Hoher Wohnstandard, Autobesitz, Fernreisen, bevorzugt im Flugzeug, sowie üppigen Konsum von weiteren Gütern und Dienstleistungen.

» […] Die „imperiale Lebensweise“ beutet nicht nur die Natur aus. Sie vergrößert auch die soziale Kluft zwischen Norden und Süden.
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Die wachsende Wirtschaft lässt das Kapital der Natur schrumpfen. Das wissen wir seit 1972
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Heute beansprucht die Menschheit bereits anderthalb Mal so viele natürliche Ressourcen, wie unser Planet regenerieren kann.
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Am größten ist der ökologische Fußabdruck in Nordamerika, gefolgt von Europa, am kleinsten in Afrika. So beansprucht eine Person in den USA die Natur im Schnitt zehnmal stärker als eine Person in der rohstoffreichen Republik Kongo. Noch größer ist die Differenz zwischen Personen, die in den USA oder Europa zur Oberschicht gehören, und armen Leuten in Asien und Afrika.
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Im dicht besiedelten Europa oder in China ist der ökologische Fußabdruck der dort lebenden Bevölkerung doppelt so hoch wie die natürliche Kapazität ihres Territoriums. Die ökologischen Schuldnerstaaten im Norden übernutzen damit nicht nur ihre eigene Natur auf Kosten von nachfolgenden Generationen. Sie plündern zusätzlich die Natur im Süden (von der Rohstoffausbeutung bis zur Landaneignung) oder missbrauchen ihn als Halden und Senken für ihre Abfälle (von Elektroschrott bis zum CO2). Daraus entsteht ein ökologischer Transfer von Süden nach Norden.
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Die Ausbeutung des Südens durch den Norden beschränkt sich nicht auf den Naturverbrauch. Noch ausgeprägter ist das wirtschaftliche Gefälle: Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf der Bevölkerung ist in den westlichen Industriestaaten vier bis zehn Mal so hoch wie im Weltdurchschnitt und über 50 Mal so hoch wie in den ärmsten Ländern Afrikas und Asiens.
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Wenn alle 2,4 Milliarden Inderinnen und Chinesen so wirtschaften wollten, wie die 0,8 Milliarden Europäer und US-Amerikanerinnen es tun, so müssten sie ihr BIP pro Kopf im Schnitt um den Faktor acht erhöhen. Wie stark dieses […] Wachstum unseren Planeten zusätzlich belasten würde, mögen sich die Lesenden selber ausmalen.
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Als „imperial“ bezeichnen und beschreiben die beiden Autoren die Lebensweise, die sich die meisten Menschen „im globalen Norden“ sowie eine wachsende Minderheit von Menschen im „globalen Süden“ leisten. Sie zeichnet sich aus durch hohen Wohnstandard, Autobesitz, Fernreisen, bevorzugt im Flugzeug, sowie üppigen Konsum von weiteren Gütern und Dienstleistungen.
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Die Beschreibung dieses für uns längst alltäglich und selbstverständlich gewordenen Wohlstandslebens, verknüpft mit dem Begriff Imperialismus, öffnet eine neue politische Sicht auf schon bekannte Informationen.
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Die Art, wie wir kollektiv produzieren und individuell konsumieren, führt […] zu globaler Übernutzung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur Umverteilung von Naturkapital zu Gunsten des Nordens sowie von Abfällen zu Lasten des Südens, und sie stützt das wirtschaftliche Gefälle zwischen arm und reich.
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Unsere Lebensweise beruht also auf Exklusivität – eine Exklusivität, welche die Profiteure auf keinen Fall preisgeben wollen: „Der amerikanische Lebensstil ist nicht verhandelbar“
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Die „Erhaltung unseres Wohlstands“ gilt als oberste Maxime von Regierungen, Parlamenten und den meisten Medien
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Diese Form von Wohlstand erscheint heute als derart attraktiv, dass der überwiegende Teil der Weltbevölkerung daran teilhaben möchte, sei es durch wirtschaftlichen Aufstieg in den Entwicklungs- und Schwellenländern des Südens, sei es mittels Emigration nach Norden.
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weil unsere Lebensweise global nicht verkraftbar und damit nicht verallgemeinerbar ist.
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„Die imperiale Lebensweise ist derzeit im Begriff, sich zu Tode zu siegen.“
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Der Konflikt zwischen sich ausbreitendem materiellen Wohlstand und schrumpfendem Naturkapital lässt sich entschärfen, wenn wir Energie und andere Naturgüter effizienter nutzen, Stoffkreisläufe schließen, von Kohle und Öl auf Sonnen- und Windenergie und von Otto- auf Elektromotoren umsteigen.
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„Grüne Ökonomie“ ist eine „falsche Alternative“
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Ein „grüner Kapitalismus“ würde „die imperiale Lebensweise nicht grundsätzlich in Frage stellen“. Gerade das sei aber nötig, denn diese Lebensform ist nicht nur ökologisch fatal. Sie enthält und verstärkt auch ökonomische, politische und soziale Konflikte.
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Als Leser der voran gehenden Informationen und Analysen hätte man an dieser Stelle zum Beispiel ein Plädoyer für ein Existenzmaximum erwarten können, welches die Lebensgrundlagen unseres Planeten nicht übernutzt und damit weit unter dem heutigen Konsumstandard in den westlichen Industriestaaten liegen müsste, sowie Vorschläge, wie und mit welchen Mitteln dieser kleinere Kuchen global gerecht verteilt werden kann. «

Hanspeter Guggenbühl | Lebenshaus Schwäbische Alb | 17.02.2018 | Das Elend unserer „imperialen Lebensweise“ | https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/011312.html

Ulrich Brand, Markus Wissen: „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus„, S. 224, Oekom-Verlag, 2017, ISBN-13: 9783865818430, EUR 14,95

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