmel, nicht die Wolken Deiner Gedanken.“

  1. Christiane schreibt:

    Guter Text. Danke dafür.

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