Gelassenheit wäre angesagt. – In der südspanischen Provinz Cádiz war bis zur Machtergreifung Francos im Spanischen Bürgerkrieg die fast vollständige Verschleierung von Frauen üblich.

» […] Von Emanzipation über Bewahrung der demokratischen Diskussionskultur bis hin zur Terrorabwehr reichen die Argumente, die Befürworter eines Verbots derzeit hervorbringen.
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So kann zum Beispiel niemand auch nur ungefähr sagen, wie viele muslimische Frauen in Deutschland ihr Gesicht überhaupt mit dem arabischen Niqab oder der afghanischen Burka verschleiern.
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„Uns liegen jedoch keine Statistiken über das Tragen von Burkas in Deutschland vor“
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„Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse über die Anzahl von Burkaträgerinnen in Deutschland vor.“
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Die Burka komme „außerhalb ihres Ursprungsgebiets nicht vor“, sagt die Professorin am Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität Berlin und Afghanistan-Forscherin. Einer der Gründe: Für viele Frauen sei die Burka schlicht zu unpraktisch und altmodisch. Fromme Musliminnen trügen außerhalb Afghanistans in der Regel nicht Burka, sondern Niqab.
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Über die Anzahl an Frauen, die ihr Gesicht verschleiern (mittels Niqab, nicht Burka!) gibt es nicht einmal seriöse Schätzungen. Wahrscheinlich sind es einige hundert.
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Seit fünf Jahren gilt dort [in Frankreich] ein Verbot islamischer Gesichtsschleier. Reduziert hat sich die Zahl von rund 2000 vollverschleierten Frauen seitdem nicht. Im Gegenteil: Einige wenige Musliminnen sollen den Schleier sogar erst infolge des Verbots als Zeichen des Protests angelegt haben.
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Dadurch, dass vollverschleierten Frauen oft der Zutritt zu öffentlichen Einrichtungen wie Kinos oder Bussen verwehrt würde, zögen sich diese erst recht aus der Öffentlichkeit zurück, berichten Bürgerrechtler.
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Französische Islamfeinde verstünden das Verbot als eine Art Freibrief, um Übergriffe auf Musliminnen zu begehen – verschleierte und unverschleierte.
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Über 99 Prozent der Musliminnen haben mit Burka, Niqab und Co. nichts zu tun. […] «

Fabian Köhler | Telepolis | 14.08.2016 | Burka-Verbot: Die vollverschleierte Debatte | https://www.heise.de/tp/features/Burka-Verbot-Die-vollverschleierte-Debatte-3294594.html?seite=all

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8 Antworten zu Gelassenheit wäre angesagt. – In der südspanischen Provinz Cádiz war bis zur Machtergreifung Francos im Spanischen Bürgerkrieg die fast vollständige Verschleierung von Frauen üblich.

  1. nandalya schreibt:

    Kopftuch, Burka etc. sind DIE Symbole der Entweiblichung von Frauen. Sie sind deutliche Zeichen der Geschlechtertrennung, der NICHT Gleichberechtigung. Man könnte das auch als Geschlechterapartheid bezeichnen.

    „Über 99 Prozent der Musliminnen haben mit Burka, Niqab und Co. nichts zu tun.“

    Da wären z. B. der Iran mit dem Kopftuchzwang per Gesetz und Saudi-Arabien mit der Vollverschleierung. Und schon ist die Zahl wiederlegt, die das typische Schönreden eines Ahnungslosen ist.

    Frau sollte selbst entscheiden … !? Ach ja? Wie macht sie das, wenn sie bereits die Mutter auf Kopftuch und Burka vorbereitet? Die das wieder von ihrer Mutter hatte. Und über allem steht eine Ideologie, die Männer geschrieben haben um zu herrschen, zu beherrschen, zu dominieren.

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    • Auch mit deinem Kommentar bin ich grundsätzlich einverstanden. [Die 99 Prozent beziehen sich nicht auf die Situation in den Herkunftsländern, sondern bezieht sich auf in Deutschland lebenden Muslimas.] Wir sollten Menschen, die in sozialen und/oder kulturellen Teilbereichen noch im (aus unserer Sicht) Mittelalter leben, Zeit geben (und es braucht viel Zeit), in der Neuzeit anzukommen. Wir erreichen dies nicht durch Macht, sondern durch Hilfe. Dabei sollten wir auch selbstbewusst unsere Kultur und unseren Lebensstil „verteidigen“, also auch klare Grenzen ziehen, an denen unsere Toleranz enden wird bzw. endet.

      Ich kenne eine marokkanische Muslima, die 40 Jahre keine Verschleierung/Kopftuch trug. Bis zu dem Tag, an dem ihre Mutter starb. Seitdem bedeckt sie ihre Haare, Ohren, Hals und Ausschnitt und trägt ein Hidschab. Aus Trauer und als Zeichen ihrer Verbundenheit und Dankbarkeit zu ihrer Mutter.

      Liebe Grüße, Bernd

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      • nandalya schreibt:

        Wir meinen das Gleiche, Bernd. Als Frau bin ich lediglich näher am Thema. Ich würde jeder Muslima das Recht auf Verschleierung zugestehen, wenn sie es wirklich aus freien Stücken wählt. Macht und kann sie aber nicht. Ganz wenige sind in der Lage zu erkennen, was der Islam wirklich ist und wie sehr sie davon manipuliert worden sind. Auch die von dir angesprochene Muslima. Trauer, Verbundenheit mit einer Toten?`Das ist nach einer angemessenen Zeit vorbei, der Respekt wurde erwiesen. Also wieder weg damit.

        Die Toleranz in Deutschland sieht leider so aus, dass jegliche Islamkritik sofort als „Rassismus“ gebrandmarkt wird, was von völliger Unkenntnis zeugt. Ich vermute (weiß!), das selbst PolitikerInnen mit Migrationshintergrund, den Koran, die Sunna und die Hadithen nicht wirklich kennen, sprich gelesen haben. Hätten sie es getan und wären wirklich in Deutschland angekommen, sie würden anders sprechen. Diese Machwerke haben als Ziel lediglich die Unterdrückung anderer im Sinn. Die Bibel auch. Aber die hat man „reformiert.“

        Auf die klaren Grenzen warte ich seit Jahren. Während die Türkei sich rückwärts bewegt was den Glauben angeht, während in Saudi-Arabien Frauen wegen geringster von Männern vorgebrachter Vergehen hingerichtet werden, nimmt man in Deutschland aus Respekt vor einem Kriminellen die Kreuze im Gerichtssaal ab.

        Die Menschen in den arabischen Staaten sind die Opfer einer Ideologie, die von ihren Regierungen und den Hasspredigern gegen sie verwendet wird. Derart konditioniert strömen sie dann nach Europa und verbreiten nun ihrerseits was man sie lehrte. Wenn das nicht schleunigst gestoppt wird, wenn WIR diese PolitikerInnen nicht stoppen, die aus Selbsthass alles Fremde hofieren und das eigene Volk vergessen, wird die Aufklärung in Europa bald nur noch eine schöne Erinnerung sein.

        Feministische Grüße aus Japan

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        • Das Grundproblem ist der Zusammentoß der Kulturen. Auf Dauer sollten Flüchtlinge in Ländern ankommen, die ihrem Kulturkreis entsprechen. Ich weiß nicht, warum man keine Abkommen mit Ländern trifft, die bereit sind, Flüchtlinge ihres Kulturkreises aufzunehmen. Anschließend kann mit einem vernünftigen Einwanderungsgesetz die Grundlage geschaffen werden, unserer Bevölkerungsentwicklung Gutes zu tun. Vielleicht möchte „man“ aber auch Unruhe stiften.

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          • nandalya schreibt:

            Wir beide vertreten die gleiche Meinung, wenn es um das Thema Einwanderung geht. Ebenso wie Sahra Wagenknecht, ihr Ehemann und Boris Palmer. Du weißt selbst, wie isoliert sie mittlerweile stehen. Nur wenige glauben es mir. aber ich bin ein „Fan“ von Frau Wagenknecht. Sie hat nicht immer recht, aber oft genug.

            Warum trifft man keine Abkommen? Wer ist „man?“ Die USA bzw. das Kapital diktieren die Europapolitik. Man macht gute (Waffen)Geschäfte und destabilisiert den ganzen Nahen Osten. WIR schaffen doch erst die Voraussetzungen für diese Wanderbewegungen, ja WIR (der Raubtierkapitalismus!). Aber ich schweife ab, entschuldige :-)

            Auf meinem Blog mag ich keine Szenarien mit verschiedenen Möglichkeiten erstellen, die unsere Zukunft zeigen. Aber dass „man“ Unruhe in Kauf nimmt oder sät, ist für mich Fakt. Ein Nebenziel könnte dabei die Abschaffung der Sozialdemokratie sein. Wobei die GenossInnen sich kräftig daran beteiligen. Auch darüber habe ich schon geschrieben.

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  2. christahartwig schreibt:

    Um ehrlich zu sein, wäre ich Muslimin, ich bin nicht sicher, ob ich mich dann nicht aus Protest auch verschleiern würde. Mir wäre allerdings daran gelegen, dass es die Entscheidung der jeweiligen Frau ist, wie sie sich kleidet (inkl. Schleier) und kein Diktat des Ehemanns. In der heutigen Zeit sollte es auch bei Muslimen üblich sein, dass gewisse Absprachen vor der Eheschließung getroffen werden – z.B. ob die Frau berufstätig sein möchte, der Kinderwunsch und eben auch ob sie einen Schleier tragen möchte. Will sie das, sollte man es ihr nicht verwehren.
    Gehen wir mal nicht bis zum Schleier und beschränken uns aufs Kopftuch. Vor Erdogan sah man in Berlin mehr türkischstämmige Kopftuchträgerinnen als in Istanbul. Weil die Ehemänner hier strenger waren? Da wäre ich nicht so sicher. In den türkischen Großstädten war das Tragen von Kopftüchern verpönt. Die Frauen galten als rückständig. Hier waren sie weniger Kritik ausgesetzt. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht auch hier Fälle gab, in denen die Frauen sich lieber europäisch gekleidet hätten, und nur dem Drängen ihrer Ehemänner und sonstigen Verwandten gehorchten.
    Ich denke allerdings, dass es Frauen nicht gestattet sein sollte, vollverschleiert Auto zu fahren – nicht weil man sie nicht identifizieren kann, wenn sie geblitzt werden, sondern weil eine solche Verschleierung das Gesichtsfeld einengt und ein Sicherheitsrisiko darstellt. Ich denke darüber hinaus, dass einige Einrichtungen das Recht haben müssen, die Beschäftigung vollverschleierter Frauen in bestimmten Bereichen abzulehnen. Ich würde zum Beispiel nicht richtig finden, wenn an einer deutschen öffentlichen Schule Kinder von vollverschleierten Lehrerinnen unterrichtet werden. Das dient nicht der Erweiterung des kulturellen Horizonts. Lehrer haben eine Vorbildfunktion. Im Lendenschurz würden wir ja auch keinen Lehrer vor einer Klasse sehen wollen.

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