Walter Moses

» Walter Moses wurde am 30. November 1916 in Koblenz geboren. Andere Quellen nennen Neuwied als Geburtsort.

Walter Moses 1916 - 1942

Walter Moses 1916 – 1942

Er wohnte in Neuwied, Mittelstraße 5/6 (heute: Mittelstraße 11), und arbeitete als Ingenieur oder technischer Zeichner.

Vor dem 2. Weltkrieg floh er in die Niederlande. Dort wohnte er in Lambertus Hortensiuslaan 40, Naarden/Nordholland.

Am 2. Februar 1941 verlobte er sich mit Tini (Albertine Frouke) Keijzer aus Naarden.

Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in die Niederlande wurde er verhaftet und im Lager Westerbork interniert. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Wahrscheinlich hat er in einem Arbeitslager in der Nähe von Westerbork gearbeitet. Seine Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz erfolgte am 10. August 1942. Dort wurde er am 31. August 1942 (Sterbebücher von Auschwitz Nr. 26318) ermordet. Das in diversen Quellen genannte Todesdatum 30. September 1942 ist ein willkürlich gesetztes Sterbedatum.

Walters Eltern sind Louis, geboren 1882, und Dina Moses, geborene Wolf. Sie emigrierten nach Santiago de Chile und später nach New York. Der Vater verstarb am 3. November 1948 in New York, die Mutter am 8. Juni 1951.

Die Schwester Lisel, verheiratete Fenig, gilt als verschollen. Die Schwester Regina, verheiratete Marx, mit Ehemann Heinrich (Henry) Marx, der in Linz/Rhein am Rhein geboren und als Textilvertreter tätig war, floh nach Holland und emigrierte später nach Santiago de Chile. Dort kommt Tochter Margret zur Welt. Später ging die Familie in die USA. Von 1948 bis 1962 lebte sie in New York, anschließend in Anaheim/Kalifornien.

Schwester Regina, verheiratete Marx, emigrierte mit Ehemann Heinrich (Henry) Marx, der in Linz am Rhein geboren und als Textilvertreter tätig war, nach Holland und später nach Santiago de Chile. Dort kam Tochter Margret zur Welt. Später ging die Familie in die USA. Von 1948 bis 1962 lebte sie in New York, anschließend in Anaheim/Kalifornien.

Schwester Herta Heim, geborene Moses, geboren am 3. Mai 1907, verwitwete Bodenheimer, schreibt in einem Brief an den damaligen Oberbürgermeister Schmelzer vom 25. Oktober 1979: „Mein Name ist Herta Heim, geb. Moses verw. Bodenheimer aus Neuwied. … Ganz kurz möchte ich schildern, was mein Leben war. – Im Jahre 1938 hat man uns das Geschäft Engerserstraße 34 zerstört alles aus der Wohnung auf die Straße geworfen meinen Mann Sally Bodenheimer nach Dachau gebracht. März 1939 habe ich meine drei kleinen Kinder 6, 8, 11 Jahre nach Holland gesandt um sie geschützt zu haben. 1940 hat man sie dort als die Deutschen nach Holland kamen in das Lager Westerborg gebracht. 1943 hat man sie getrennt und zwei nach Bergen-Belsen transportiert. Fünf Jahre war ich von meinen Kindern getrennt. – Im Jahre 1942 kam mein Mann und ich nach Theresienstadt. Januar 1944 plötzlich kam ein Transport von Holland mit meiner Tochter. Zehn Tage später die zwei Kleinen aus Bergen-Belsen. Am 28. September 1944 transportierte man meinen Mann nach Auschwitz ich sah ihn nie wieder. Alle umgebracht, in der Nacht hatte ich meinen ersten Herzinfarkt. Drei meiner Geschwister und fast alle meine Familien Mitglieder sind umgekommen. – Ich schreibe nicht gerne alle diese Erlebnisse, es fällt mir sehr schwer. Da ich nicht mehr die Jüngste bin möchte ich zu gerne mit meinen Mädels noch einmal in die Stadt wo wir alle geboren sind.“

Herta überlebte den Holocaust mit ihren Töchtern Edith, geboren 1931 in Neuwied, und Hilde, geboren 1937 in Neuwied, und emigrierte in die USA. Ihr Sohn Kurt, geboren am 20. August 1929 in Neuwied, wurde ab Westerbork am 15. September 1943 ins Konzentrationslager Bergen–Belsen, am 25. Januar 1944 ins Ghetto Theresienstadt und am 16. Oktober 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Ehemann Sally Bodenheimer wurde am 28.9.1944 in Auschwitz ermordet.

Schwester Adele, verheiratete Voss, geboren am 22. Februar 1910 in Neuwied, verheiratet mit Max Voss, geboren am 12. März 1905 in Hamborn, wohnhaft in Duisburg-Ruhrort, wurde am 22. April 1942 ab Düsseldorf mit Sohn Albert, geboren am 23. Dezember 1931, Tochter Zilla, geboren am 3. März 1942, und Ehemann nach Izbica/Ghetto deportiert. Dort wurden sie Opfer der Shoa. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle & weitere Informationen => http://www.stolpersteine-neuwied.de/index.php/component/content/article/8-personenbeitraege/195-moses-walter [abgerufen am 29.11.2018]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht


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