Berta David


» Berta David wurde am 3. Februar 1887 als Tochter von Gustav Roos und Karoline, geb. Lion, in Heimbach, Hauptstraße 43 (heute: Neuwied, Stadtteil Heimbach-Weis), geboren. Ihre Schwester, Hedwig Roos, heiratete Max Elsoffer. Gustav Roos betrieb in Heimbach-Weis eine Metzgerei.

Berta heiratete am 25. August 1913 vor dem Standesamt in Engers. Adolf David, geboren am 15. März 1883 in Rheinbreitbach, und wohnte vermutlich mit ihm zunächst in Heimbach-Weis, Hauptstraße 43. Später zogen sie nach Düngenheim/Kreis Cochem. Dort wohnten sie in der Urmersbacher Straße 6.

Adolfs Eltern waren Gustav David und Mina, geb. Siegler, wohnhaft in Düngenheim. Zum Zeitpunkt der Heirat wohnte auch Adolf dort. Er starb 1938 im Alter von 55 Jahren in Düngenheim.

Während des Krieges hielt sich Berta mit ihrer Tochter Edith, geboren am 19. Januar 1928 in Düngenheim bei Kaisersesch/Eifel, in Düngenheim auf.

Ihren Töchtern Irena Helene (später verheiratet mit John Francis Howard), Else, geboren am 10. April 1915 in Düngenheim, (später verheiratet mit Jack Farmer) verstorben am 4. Mai 1978 in Birmingham, und Selma, verstorben im Juli 1995 in Bethesda/Maryland, gelang die Emigration nach England bzw. in die USA. Die Tochter Hilda verstarb bereits im März 1923 in Düngenheim.

Berta wurde am 30. April 1942 mit etwa 35 anderen Juden aus Kaisersesch und Umgebung in einem Viehwagon verschleppt und in Richtung Polen deportiert; sie gilt als verschollen. Edith wurde 1942 nach Riga deportiert und in Riga-Jungfernhof ermordet.

In „Spuren der Vergangenheit – Jüdisches Leben im Landkreis Cochem-Zell“ zitiert Angelika Schleindl Selma David, die in die USA entkommen konnte:

»… unsere Familie hat von Generationen her in der Eifel in Düngenheim gewohnt. Meine Eltern und Großeltern waren fleißige, ehrliche Menschen, die in der ganzen Gegend sehr angesehen waren. Mein Vater hat im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft, ist im Krieg verwundet worden und an den Folgen dieser Verwundung 1938 gestorben. Er war nur 55 Jahre alt geworden. Gegen die Verordnung des Gauleiters, daß niemand an dieser Beerdigung teilnehmen dürfe, ist trotzdem der ganze Ort zur Beerdigung gekommen.
Im September des gleichen Jahres bin ich nach Amerika ausgewandert und meine älteren Schwestern sind im folgenden Frühjahr nach England geflüchtet. Leider konnten meine liebe Mutter und meine kleine Schwester Edith, die damals 11 Jahre alt war, nicht mehr aus Deutschland ausreisen.

Nach der Kristallnacht im November 1938 wurde es sehr schwer für alle Juden in Deutschland. Der Krieg mit Polen und England begann im Sommer 1939 und danach war es unmöglich auszuwandern.
Nach der Kristallnacht konnte Edith in Düngenheim nicht mehr zur Schule gehen. Sie mußte deshalb jede Woche nach Koblenz fahren und wohnte dort bei einem älteren Ehepaar. Jedes Wochenende fuhr sie heim zu ihrer Mutter nach Düngenheim.
Das ältere Ehepaar hatte den Befehl bekommen, zum Konzentrationslager deportiert zu werden. Da sie dieses nicht erleben wollten, haben sie sich vorher (Anmerkung: 1941) selbst umgebracht. Das war natürlich sehr furchtbar für mein Schwesterchen und sie hat sehr gelitten.
Kurz nach dem wurde die Schule in Koblenz geschlossen und meine Schwester mußte in Köln zur Schule gehen. Natürlich konnte sie von da aus nicht jede Woche nach Hause fahren (nicht mit der heutigen Zeit vergleichbar) und war nun längere Zeit von meiner Mutter getrennt. Sie war zu diesem Zeitpunkt erst 12 Jahre alt.
Ihr größter Wunsch war, mir nach Amerika zu folgen, aber alle Türen waren fest verschlossen. Obwohl ich von Amerika aus versucht habe, es zu ermöglichen, war es ganz unmöglich.
Meine gute Freundin und frühere Nachbarin, Anna Lellig, hat mir erzählt, daß Edith sich gewünscht hat, jedesmal wenn sie ein Flugzeug sah, daß es herunterkäme, sie aufnehmen und mit in Freiheit bringen würde. Leider – leider war es unmöglich …«

aus: Angelika Schleindl: Spuren der Vergangenheit, Jüdisches Leben im Landkreis Cochem-Zell,1996

Die Rhein-Zeitung veröffenlichte am 03.02.2015 einen Artikel über das Schicksal von Berta David und ihrer Tochter Edith. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle und (die) weiterführende(n) Links und Bilder => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php?option=com_content&view=article&id=45:david-berta-2&catid=8&Itemid=119 [abgerufen am 2017_12_28_20_21_11]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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