„Das Recht auf Stille wird eine entscheidende Qualität einer neuen Gesellschaft sein, die sich vom Fetisch Wachstum verabschiedet hat und ihren Zusammenhalt nicht auf Konsum gründet.“

» […] Heutige Wirbelstürme und Überschwemmungen sind so natürlich wie ein Börsencrash. Die Schicksalhaftigkeit solcher Ereignisse ist bloßer Schein, in Wirklichkeit sind sie gesellschaftlich produziert und von Menschen gemacht.
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In den USA ist man bereits dazu übergegangen, Bienenvölker auf LKWs zu verladen und wie Leiharbeiter dorthin zu karren, wo ihre Arbeitsleistung gebraucht und bezahlt wird.
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Das Bienensterben wird zu einem einträglichen Geschäft für die sogenannten Wanderimker.
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“Do you hear that? It’s the sound of money.” Und während seine Bienen durch die Mandelbaumplantage schwärmten, geriet er beim Denken an sein Bankkonto selber ins Schwärmen.
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Man muss die Bienen retten, weil sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind. Außerdem geriete das Überleben der Menschheit in Gefahr, stürben die Bienen vollends aus.
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Das Nützlichkeitsdenken und die ökonomische Vernunft, die verantwortlich sind für die Misere, werden nun noch einmal beschworen, um die Misere zu beheben.
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Diese Perversion fiel keinem an der Sendung Beteiligten auf, weil sie eine der Grund-Perversionen unserer Kultur ist.
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Was wäre denn, wenn die Bienen nutzlos wären? Kein Hahn würde nach ihnen krähen.
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Wie ist der Status des Nutzlosen in einer Welt der Nützlichkeit? Mir sind keine Proteste gegen das Verschwinden der Glühwürmchen, der Ringelnattern, des Neuntöters und des Schwalbenschwanzes bekannt.
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Wer und was zu nichts nutze ist, hat kein Bleibe- und Existenzrecht in einer Kultur, die unter dem Diktat der Nützlichkeit steht.
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Wir […] können uns […] „eher das Ende der Welt vorstellen als ein Leben ohne Wachstum“.
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„Es geht nur mit so intelligentem wie radikalem Rückbau: weniger Produkte, weniger Mobilität, anders ist es nicht zu machen.“
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Warum müssen 114 Millionen US-Haushalte 80 Millionen Bohrmaschinen besitzen, die im Schnitt jeweils 13 Minuten benutzt werden? Also weg mit ihnen. Es reicht eine pro Straße.
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Schluss mit dem Individualverkehr, weg mit diesen idiotischen SUVs, mit denen Mütter aus den besseren Stadtteilen ihre hochbegabten Kleinen über vierspurige Stadtautobahnen zur Schule fahren und auf dem Rückweg, nachdem sie den 150-Liter-Tank gefüllt haben, nochmal kurz in der zweiten Reihe vorm Bio-Laden anhalten.
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Braucht jeder von uns seine eigene Waschmaschine?
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Weg mit diesen Fastfood-Lokalen und dem im Stehen und Gehen hinuntergeschlungenen Scheißfraß
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weg mit den ganzen Fernsehprogrammen mit hohem Verblödungskoeffizienten
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weg mit den lärmenden Quads, den Smartphones und Spielekonsolen
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weg mit diesem ganzen digitalen Geraffel, ab in den nächsten Container mit Sondermüll
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Weg mit dem Coffee to go in diesen plastikbeschichteten Bechern, von denen in Deutschland stündlich 320.000 verbraucht werden
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weg mit den Laubbläsern und Hochgeschwindigkeitszügen und der ganzen sinnlosen Fliegerei von einem gesichtslosen Ort zum anderen
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Schluss mit diesem grässlichen, krank machenden Lärm
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Statt des unablässigen Tuns benötigen wir Tugenden des Unterlassens, Prämien aufs Nichtstun, Kontemplation statt Produktion, Faulheit statt rastlosem Tun.
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Die Geschichte des Kapitalismus ist eine Universalgeschichte der Enteignung – zuerst Enteignung von Produktionsmitteln, dann von Lebensbedingungen, Wissen und Fähigkeiten. Macht besteht im Kern aus diesen Enteignungsprozessen.
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Keine Lebensäußerung soll mehr außerhalb des Ware-Geld-Nexus verbleiben, nichts der autonomen Kontrolle der Menschen unterliegen.
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„Der Mensch wird – in dieser Gesellschaft – überflüssig, vorher schwinden seine Fähigkeiten“
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Fassungslos berichtet mir vor ein paar Tagen meine Gemüsehändlerin davon, dass eine Kundin auf einen Wirsingkopf gedeutet und gefragt habe, „was man denn damit machen und wie man den zubereiten“ könne.
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„Welches Joch kann man Menschen auferlegen, die nichts brauchen?“ Wer nach nichts verlangt, worüber die Macht verfügt, über den hat keiner und niemand Macht.
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Wir werden uns sputen müssen, denn wenn alles homogenisiert und pasteurisiert, verkabelt, digitalisiert, modularisiert und vernetzt sein wird, wenn alle Flüsse begradigt, Straßen betoniert, alle alten Bahnhöfe unter die Erde verlegt sind, wenn allen menschlichen Wünschen und Bedürfnissen eine Warenhaut übergezogen worden ist, wenn Eltern ihre Kinder als Bio-Aktien betrachten und behandeln, von denen eine gute Performance erwartet wird, wenn auch die Liebe ökonomisiert ist und wie eine Ware gehandelt und getauscht wird, könnte es zu spät sein. Wir wären dann ins von Herbert Marcuse beschriebene Zeitalter der Eindimensionalität eingetreten, das keine Opposition mehr kennt und aus dem kein Weg mehr herausführt. […] «

Götz Eisenberg | Hinter Den Schlagzeilen | 06.12.2017 | «The sound of money» – Anmerkungen zu einer Sendung über das Bienensterben | http://hinter-den-schlagzeilen.de/the-sound-of-money-anmerkungen-zu-einer-sendung-ueber-das-bienensterben

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3 Antworten zu „Das Recht auf Stille wird eine entscheidende Qualität einer neuen Gesellschaft sein, die sich vom Fetisch Wachstum verabschiedet hat und ihren Zusammenhalt nicht auf Konsum gründet.“

  1. karfunkelfee schreibt:

    Es ist unglaublich beängstigend was gerade alles rund um Bienensterben herum geschieht. Diese wachsende Aggression, insgesamt gesehen. Aufklärung ist immer gut und wichtig. Vor allem vertrauenswürdige Quellen zu finden. Ganz schön schwer in diesem Daten- und Informationsdschungel.

    Gefällt 1 Person

  2. karfunkelfee schreibt:

    Doch es gibt Protest. Er ist noch nicht groß genug, noch nicht laut genug und zu selten fragen sich die Menschen auf der Straße wann sie die letzte Biene gesehen haben, wann zum letzten Mal den Kuckuck gehört, summende Wiesen erlebt haben. Das hilft schon ein wenig, denn die Überradchung wenn diese Menschen nachdenken, ist eine traurige und vielleicht unterschreiben genau die frisch Aufgewachten eine Petition gegen Neonicotinoide. oder setzen sich anders ein wie durch Wespenfteundlichkeit oder so ähnlich, vielleicht gar durch die Anschaffung eines Insektenhotels oder den Verzicht auf die Giftspritze im eigenen Garten.?. Das ist ja nicht wegzuleugnen mit dem immer stiller werdenden Frühling ohne Vögel, dem immer belasteteren Honig, kann man sich kaum noch zu kaufen trauen und dann die Klagen der ganz normalen Imker, die Bienen-Völker vermissen, die nicht vom Sammeln zurückkehren oder krank sind von dieser ganzen Giftplörre in Ziergärten und auf Feldern. Ja, die Kleingärtner. Die spritzen auch genug herum. Wespen finden die meisten Menschen überflüssig / nur die Vögel brauchen sie…
    Von der Wanderimkerplage hörte ich vorher noch nicht. Wie krank klingt das bloß? Danke, für die Aufklärung!

    Gefällt 1 Person

    • Danke für deine Anmerkungen. Leider, befürchte ich, treten diese Probleme durch den bevorstehenden Krieg in Europa in den Hintergrund: Heute Morgen im Deutschlandfunk: Die EU wird nun Straßen/Brücken so weit ausbauen, dass sich Truppen und schweres Kriegsgerät problemlos an die Grenzen (hier: vermutlich die Ostgrenze für den Krieg mit Russland) verlegen lassen:
      [audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/03/29/sicherheit_durch_beweglichkeit_eu_aktionsplan_zu_dlf_20180329_0541_e1b77a9c.mp3" /]
      Es ist erstaunlich, mit welcher Offenheit mittlerweile mobil gemacht wird. Allen voran die deutsche Bundesregierung mit der Bundesverteidigungsministerin.
      Liebe Grüße, Bernd

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