Stalking, Kränkung, Ehrverletzung, Eifersucht, Empathielosigkeit, Minderwertigkeitsgefühl gibt es unter allen Menschen – weltweit.

» […] In Kandel wurde eine 15-Jährige von ihrem Ex-Freund erstochen. Da dieser als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland gekommen war, erregt diese furchtbare Tragödie die Gemüter besonders und legt offen, wie schlecht es um die Akzeptanz des Rechtsstaats und um den Anstand in Deutschland bestellt ist.
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In solchen Fällen ist der Ruf nach der Todesstrafe oder gar der Lynchjustiz immer wieder zu hören. Da kümmert es nicht, dass die in Deutschland wie in den meisten zivilisierten Ländern aus gutem Grund verboten ist.

Da schreit jemand nicht nach Gerechtigkeit, Strafe und Sühne, sondern nach Rache.

Es ist immer wieder erschreckend, wie viele Bürger sich im Angesicht eines schrecklichen Verbrechens zur ebenso schrecklichen und menschenverachtenden Todesstrafe oder zur Lynchjustiz hingezogen fühlen.

Da bin ich immer wieder froh, dass deren Einführung ausgeschlossen ist, solange das Grundgesetz Bestand hat.
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Es ist aber etwas vollkommen anderes, wenn ein persönlich Betroffener – auch mit dem Wissen und dem Einverständnis dafür bestraft zu werden – in seinem Schmerz aus Wut und Zorn zu einem solchen Rachemittel [Anm.: Selbstjustiz] greift, als wenn völlig Unbeteiligte sich das genüsslich ausmalen.
Bei denen ist es dann eher die eigene Mordlust, die sich nur eine wohlfeile Begründung sucht.

Ein Rechtsstaat kann weder das eine noch das andere akzeptieren.
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Für alle Straftaten, die auf deutschem Boden begangen werden, gilt das deutsche Strafrecht, ganz gleich wer der Täter ist oder woher er kommt.
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Es ist ein Segen, dass in einem Rechtsstaat die Bestrafung von Straftätern nicht dem Einzelnen überlassen wird, sondern dass der Staat dies übernimmt und nach einer gerechten Strafe sucht.
Nach vorher festgelegten Regeln und in einem ordentlichen Verfahren.
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Ja, selbstverständlich bekommt der Tatverdächtige einen Verteidiger.
Der steht jedem zu, der in Haft genommen wird.
Auch das ist ein ganz wichtiger Grundsatz unseres Strafprozessrechts.

Und ja, wenn der Tatverdächtige kein Geld hat, dann bezahlt diesen Pflichtverteidiger letztlich die Staatskasse.
Wem ein Verbrechen vorgeworfen wird, der bekommt immer einen Verteidiger, und das ist auch gut so.
Und wenn er in der Haft einen Psychologen benötigt, wird er auch diesen bekommen.

Denn – und das scheinen einige immer wieder zu vergessen – auch ein Verbrecher ist und bleibt ein Mensch und hat Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung.

Und nein, diese Menschenwürde aus Art. 1 GG ist und bleibt unantastbar, sie kann weder durch die Tat verwirkt werden, noch kann sie in irgendeiner Weise aberkannt werden.
Das ist eine der Lehren aus unserer Geschichte, in der der Staat als industrielle Mordmaschine jegliche Menschlichkeit abgetötet hatte.
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Und auch die Opferangehörigen haben nach dem Opferentschädigungsgesetz Anspruch auf Hilfe und Behandlung.
Und sie erhalten als Nebenklageberechtigte selbstverständlich auch einen Anwalt und gegebenenfalls Prozesskostenhilfe für diesen.
Sie müssen also nicht von Anwälten und Psychologen träumen, sie bekommen sie vom Staat gestellt.
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Das ist schon deshalb von Bedeutung, weil das Alter des Beschuldigten entscheidend dafür ist, ob für ihn Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht Anwendung findet.
Ist er tatsächlich unter 18 Jahren, gilt ohne Wenn und Aber Jugendstrafrecht, ist er 18 – 20 Jahre alt, kann sowohl Jugend- als auch Erwachsenenstrafrecht angewendet werden, ist er 21 oder älter wird er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt.
Das hat ganz erhebliche Auswirkungen auf das mögliche Strafmaß.
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Wurde der Täter durch eine Beleidigung des Opfers gereizt? Das rechtfertigt zwar keineswegs die Tat, aber es spielt bei deren Beurteilung durchaus eine Rolle.
Warum führte der Beschuldigte ein Messer mit sich? Hatte er die Tat möglicherweise schon geplant?
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Es muss selbstverständlich auch untersucht werden, ob der Beschuldigte überhaupt schuldfähig ist, denn das wäre die erste Voraussetzung für eine Bestrafung.
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Dass ein Stalking mit einer Tötung des Ex-Partners endet, kommt leider vor.
Und um was anderes als die Kränkung des Egos oder die Ehrverletzungen sollte es denn deutschen Stalkern gehen?

Die Stalker, die ich beruflich bisher kennenlernen musste – und das waren einige – , stammten aus den unterschiedlichsten Verhältnissen und waren zum weit überwiegenden Anteil Deutsche.
Eines war allen gemein, eine rasende Eifersucht gepaart mit einer völligen Empathielosigkeit gegenüber dem Opfer und einem geradezu bemitleidenswerten Selbstwertgefühl.

Niemand jammert einem Verteidiger mehr vor als ein angeklagte Stalker, der gar nicht begreifen kann, dass er das Arschloch ist und nicht etwa seine Ex.
Es gab übrigens auch Frauen darunter, die allerdings weniger durch Gewalttaten als durch beharrlichen Telefonterror und ständiges vor der Türe stehen auffällig wurden, und ihre Opfer in den Bereich des Wahnsinns trieben.

Allen gemeinsam war aber, dass sie komplett ein Rad ab hatten und weniger eine Gefährderansprache als einen längeren Aufenthalt in der Psychiatrie benötigt hätten. Bei einigen nützte selbst das nicht und sie wurden nach dem Aufenthalt erneut tätig.
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Man kann in einen Menschen nicht hineinsehen; und einen Menschen einzig nach seinem Äußeren oder seiner Herkunft zu beurteilen, ist dumm und erbärmlich. Seine Kinder frei von rassistischen Vorurteilen zu erziehen und ihnen Freiheit bei der Auswahl ihrer Freunde zu lassen, ist etwas Positives.

Arschlöcher gibt es in allen Nationen und allen Religionen.
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Was mag in einem akademisch gebildeten Menschen vorgehen, der das Leid der Eltern des getöteten Mädchens mit Füßen tritt, nur um damit Propaganda für seine Partei zu machen.?
Wie kann jemand, der sein Christsein so öffentlich vor sich her trägt, dermaßen jeglichen Anstand gegenüber den trauernden Eltern verlieren?
Mitleid, Nächstenliebe, wenigstens Mitgefühl?
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Diese tragische Geschichte zu politschen Zwecken zu nutzen, ist ebenfalls ekelhaft.

Es war zwar zu erwarten, dass die Merkel-ist-an- Allem-schuld-Fraktion die Tat mit Begeisterung aufnehmen würde, um ihr trübes Süppchen anzurühren.
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Ja, es gab erhebliche Mängel bei der Einreise der Migranten im Jahr 2015 und es gab auch erhebliche Mängel bei der Arbeit des BAMF, insbesondere was die Identitäts- und Altersfeststellungen gab. Aber was hätte eine bessere Kontrolle an der konkreten Tat geändert?
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Die fünf neuen Bundesländer und Berlin verursachen 1993 36% aller vollendeten Morde und Totschläge, stellen aber nur 22% der Bevölkerung (PKS 1993, S. 35, 119).

Ist da jemand auf die Idee gekommen, dass alle „Ossis“ Mörder wären? Gottlob nicht. Wäre ja auch genauso schwachsinnig, wie dies bei Migranten zu behaupten. […] «

Heinrich Schmitz | DiE KOLUMNISTEN | 30.12.2017 | Tod eines Mädchens – Reaktionen im Netz | https://diekolumnisten.de/2017/12/30/tod-eines-maedchens-reaktionen-im-netz/

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4 Antworten zu Stalking, Kränkung, Ehrverletzung, Eifersucht, Empathielosigkeit, Minderwertigkeitsgefühl gibt es unter allen Menschen – weltweit.

  1. nandalya schreibt:

    Wünschenswert wäre eine unparteiische Berichterstattung über diesen Mord. Schmitz benutzt gezielt die emotionalen Äußerungen einiger, um Stimmung zu machen. Das sorgt nur für noch mehr Hass. Guter Journalismus ist neutral und berichtet über Fakten. Also auch über das Versagen der Behörden. Darüber schweigt man dezent.

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    • Heinrich Schmitz ist kein Journalist. Er ist Strafverteidiger. Er ist immer parteiisch. Die erheblichen Mängel bei der Einreise von Migranten in 2015 und die Mängel bei der Arbeit des BAMF spricht er an.
      Schmitz weiß, wohin ein emotionaler Shit-Storm führen kann: er musste seine wöchentliche fb-Kolumne einstellen, nachdem er und seine Familie konkret mit dem Tode bedroht wurden.

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  2. trixisonnenschein schreibt:

    Danke fürs Teilen

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