» Sie hat das Gesicht, das oft nur zeigt, wie viel Gesichter es verschweigt; sie hat die Farben, die der Mai kaum fertigbringt. Sie kann behutsam sein wie der Wind, sie kann verletzen wie ein Kind, …

kann machen, dass mein Schmerz gerinnt,
und jeder Tag sein, der gelingt.

Sie ist das Kapitel, das mich prägt,
die Woge, die mich weiterträgt,
die meine Höhen, meine Tiefen bestimmt.
Sie ist jedes Maß, mit dem man misst,
der blaue Fleck, den man vergisst,
das Ufer, dem man, wie man ist,
entgegenschwimmt.

Sie, wenn du sie sähst, wie ich sie seh‘,
sie nicht zu lieben, glaub‘ ich, täte weh,
sie ist das Blau, mit dem der Morgen winkt.
Sie ist mir vertraut, wie alte Fotos sind,
für deren Schwächen man aus Liebe blind,
die man dort trägt, wohin die Zeit nicht dringt.

Sie ist was ich habe, was ich bin,
ist mein Verlust und mein Gewinn,
ist das Gesicht, an dem man nicht vorübertreibt.
Sie ist das Gedicht, das man nie schreibt,
das mir zu schreiben übrig bleibt,
das etwa sagen müsste wie, ganz einfach nur:
ich liebe sie, sie, oh, sie. «

Charles Aznavour
She

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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4 Antworten zu » Sie hat das Gesicht, das oft nur zeigt, wie viel Gesichter es verschweigt; sie hat die Farben, die der Mai kaum fertigbringt. Sie kann behutsam sein wie der Wind, sie kann verletzen wie ein Kind, …

  1. christahartwig schreibt:

    Als ich eine junge Frau war, gehörte Charles Aznavour zu meinen Favoriten und seine Platten spielte ich dauernd – allerdings nur die französischen.

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  2. wolfgang be schreibt:

    Hat dies auf Marsis Welt rebloggt.

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  3. melcoupar schreibt:

    Hab einiges „nach zu hören“ … Dieses mag ich. Lieben Gruss. Melanie

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