Es ist immer wieder notwendig, an die unvorstellbare Barbarei zu erinnern.

» […] In 100 Tagen wurden mindestens 1,3 Millionen Juden getötet, was die deutsche Vernichtungsmaschine […] singulär macht
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Wenn Politiker wie AfD-Chef Gauland von der Nazizeit als einem „Vogelschiss“ sprachen, um die ansonsten angeblich „erfolgreiche deutsche Geschichte“ hervorzukehren […] ist das grotesk.
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Es ist leider angesichts der neuen Nationalisten, die die Nazizeit wie Gauland verdrängen oder wie andere gleich verklären, immer wieder notwendig, an die unvorstellbare Barbarei zu erinnern, der auf dem Boden der so gern beschworenen deutschen Kultur möglich wurde. „Nur“ die systematische Vernichtung von Juden im Holocaust war eine der mörderischsten kollektiven Taten der menschlichen Geschichte.
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Nach Schätzungen wurden 5,4 bis 5,8 Millionen Juden im Verlauf des Zweiten Weltkriegs vor allem zwischen 1941 und 1945 ermordet.
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Die Nazis hatten alleine schon kaum nachträglich zu überblickende 40.000 Gettos und KZs in ganz Europa eingerichtet, die schließlich der „Endlösung“ dienen sollten.
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Die Aktion Reinhardt, die im Februar 1942 mit der angeordneten „Umsiedlung der gesamten jüdischen Bevölkerung des Generalgouvernements“ begann und bis November 1943 andauerte, gilt als die größte Massenmordaktion des Holocaust.
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Es gibt allerdings kaum Dokumente über die geheim gehaltene Aktion, die Nazis haben sie weitgehend vernichtet. Anders als in Auschwitz gibt es hier kaum Überlebende, aus dem Todeslager Belzec beispielsweise nur zwei. Schätzungen gehen von bis zu 1,7 Millionen getöteten Juden (und einigen Zehntausenden von Roma und Sinti) während der 21 Monate aus: schätzungsweise 515.000 in Belzec, 126.000 in Sobibor und 897.000 in Treblinka. An der Massentötung arbeiteten für die Reichsbahn auch 900.000 Arbeiter und fast eine halbe Million Bahnangestellte mit.
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Die Massentötung vollzog sich vor allem in drei Monaten August, September und Oktober 1942, also in 14 Prozent der gesamten Dauer der Aktion. Hier wurden mit irrsinniger Geschwindigkeit mehr als 1,3 Millionen Juden umgebracht, also ein Viertel der während der Kriegsjahre getöteten Juden, 15.000 pro Tag. Von etwa 50.000 Ermordeten im Juni, waren es im Juli bereits 150.000 und im August 400.000, im Oktober noch 300.000, um dann wieder auf 50.000 und weniger zu sinken. Bezieht man alle ermordeten Juden ein, so wurden alleine im August eine halbe Million umgebracht
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Das von den Nazis optimierte Tötungssystem, so Stone, habe alle Eigenschaften eines „automatisierten Fließbands“ aufgewiesen. Nur ein paar Zehntausend sind dem Tötungssystem entkommen, das 94-97 Prozent aller Juden im Generalgouvernement vernichtete.

In den 100 Tagen vom 27. Juli bis zum 4. November 1942 wurden nach den Schätzungen in drei Lagern über eine Million Juden vergast, über 300.000 durch Einsatzgruppen erschossen und in Ausschwitz über 90.000 getötet. Das sind 445.000 Ermordete im Monat oder insgesamt 1,47 Millionen. Nicht-polnische Juden wurden dabei nicht berücksichtigt.
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Die Aktion Reinhardt sei in drei Hinsichten für einen Völkermord extrem oder wahrscheinlich singulär: nach der Todesrate in der Zeit, der Zahl der Ermordeten und dem Anteil der ermordeten Bevölkerung (99,99 Prozent in den Todeslagern und mehr als 94 Prozent der Juden im Generalgouvernement). […] «

Florian Rötzer | Telepolis | 04.01.2019 | Die „extrem effiziente Tötungsmaschinerie“ der Nazis | https://www.heise.de/tp/features/Die-extrem-effiziente-Toetungsmaschinerie-der-Nazis-4263729.html

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Eine Antwort zu Es ist immer wieder notwendig, an die unvorstellbare Barbarei zu erinnern.

  1. Werner Kastens schreibt:

    Es ist und bleibt unbegreiflich, wie sich dass so entwickeln konnte und Viele einfach weggeschaut haben.

    Gefällt 1 Person

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