Seit mindestens 40 Jahren merken Ausländer, dass sie hier nicht erwünscht sind.

»Ihr kamt aus Ankara und habt gedacht, hier wär es wunderbar,
Habt geträumt von unserem Wohlstand, vom Glück und einem vollen Kühlschrank.
Von Istanbul bis Köln, Hauptbahnhof, mit dem Zug und euch wurde ziemlich klar,
Wie weit es ist von hier bis dorthin, wo Frau und Kinder noch daheim sind.
Ihr standet da mit ’nem Pappkarton, habt gedacht, eure Zeit, sie käme,
Voll ausgerutscht auf Chromattrappen, habt ihr gedacht: „Jetzt muss es klappen!“

Nippes, Ehrenfeld und Kreuzberg,
Castrop-Rauxel, Ford und Bergwerk,
Türkenviertel, fast wie Harlem,
Müllabfuhr, und warten, warten.
Merken, dass man nicht erwünscht ist
Und mit Schnäuzer hier kein Mensch ist.

Drei Jahre Etagenbett und sieben Mann in einen Raum gequetscht,
Straßen gefegt, Akkord am Fließband und Überstunden für paar Mark mehr.
Das Geld, was euch dann übrig blieb, das habt ihr brav nach Hause geschickt,
An Frau und Kinder, die lang schon warten auf einen Brief: „Kommt nach, ich warte!“.
Zwei Zimmer, Altbau, Klo auf dem Flur, vierhundertfünfzig Märker nur,
So ist es jetzt, so wird es bleiben, sagt: Waren das die Wunschtraumziele?

Refrain.

Wir waren da, in Ankara, in Aydin und auch in Tekirdag,
Da gab es Raki, Thy und Köfte, Basars, Cafés und kleine Geschäfte.
Haben gespielt für Groß und Klein, haben erzählt mit Arm und Bein,
Haben getanzt, geraucht, gesoffen, haben die Männer daheim getroffen.
Auf einmal sagt der Schmal: „Verdammt! Hast du dich auch wie ich geschämt?
Vergleich mal, wie die hier zu uns sind und wie wir die zuhause ansehen!“

Refrain.«

BAPNeppes, Ihrefeld un Kreuzberg – 1979

4 Gedanken zu “Seit mindestens 40 Jahren merken Ausländer, dass sie hier nicht erwünscht sind.

  1. Als Japanerin, die man(n) meist für eine Chinesin hielt, hatte ich so gut wie keine Probleme mit Vorurteilen oder Fremdenfeindlichkeit. Eher mit Homophobie. Deutschland war wirklich auf einem guten Weg mit „seinen Ausländern.“ Das ändert sich momentan leider wieder und ist nicht nur den Deutschen anzulasten. Wobei man wirklich unterscheiden muss, um wen es sich handelt.

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, mein Beitrag ist sehr verallgemeinernd. Als Vater eines dunkelhäutigen Südafrikaners bin ich in den vergangenen 16 Jahren keinen offen ablehnenden Menschen begegnet. Momentan wird er aber in einen Topf mit den zu uns Geflüchteten geworfen, wird häufiger durch Polizei/Ordnungskräfte kontrolliert und wird geringschätzig angesprochen. Mein Empfinden ist, dass die Gesellschaft hinsichtlich des Erwünschtseins von Ausländern gespalten ist.

      Dagegen empfinde ich – mehrere Jahrzehnte rückblickend – die Homophobie (quantitativ) rückläufig. Weniger werdende Homophobe werden aber radikaler.

      Gefällt 1 Person

      • Was deinem Sohn passiert tut mir persönlich sehr leid. Doofen Sprüchen bin ich entweder mit einem Lachen oder dem ausgestreckten Mittelfinger begegnet. Ich bin Frau, ich darf das! ;-)

        In Deutschland gab es lange eine monoethnische und monokulturelle Gesellschaft. In großen Teilen ist das noch immer so. Auch in Japan. Viele JapanerInnen sehen in Dunkelhäutigen Verbrecher. Das ist genau so in den Köpfen der Menschen drin. Aber es wird langsam besser.

        Wenn ich von einer monoethnischen und monokulturellen Gesellschaft schreibe, so stimmt das natürlich nicht mehr völlig. Aber zur Zeit geht, bedingt durch Übergriffe ausländischer Täter, die Angst vorm „Schwarzen Mann“ wieder um. Du weißt, wie ich das meine. Angst erzeugt oft Hass, Hass erzeugt Gewalt. Hinzu kommt, dass man im Zug von Merkels „humanitärem Akt“, auch wirkliche Terroristen und Kriminelle ins Land gelassen hat. Und diese Minderheit sorgt nun dafür, dass die friedliche Mehrheit schief angeschaut wird.

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