„Intelligenz und Intelligenzquotient werden als unbekannte Begriffe im nächsten Jahrhundert nur noch im Lexikon verewigt sein …“ [1]

» […] Das Schreiben ist eine Kulturtechnik, die wir mühsam erlernt haben, die unser gesamtes Denken prägt.
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letztlich ist gutes Schreiben eine Frage der Sorgfalt. Mit dem PC muss man nicht mehr so gründlich sein, nicht mehr nachdenken, bevor man tippt.
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[kann] man nur das Lesen lernen […], ohne des Schreibens mächtig zu sein[?][…] Ich denke, das ist auf keinen Fall möglich. Ich halte es für ein nicht vertretbares Risiko, das Schreiben so leichtfertig aufs Spiel zu setzen, wie wir es momentan tun. Mir ist dabei wichtig: Ich will den digitalen Fortschritt nicht verteufeln, sondern auf das enorme Potential und die Wichtigkeit der Handschrift hinweisen.
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Langfristig besteht natürlich die Gefahr, dass wir zu einer Gesellschaft der Analphabeten werden, wenn wir nämlich das Schreiben – und damit auch das Lesen – verlernen.
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Studien zeigen, dass Studenten, die in der Vorlesung ein handschriftliches Skript verfassen, den Inhalt der Veranstaltung besser behalten als diejenigen, die mit ihrem PC arbeiten.
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ist die Handschrift auch persönlicher, wärmer und lebendiger. Weil es das Gegenüber mehr Aufwand gekostet hat, die Notiz zu verfassen, ist sie dem Empfänger oft wertvoller als der gedruckte Brief. Außerdem: Jeder entwickelt seine Identität in der Handschrift, sie ist also Ausdruck der eigenen Persönlichkeit – klar, dass eine handschriftliche Notiz für Sender und Empfänger dadurch mehr Bedeutung hat.
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Die Handschrift gibt, wenn sie ausgeschrieben ist, einen Überblick über die Gesamtpersönlichkeit eines Menschen, also Intellekt, Leistungsvermögen, soziale Kompetenz und Stärken und Schwächen. Kindheitsprobleme beispielsweise schlagen sich in der Schrift nieder. Auch verschiedene Charaktermerkmale, zum Beispiel das Maß an Selbstkontrolle, das jemand besitzt.
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zeigen Studien, dass wir Zusammenhänge schneller begreifen, wenn wir beim Schreiben die Buchstaben miteinander verbinden
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wenn die Chinesen diese Masse an Zeichen bewältigen, dann bekommen wir doch wohl eine verbundene Handschrift auf die Reihe.
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Trotzdem ist die Grundschrift keine verbundene Handschrift – alle Vorteile der Schreibschrift gehen dadurch also verloren.
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Ich bin sicher, dass viele Erfindungen im Bereich Kommunikation und Sprache großes Potential haben, aber die Handschrift – ich würde sogar sagen: die verbundene Handschrift – dürfen wir um keinen Preis aufgeben. «

Helmut Ploog, Sara Kreuter | Frankfurter Allgemeine | 26.08.2017 | Schlecht für den Intellekt – Verlust der Handschrift | http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/verluste-drohen-wenn-kinder-nicht-mehr-mit-der-hand-schreiben-15165470.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

[1]: „… denn die gesetzlich gesicherten 24 Fernsehstunden schließen aus, daß überhaupt noch jemand schreiben und lesen kann.
Josef von Ferenczy (1919-2011), Medienmanager, Verleger und Filmproduzent

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3 Antworten zu „Intelligenz und Intelligenzquotient werden als unbekannte Begriffe im nächsten Jahrhundert nur noch im Lexikon verewigt sein …“ [1]

  1. wildgans schreibt:

    Besten Dank für diesen Sammeltext, den ich mir ganz altmodisch ausdrucken werde. Dann wird er nochmal studiert und kommt in die Mappe mit den „Schreibsachen“ !
    Gruß von Sonja

    Gefällt 1 Person

  2. schlingsite schreibt:

    Ein weiteres Beispiel für den Verlust von Fähigkeiten ist das Verlernen Karten lesen zu können durch die Benutzung von Navigationsgeräten.

    Gefällt 3 Personen

  3. Der Thomas schreibt:

    Ein schöner Appell für‘s Schreiben. Trotz der ganzen Gadgets die wir heute haben, schreibe ich noch viel und liebend gerne von Hand. Manchmal sogar noch mit dem Füller

    Gefällt 2 Personen

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