„Ein Deutschland, in dem Andersgläubige verfolgt und industriell vernichtet wurden, hatten wir schon einmal und auch da fing alles mit der Verrohung der Sprache an.“

» Wer Menschen als Abschaum, Dreck, Müll oder ähnliches bezeichnet, ist nicht weit davon weg, diesen Abschaum, Dreck oder Müll zu entsorgen, sobald er dazu in der Lage ist.
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Die Sprache verroht, insbesondere in den sozialen Hetzwerken zunehmend. Anstand ist nicht mehr gefragt. Dabei wäre er jetzt genau das, was die Gesellschaft braucht.
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Es ist die Stunde der Pöbler. Die sozialen Netzwerke mutieren zunehmend zu asozialen Hetzwerken. Je schlimmer der Tabubruch, um so höher der Effekt.
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dass es genau diese und nur diese Aufmerksamkeit ist, die die Unanständigkeiten verbreitenden Zeitgenossen erreichen wollen. Dass sie damit Erfolg haben, lässt sie immer unanständiger werden. Eine stufenweise Radikalisierung der Wortwahl ist nicht mehr zu übersehen. Das wird man doch noch sagen dürfen, ist die Parole dieser Leute. Das wird man doch noch sagen dürfen! Und wer ihnen widerspricht und an die simpelsten Regeln des Anstandes oder der Pietät erinnert, dem wird entgegengehalten, dass die entsprechende Äußerung doch der Meinungsfreiheit unterfällt, was sie meistens tatsächlich tut.
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Es geht ja auch gar nicht darum, den politischen Meinungskampf zu regulieren. Der ist wichtig und darf auch mit harten Bandagen ausgetragen werden. Aber eben nicht dadurch, dass man den Anderen unter die Gürtellinie schlägt oder ihm ein Ohr abbeisst. Das ist nicht nur beim Boxen unfair und es disqualifiziert den Angreifer. Wer die besseren Argumente hat, benötigt keine Tiefschläge.
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Niemand ist gezwungen, mit Unanständigen zu reden oder auf sie einzugehen. Man kann mit Rechten,Linken, Grünen, Gelben, Schwarzen, Blauen oder Andersfarbigen reden, man muss es aber nicht mit Unanständigen tun.
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Unanständige Worte kommen von unanständigen Gedanken und führen zu unanständigen Handlungen.
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Tatsächlich geht es dabei vermutlich ja auch eher darum, dass die von den Religionen vermittelten Werte – die jenseits der gesetzlichen Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens wirken – den Unanständigen nicht behagen. Barmherziger Umgang mit Fremden ist für einen völkisch denkenden Menschen ein Gräuel.
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dass für ein gedeihliches Zusammenleben unterschiedlichster Menschen neben den staatlichen Gesetzen auch noch andere Regeln, wie die des Anstands, erforderlich sind
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Eine Gesellschaft von zunehmend in ihrem Menschsein verletzten Menschen, wird am Ende eine verletzte Gesellschaft sein.
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Da nun die Unanständigen sich aufgemacht haben, diese Gesellschaft und ihre Grundlagen mit Hohn und Häme zu überziehen und den Versuch unternehmen, diese zu spalten, bedarf es des Zusammenhalts aller Anständigen, diese in die Schranken zu weisen. «

Heinrich Schmitz | Die Kolumnisten | 06.01.2018 | Anstand tut Not | https://diekolumnisten.de/2018/01/06/anstand-tut-not/

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4 Gedanken zu “„Ein Deutschland, in dem Andersgläubige verfolgt und industriell vernichtet wurden, hatten wir schon einmal und auch da fing alles mit der Verrohung der Sprache an.“

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