Emma Leiserowitz

» Emma Leiserowitz wurde als Emma Jonas am 26. Juli 1886 in Neuwied-Oberbieber geboren.

Emma Leiserowitz 1886 - 1942

Emma Leiserowitz 1886 – 1942

Sie wohnte in Oberbieber, Mittelstraße 64 (heute: Friedrich-Rech-Straße 199, Neuwied, Stadtteil Oberbieber).

Emma Leiserowitz lebte später in den Niederlanden. Sie war verheiratet mit dem Schuhmacher Mozes Leiserowitz, geboren am 4. Juni 1878 in Warschau (Polen). Die Familie wohnte in Recht Boomssloot 50 Huis, Amsterdam.

Vermutlich vom Durchgangslager Westerbork aus wurde Emma Leiserowitz 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 5. Oktober 1942 ermordet, ihr Ehemann am 19. August 1942.

Die Eltern:

Die Eltern waren Aron Jonas, geboren am 23. Mai 1856, gestorben am 10. April 1928 und Dorothea Sander, geboren am 17. (23.?). September 1858 in Oberbieber, gestorben am 10. Juni 1929. Aron Jonas war Schausteller und Alteisenhändler. Das Grab der beiden befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Neuwied-Niederbieber (Block B, Grab Nr. 20).

Die Kinder:

Der Sohn Arthur Abraham, geboren am 6. Oktober 1915 in Amsterdam (Niederlande), war von Beruf Anstreicher. Er wurde am 26. April 1941 in Weimar Opfer der Shoa.
Der Sohn Rudolf, geboren am 30. August 1919 in Amsterdam (Niederlande), war von Beruf ebenfalls Anstreicher. Er wurde am 13. Oktober 1941 in Mauthausen (Österreich) Opfer der Shoa.
Die Tochter Frieda, geboren am 17. Mai 1921 in Amsterdam (Niederlande), arbeitete als Näherin. Sie wurde wie ihre Mutter am 5. Oktober 1942 in Auschwitz ermordet. Ebenso Tochter Esther, geboren am 22. September 1926 in Amsterdam (Niederlande).

Bei Dorothea Elisabeth Deeters ist zu lesen: „Die ältese Tochter hatte sich verlobt; Holländer boten ihr an sie zu verstecken, aber sie verzichtete auf die Hoffnung auf eigenes Glück und Zukunft im Tausch für einen erdrückend grausamen, in unabsehbare Schrecken führenden Weg um der Mutter und der Geschwister willen.“

Die Geschwister:

Der Bruder Joseph, geboren am 23. April 1888, fiel am 13. Dezember 1916 als Gefreiter in Nouillonpont vor Verdun. Auf der Grabplatte der Eltern auf dem jüdischen Friedhof in Niederbieber wird seiner gedacht.
Der Bruder Sally, geboren am 25.September 1889, war verheiratet mit Hilde (?); sie war evangelisch. Sie lebten zuletzt in Johannesburg/Südafrika.
Der Bruder Julius war Klempner und Installateur und lebte mit seiner evangelischen Frau in Köln. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.
Der Bruder Heinrich, geboren am 30.März 1892, arbeitete als Graveur und zog vor 1938 nach München. Er konvertierte zum katholischen Glauben, hatte 2 Söhne und lebte in Ottobrunn.
Der Bruder Jakob, geboren am 22. Juli 1894, lebte in Holland und arbeitete als Goldschmied. Auf dem Grabstein der Eltern ist vermerkt, dass er in »Meester Cornelis« [Anm.: Niederländisch-Indien – einstiger Name eines Stadtteils von Jakarta / Indonesien] am 5. September 1925 starb.
Die Schwester Sybilla, geboren am 9. September 1895 in Rengsdorf, starb am 9. März 1899 in Oberbieber.
Die Schwester Hedwig, geboren am 28. Mai 1897, war verheiratet mit Isaac Berndt, der in einem Konzentrationslager lt. Deeters umgekommen sei. Sie konnte mit ihrem Sohn über England in die USA flüchten.
Die Schwester Wilhelmine, geboren am 9. August 1898 in Oberbieber, starb am 26. März 1899 in Oberbieber. Das Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Neuwied-Niederbieber (Block B, Grab 247 Z).
Die Schwester Selma, geboren am 4. November 1901, war seit 1933 mit Walter Schwarz aus Viersen, geboren am 28. September 1899, verheiratet. Sie lebten in Düsseldorf und flohen nach Belgien. Zuletzt lebten sie in Brüssel, Rue Coenraets 36. Walter Schwarz wurde am 19.8.1942 ab Drancy nach Auschwitz deportiert und wurde dort am 19.10.1942 ermordet. Selma überlebte. In zweiter Ehe war sie mit einem Mann namens Beech in England verheiratet. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen => http://stolpersteine-neuwied.de/index.php?option=com_content&view=article&id=111:leiserowitz-emma-2&catid=8&Itemid=119 [abgerufen am 23.07.2018]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht


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