„Tote haben keine Lobby – Die Dunkelziffer der vertuschten Morde“ [1]

» […] in Deutschland muss jede Leiche vor der Bestattung von einem Arzt begutachtet werden. Meist übernimmt dies der Hausarzt. Er soll klären, ob ein natürlicher oder unnatürlicher Tod vorliegt – idealerweise. Denn zu oft blieben Verbrechen unbemerkt
… | …
einige Male hätten Angehörige und Polizisten mehrere Stunden lang auf einen Arzt gewartet. „Für die Angehörigen ist das eine starke psychische Belastung, und die Polizei verschwendet durch die Wartezeit Ressourcen im Streifendienst.“
… | …
„Die Qualität der Leichenschau ist je nach Arzt sehr unterschiedlich. Man kann sagen: Sie ist teilweise schlecht.“
… | …
Mit dem Geld [100.000 EUR] finanziert sie [die Stadt Frankfurt] eine neue Stelle [für ein Jahr] in der Rechtsmedizin. Nun soll automatisch immer dann ein Experte hinzugezogen werden, wenn die Polizei bei einer Leiche ist oder sich kein Hausarzt für eine Untersuchung finden lässt. Der Rechtsmediziner soll den Toten auch obduzieren, statt ihn nur von außen zu begutachten. Außerdem sollen Fotos gemacht werden, die sich forensisch auswerten lassen.
… | …
Was man am Tatort falsch mache, könne man später nicht mehr gutmachen. „Rechtsmediziner sind regelmäßig an Tatorten und arbeiten deshalb auch spurensichernd. Da wird, salopp gesagt, nichts zertrampelt.“
… | …
Nach Schätzungen von Experten bleiben deutschlandweit jährlich etwa 1000 Tötungsdelikte unentdeckt.
… | …
„Unsere Gesellschaft ist verpflichtet, sicherzugehen, dass ein Tod natürlich eingetreten und ein Mensch nicht Opfer eines Verbrechens geworden ist.“ […] «

Sarah Kempf | Frankfurter Allgemeine
| 12.01.2018 | „Morde bleiben zu oft unbemerkt“ – Immer mehr Obduktionen |
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/mehr-obduktionen-morde-bleiben-zu-oft-unbemerkt-15393308.html

[1] zum Thema: Sabine Rückert, ISBN-10: 3455112870, ISBN-13: 978-3455112870

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPlink abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu „Tote haben keine Lobby – Die Dunkelziffer der vertuschten Morde“ [1]

  1. christahartwig schreibt:

    Nun frage ich mich, wie man auf diese Zahlen kommt, wenn die Tötungsdelikte doch unentdeckt bleiben.

    Gefällt 1 Person

    • Wahrscheinlich anhand der Todesfälle, die als natürliche Todesursache bescheinigt wurden und bei denen sich dann im Nachhinein ein gewaltsamer Tod während einer Obduktion herausstellte.

      Gefällt 1 Person

      • christahartwig schreibt:

        Das überfordert mich gerade. In diesem Fällen muss es ja einen Grund für eine Obduktion gegeben haben. Irgend etwas ist aufgefallen. Aber wie kann ich von Auffälligkeiten auf Nicht-Auffälligkeiten schließen? Oder werden solche Obduktionen „stichprobenartig“ vorgenommen? Ich glaube doch nicht, denn bedarf es für eine Obduktion nicht einer Begründung und einer Zustimmung?

        Gefällt 1 Person

        • Sabine Rückert hatte dies damals in ihrem Buch detailliert beschrieben; an die Details erinnere ich mich leider nicht mehr. Oft sind es Angehörige, die Zweifel äußern.

          Gefällt 1 Person

          • christahartwig schreibt:

            Dass es oft Angehörige sind, die Zweifel äußern, habe ich auch irgendwann gehört. Und oft sollen es Angehörige sein, die „nachgeholfen“ haben. Ein unschönes Thema – sowohl wenn die Zweifel berechtigt sind, als auch wenn es böse Unterstellungen sind.

            Gefällt 1 Person

Hinterlasse hier deinen Kommentar und beachte dabei das Menü/die Seite 'Impressum/Datenschutz/Datensicherheit'. Mit dem Absenden dieses Kommentars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch *.wordpress.com einverstanden:

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.