„was habt ihr dagegen gemacht?“

» Ein wichtiges Buch [1]: die Dokumentation der kritischen Beobachtung der täglichen Sendung „Tagesschau“ durch drei aufmerksame Journalisten, die den Anspruch der Macher dieser Sendung, über die „wichtigsten“ Ereignisse des Tages „verlässlich, neutral und seriös“ zu berichten, am Grad seiner Realisierung messen. Das Ergebnis fällt ernüchternd bis erschütternd aus: die untersuchten Sendungen der Tagesschau erfüllen keines der behaupteten Ziele.
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Im Gegenteil, sie verstoßen gegen den Auftrag einer „öffentlich-rechtlichen“ Nachrichtenanstalt, die Bevölkerung über die wichtigen politischen, kulturellen, ökonomischen, gesellschaftlichen usw. Ereignisse, Fragen, Probleme, Lösungs-Bemühungen etc. zu informieren, nicht die Leser, Hörer, Zuschauer belügen über die vor den Augen der Bevölkerung zu verheimlichenden Machenschaften
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Woche für Woche macht sich einer der wichtigsten Sender der Verletzung seiner Informationspflicht schuldig! Allein diese Zahl ist unglaublich!
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Statt über die „wichtigsten“ Ereignisse des Tages „verlässlich, neutral und seriös“ zu informieren, wird das Publikum mit Geschichten „unterhalten“, die frei ausgedacht sind, um abzulenken – von den Nöten des elenden Alltags, den ihnen die Mächtigen beschert haben, übrig gelassen wie die sprichwörtlichen Brosamen, die von ihren Tischen den Weg nach unten gefunden haben.
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die vollkommen zurecht Beschuldigten verhöhnen die Beschwerdeführenden!
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Jede Sekunde Tag verhungert auf der Welt ein Kind. Die, die dem Hunger entfliehen wollen, werden an den Grenzen durch Zäune, bewaffnete Posten aufgehalten, in Lager gepfercht, dem Ertrinken preisgegeben, wenn sie diese Hindernisse überwunden haben!
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Darüber berichten die Medien nicht, nicht wie es der Ungeheuerlichkeit und dem Ausmaß dieses Verbrechens angemessen wäre: sie müssten ja jede Sekunde von einem neuen Mord berichten! Sie müssten berichten, weshalb diese Kinder und nicht nur Kinder durch Verhungern ermordet worden sind und weshalb das Morden kein Ende nimmt.
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Sie müssten die Mörder beim Namen nennen: nicht die Mütter, die ihren Kindern nur gekochtes Wasser geben können, sondern die, die den Müttern alles andere genommen haben, was sie den Kindern nicht zu essen geben können, was sie selbst nicht mehr haben, die großen Konzerne, die ihr Land kahlfressen, ausbeuten, sie selbst ihrer Lebensmittel enteignen.
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Die Konzerne sitzen meist in Europa, oder den USA. Europa und die USA, die reichsten Länder der Erde, sind es, die den Armen die Mittel zum Leben genommen haben, und die nun ihren gestohlenen Reichtum mit Mauern und Waffen gegen sie abriegeln.
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Davon berichten die Medien nicht, wie es ihre Aufgabe ist!
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Insofern verlängern sie das Elend der Elenden dieser Welt: sie schauen weg, sie halten den Lesern, Zuschauern die Augen zu – den Mund brauchen diese dann nicht mehr zu öffnen.
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Die Analyse des Konkreten, des Textes der Darstellung, der Richtigstellung, der ökonomischen Hintergründe und der politischen Dynamik der Inszenierung der Nachrichtensendung, der Verweigerung einer Auseinandersetzung mit den Beschwerden, usw. wie dieses Buch sie dokumentiert, so treffsicher und entschieden, macht dieses Buch zu einem Dokument, Dokument des Widerspruchs, eine Flaschenpost für die nach uns Fragenden: „was habt ihr dagegen gemacht?“ «

Klaus-Jürgen Bruder | Rationalgalerie | 12.06.2017 | Mörder beim Namen nennen? – Nicht in der täglichen 15-Minuten-Schau | https://www.rationalgalerie.de/kritik/moerder-beim-namen-nennen.html

[1]: Uli Gellermann, Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam : Die Macht um acht | ISBN-13: 9783894386337 | 173 Seiten | EUR 13,90

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6 Antworten zu „was habt ihr dagegen gemacht?“

  1. nandalya schreibt:

    Ken Jebsen hat die beiden Autoren schon vor Jahren zum Thema Tagesschau interviewt. Der Beitrag ist sehenswert.

    Gefällt 1 Person

  2. Wie kommst du im Zusammenhang mit dem Buch und den Autoren auf den Kopp-Verlag.
    Bei der Rationalgalerie habe ich noch kein rechtes Gedankengut wahrgenommen, im Gegenteil.
    Das Buch erscheint in der Papyrossa Verlags GmbH.
    Liebe Grüße, Bernd

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  3. rotewelt schreibt:

    Dass die Tagesschau und andere Nachrichtensendungen nicht immer „neutral“ berichten, ist bekannt. Überhaupt gibt es viele Skurillitäten, zum Beispiel, dass regelmäßig über die Börsenkurse berichtet wird, obwohl nur eine Minderheit über Aktien verfügt. Allerdings bin ich gegenüber jeglichen Veröffentlichungen, die im Kopp-Verlag erscheinen, schon mal skeptisch und voreingenommen. Da sammelt sich doch manch rechtes Gedankengut.

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Moritz Neumeier zu Chemnitz |

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