Wahlrecht.


Erst schlug er die Augen auf und dann die Bettdecke zurück.

Er erhob seinen Oberkörper, mühsam schwang er zuerst das linke und dann das rechte Bein aus dem Bett und stand auf.

Beim Überstreifen seines Unterhemdes dachte er an die beiden Sonntage am 18. März vor vier und vor sechsundzwanzig Jahren.
Die beiden bedeutendsten Sonntage in seinem Leben!

Am ersten der beiden Sonntage durfte er mit fünfzig Jahren das erste Mal überhaupt wählen.
Am zweiten wurde er selbst gewählt.

An beiden Tagen war er knallvergnügt erwacht, die Vorfreude kaum aushaltend; heute, an diesem 6. Juni 2016 dagegen war er etwas traurig, beschwert aber gefasst.

Um zwölf Uhr würde er auf eine zweite Amtszeit verzichten, würde erklären, dass er sich entschlossen habe, nicht erneut zu kandidieren.

Er rang noch nach den Worten, mit denen er vor die Presse treten wollte.

So ein beflügelter Satz wie 2012 wäre heute unangemessen: „Was für ein schöner Sonntag.“.

Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2018/02/04/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-06-18-wortspende-von-visitenkartemyblog/

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14 Gedanken zu “Wahlrecht.

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