Lehren aus der Vergangenheit ziehen, Ziele setzen und beides im Jetzt miteinander verbinden – frei von Angst.

» […] Eckhart Tolles Konzept des Schmerzkörpers. Wer wünscht sich nicht ein Leben frei von Angst und Sorgen, mit einem zumeist angenehmen Grundgefühl von Freude und Gelassenheit? Laut dem Bestsellerautor ist das möglich, wenn man die auftauchenden unangenehmen Gefühle und Gedanken nicht zu überdecken versucht, sondern sich ihnen unmittelbaren zuwendet.
… | …
Um die unangenehmen Emotionen wirklich zulassen zu können, darf ich sie nicht verdrängen, sondern muss bereit sein, sie zu spüren.
… | …
Manche leiden unter Schuldgefühlen, zum Beispiel weil sie bereits als Kind „schuld“ an einem Unglück oder Unfall waren – zumindest wurde ihnen das von Eltern oder Lehrern eingeredet. Andere sind voller Wut und Rachegedanken, fühlen sich seit eh und je ungerecht und schlecht behandelt. Etliche fühlen sich nicht wert, nicht gut genug für eine Aufgabe oder eine Beziehung. Vielleicht weil sie nie Anerkennung von den Eltern und den Lehrern bekamen, von Mitschülern und Kameraden gehänselt wurden oder weil sie in einer bestimmten peinlichen Situation nicht der Erwartung entsprachen.
… | …
die Vergangenheit [wirkt] fort, zum Beispiel durch ein unangenehmes Gefühl im Bauch. In diesem Zusammenhang spricht Tolle von einem „Schmerzkörper“
… | …
Es ist das Festhalten an negativen Erfahrungen, was uns unglücklich macht, obwohl es in diesem Moment keinen Grund dafür gibt.
… | …
„Der Schmerzkörper ist ein halb autonomes Energiesystem, das in den meisten Menschen anzutreffen ist, ein Gebilde, das aus Emotionen besteht. Er besitzt eine eigene primitive Intelligenz, ähnlich einem listigen Tier, und diese Intelligenz dient überwiegend dem Überleben. Wie alle Lebensformen muss er regelmäßig Nahrung – neue Energie – zu sich nehmen, und das, womit er sich versorgt, ist Energie, die seiner eigenen entspricht, also eine ähnliche Wellenlänge hat. Jede emotional schmerzliche Erfahrung kann dem Schmerzkörper als Nahrung dienen. Darum blüht er auch bei negativen Gedanken und dramatischen Beziehungsproblemen auf. (…) Für den Schmerzkörper ist Schmerz ein Genuss. Er verschlingt eifrig jeden negativen Gedanken. Die Stimme, die für gewöhnlich in deinem Kopf erklingt, ist inzwischen zur Stimme des Schmerzkörpers geworden. Dieser kontrolliert jetzt den inneren Dialog. Ein Teufelskreis ist entstanden zwischen dem Schmerzkörper und deinem Denken. Jeder Gedanke nährt den Schmerzkörper, und der Schmerzkörper seinerseits produziert neue düstere Gedanken. Irgendwann nach Stunden oder Tagen ist er satt und fällt wieder in seinen Schlaf zurück; er hinterlässt einen ausgelaugten Organismus.“
… | …
Auch typische, auf die Zukunft bezogene negative Emotionen, allen voran Angst, sind bedingt durch vergangene Erlebnisse.
… | …
Jeder vierte Patient mit Angststörung klagt über chronische Schmerzen.
… | …
Was ist meine Grundempfindung, jetzt? Und wenn es Angst oder Wut oder Trauer oder Neid ist, kann ich da hindurch gelangen – gleichsam wie durch einen dunklen Tunnel – bis zum Licht am anderen Ende?
… | …
in einer stillen Meditation eine innere Unruhe, einen verkrampften Bauch, kreisende Gedanken, das Empfinden von Langeweile, Unlust oder Ungeduld etc. „auszuhalten“, möglichst nicht zu analysieren oder zu beurteilen – oder eben das Sich-einmischen des Verstandes ebenfalls zu beobachten.
… | …
„Je mehr du fähig bist, das Jetzt anzuerkennen und zu akzeptieren, desto freier bist du von Schmerz und Leiden –frei vom Ego-Verstand (…) Warum verleugnet der Verstand gewöhnlich das Jetzt und leistet ihm Widerstand? Er kann ohne Zeit, ohne Vergangenheit und Zukunft nicht funktionieren und in Kontrolle bleiben und nimmt deshalb das zeitlose Jetzt als bedrohlich wahr. Zeit und Verstand sind in Wahrheit untrennbar. (…) Wie hört man auf, Zeit zu erschaffen? Erkenne zutiefst, dass dein ganzes Leben sich im gegenwärtigen Moment abspielt. Stelle das Jetzt ins Zentrum deines Lebens. (…) Sage immer „Ja“ zum gegenwärtigen Moment.“
… | …
Wenn ich bereit bin, den Schmerzkörper wahrzunehmen, löst er sich auf. Zum einen verliert er seine scheinbare Eigenständigkeit und Bedrohlichkeit, er erweist sich als das, was er im Grunde ist, nämlich als eine Illusion, eine Scheinentität.
… | …
Die gezielte Beobachtung innerer Vorgänge gilt in etlichen spirituellen Traditionen, besonders im Buddhismus als eines der wirksamsten Werkzeuge der Transformation. […] «

Roland Rottenfußer, Christian Salvesen, Eckhart Tolle | Hinter Den Schlagzeilen | 18.12.2017 | Durch unangenehme Empfindungen hindurch zur Leichtigkeit des Seins | http://hinter-den-schlagzeilen.de/durch-unangenehme-empfindungen-hindurch-zur-leichtigkeit-des-seins

Christian Salvesen: Eckhart Tolle – inneres Erwachen und ein Leben im Jetzt. Aquamarin 2017. ISBN-13: 9783894277819.

Sollte sich der Urheber des hier verlinkten und zitierten Artikels durch das Posten dieser Verlinkung oder dem ganz oder teilweisen Zitieren aus dem verlinkten Artikel in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um einen kurzen Kommentar und einen Beleg der Urheberschaft. Das Beanstandete wird dann unverzüglich entfernt. | Eventuelle Werbung in optischer Nähe zu diesem Artikel stammt nicht von mir, sondern vom Social-Media-Hoster. Ich sehe diese Werbung nicht und bin nicht am Verdienst oder Gewinn beteiligt.


Impressum/Datenschutz/Datensicherheit

Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
Dieser Beitrag wurde unter RSOPlink abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Lehren aus der Vergangenheit ziehen, Ziele setzen und beides im Jetzt miteinander verbinden – frei von Angst.

  1. rotewelt schreibt:

    Habe Tolle vor einigen Jahren gelesen und versucht, einige Dinge zu befolgen. Nun, fühle mich weiterhin auf mich allein gestellt, nichts hilft, jeder muss selbst mit sich und seinem Leben klarkommen. Schade eigentlich.

    Gefällt 1 Person

    • „Jetzt!“ von Tolle wurde mir vor fast sieben Jahren von einer Kollegin empfohlen, die mir auch in ihren Worten den Schmerzkörper erklären konnte. Ich kaufte das Buch, las es, begriff Vieles nicht und doch wurde mir klar, dass wir Gedanken haben, die wir wie Werkzeuge nutzen können, wir aber nicht die Gedanken sind. Und dass unsere Gedanken den Drang haben, uns zu benutzen. Ich übte damals die Gedankenstille, was mir nicht gut gelang. Ohne dieses Buch hätte ich vermutlich fünf Jahre später nicht angefangen zu meditieren. Und es hat mir geholfen wesentlich gelassener zu werden. Liebe Grüße, Bernd

      Gefällt 1 Person

      • rotewelt schreibt:

        Freut mich für dich, dass das Buch dir zu mehr Gelassenheit verholfen hat. Wenn mir was geholfen haben sollte, dann nur die eigene Lebenserfahrung, glaube ich. Oder die „Lehrer“ haben mit Verspätung gewirkt. ;-) Liebe Grüße, Ute

        Gefällt 1 Person

Hinterlasse hier deinen Kommentar und beachte dabei das Menü/die Seite 'Impressum/Datenschutz/Datensicherheit'. Mit dem Absenden dieses Kommentars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch *.wordpress.com einverstanden:

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.