Spätere Generationen werden für unsere Versäumnisse zahlen.

» […] Knapp 60 Millionen Schweine werden in Deutschland jährlich geschlachtet.
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Mittlerweile kommt die Region nicht nur wegen der Massentierhaltung in Verruf, sondern auch wegen der billigen Arbeitskräfte aus Osteuropa, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hier hausen und arbeiten.
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Damit die Tierhalter halbwegs über die Runden kommen, sperren sie immer mehr Schweine – im Schnitt 1.300 Tiere – auf engstem Raum auf Spaltenböden zusammen.
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Dass laut der genannten Studie jährlich rund 13,6 Millionen Schweine (= 21 Prozent der lebend geborenen Tiere) noch vor ihrer Schlachtung an den Verletzungen und Krankheiten verenden, sollte uns Konsumenten nachdenklich stimmen.
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Jährlich werden 131.000 Tonnen Antibiotika bei Tieren eingesetzt, doppelt so viel wie beim Menschen. Bis 2030 soll sich diese Menge um mehr als die Hälfte erhöhen.
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Dabei könnten die verabreichten Medikamente bei artgerechter Haltung drastisch reduziert werden. Eine Vorlage für einen artgerechten Stall liefert die Heinrich-Böll-Stiftung: genügend Auslauf, strukturreiches Futter wie Heu, Stroheinstreu, Beschäftigungsmaterial, Ringelschwänze – das findet man bestenfalls auf Biobetrieben mit Schweinhaltung.
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Deutsche Masthühner müssen ihr 40 Tage kurzes Leben bei Kunstlicht in qualvoller Enge mit Artgenossen ertragen, bevor sie maschinell getötet und ihre Brust in Plastik verpackt im Discounter verramscht wird. In den zehn größten Geflügelschlachtbetrieben in Brandenburg lassen Tag für Tag Hunderttausende Hühner und Puten ihr Leben.
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Gemeinsam mit der Tierrechtsorganisation Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V. reichte die Albert-Schweitzer-Stiftung kürzlich eine Verbandsklage wegen Tierquälerei in württembergischen Mastbetrieben ein. In der Klage wurden anhand eines Putenmaststalls Überzüchtung, betäubungsloses Schnabelkürzen und das Zusammenpferchen von mehr als 10.000 Puten in verdreckten Hallen angeprangert, ferner der Mangel an Beschäftigungsmaterial sowie Fehlbetäubungen bei der Schlachtung.
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Weniger als die Hälfte aller deutschen Kühe dürfen an die frische Luft und auf die Weide. Die anderen bleiben ganzjährig im Stall. Durch jahrelange Zucht auf Hochleistung werden die Tiere immer anfälliger gegenüber Krankheiten, weshalb sie immer mehr Medikamente brauchen.
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Nach spätestens fünf Jahren ist der Organismus ausgelaugt, dann wandert die Kuh in den Schlachthof. Hohe Milchleistungen gibt es nur mit sojahaltigem Kraftfutter. Der Anbau des verfütterten Soja zerstört andernorts die Umwelt nachhaltig. So wird immer mehr Regenwald wird gerodet, immer mehr Wiesen werden umgepflügt, um neue Flächen für die Futtermittelanbau zu gewinnen.
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Initiative Tierwohl – Betrug am Verbraucher?
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So hat ein Mastschwein nun 83 Quadratdezimeter Platz, also acht Quadratdezimeter mehr als früher. Das allein löst aber nicht die Probleme der Massentierhaltung. Von Stroheinstreu, Rauhfutter, Beschäftigungsmaterial, Auslauf und all dem was für ein glückliches Schweineleben nötig wäre, sind die Mäster, die ihren Produkten das neue Tierwohl-Siegel aufkleben, weit entfernt.
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Nach wie vor leiden Nutztiere unter vermeidbaren Erkrankungen und Schmerzen, bilanziert auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.
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Für mehr Tierwohl und Umweltschutz bräuchte es mehr Geld, vor allem für die kleineren Landwirtschaftsbetriebe.
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Vor allem müssen Verbraucher weniger auf billige Preise und stattdessen mehr auf Produktqualität achten. Andernfalls werden spätere Generationen für unsere Versäumnisse zahlen müssen.
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die Kosten, die durch vergiftete Böden und Gewässer, gerodete Wälder etc. anfallen, dürften deutlich höher liegen, als ein Stück Fleisch aus artgerechter Haltung jemals kosten kann. […] «

Susanne Aigner | Telepolis | 27.01.2018 | Massentierhaltung: Ist ein Ende der Qualen absehbar? | https://www.heise.de/tp/features/Massentierhaltung-Ist-ein-Ende-der-Qualen-absehbar-3952551.html?seite=all

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4 Antworten zu Spätere Generationen werden für unsere Versäumnisse zahlen.

  1. geno schreibt:

    „wir müssen unseren westlichen lebensstil verteidigen“!?
    die lebensmittelkonzerne gibt es nicht um uns zu ernähren, es gibt sie, weil wir sie füttern!
    früher haben sie die hungrigen satt gemacht, heute machen sie die satten hungrig!

    die zukunft der menschen wird vegan sein, oder nicht stattfinden! nicht alleine wegen der tiere, es geht auch um das überleben der menschheit. die ökologische krise könnte zusammen mit der zerstörung der ökologischen vielfalt zum ende der spezies mensch führen.

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  2. Pingback: Sommer, Musik und ein Film |

  3. Ulli schreibt:

    Hallo Bernd, Zahlen und Fakten, die vielleicht mehr aufrütteln über den eigenen Fleischkonsum nachzudenken als der moralische Zeigefinger?! Ich hoffe es!!!
    herzliche Grüße, Ulli

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