Adele Voss

» Adele Voss wurde am 22. Februar 1910 als Adele Moses in Neuwied, Mittelstraße 10, geboren. Sie war verheiratetet mit Max Voss, geboren am 12.3.1905 in Hamborn. Das Ehepaar wohnte in Duisburg-Ruhrort und hatte zwei Kinder, Zilla und Albert.
Adele Voss wurde mit ihrem Ehemann, dem Sohn Albert, geb. am 23.12.1931, und der Tochter Zilla, geb. am 3.3.1942, am 22.4.1942 ab Düsseldorf nach Izbica deportiert und dort ermordet.

Adele Voss 1910 - 1942

Adele Voss 1910 – 1942

Adeles Eltern sind Louis, geboren 1882, und Dina Moses, geborene Wolf. Sie emigrierten nach Santiago de Chile und später nach New York. Der Vater verstarb am 3. November 1948 in New York, die Mutter am 8. Juni 1951.

Schwester Regina, verheiratete Marx, emigrierte mit Ehemann Heinrich (Henry) Marx, der in Linz am Rhein geboren und als Textilvertreter tätig war, nach Holland und später nach Santiago de Chile. Dort kam Tochter Margret zur Welt. Später ging die Familie in die USA. Von 1948 bis 1962 lebte sie in New York, anschließend in Anaheim/Kalifornien.

Schwester Herta Heim, geborene Moses, geboren am 3. Mai 1907, verwitwete Bodenheimer, schreibt in einem Brief an den damaligen Oberbürgermeister Schmelzer vom 25. Oktober 1979: „Mein Name ist Herta Heim, geb. Moses verw. Bodenheimer aus Neuwied. … Ganz kurz möchte ich schildern, was mein Leben war. – Im Jahre 1938 hat man uns das Geschäft Engerserstraße 34 zerstört alles aus der Wohnung auf die Straße geworfen meinen Mann Sally Bodenheimer nach Dachau gebracht. März 1939 habe ich meine drei kleinen Kinder 6, 8, 11 Jahre nach Holland gesandt um sie geschützt zu haben. 1940 hat man sie dort als die Deutschen nach Holland kamen in das Lager Westerbork gebracht. 1943 hat man sie getrennt und zwei nach Bergen-Belsen transportiert. Fünf Jahre war ich von meinen Kindern getrennt. – Im Jahre 1942 kam mein Mann und ich nach Theresienstadt. Januar 1944 plötzlich kam ein Transport von Holland mit meiner Tochter. 10 Tage später die zwei Kleinen aus Bergen-Belsen. Am 28. September 1944 transportierte man meinen Mann nach Auschwitz ich sah ihn nie wieder. Alle umgebracht, in der Nacht hatte ich meinen ersten Herzinfarkt. Drei meiner Geschwister und fast alle meine Familien Mitglieder sind umgekommen. – Ich schreibe nicht gerne alle diese Erlebnisse, es fällt mir sehr schwer. Da ich nicht mehr die Jüngste bin möchte ich zu gerne mit meinen Mädels noch einmal in die Stadt wo wir alle geboren sind.“

Sie überlebte mit ihren Töchtern Edith, geboren 1931 in Neuwied, und Hilde, geboren 1937 in Neuwied, den Holocaust und emigrierte in die USA. Sohn Kurt, geboren am 20. August 1929 in Neuwied, wurde ab Westerbork am 15. September 1943 ins Konzentrationslager Bergen – Belsen, am 25. Januar 1944 ins Ghetto Theresienstadt und am 16. Oktober 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Bruder Walter emigrierte in die Niederlande. Er wurde von Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Schwester Lisel, verheiratete Fenig, wurde am 21. Februar 1939 nach Polen deportiert, sie gilt in Krakau als verschollen. «

»[…] Schuld die auch wir hätten begehen können […]«

Quelle, Fotos & weitere Informationen => http://www.stolpersteine-neuwied.de/index.php?id=298 [abgerufen am 21.02.2019]

Vergessen ist der Ausgangspunkt von Wiederholung.

Unless the world learns the lesson these cruel fates teach, night will fall.

Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied | Rolf Wüst, verantwortlich für das Projekt „Stolpersteine“ im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied, hielt im voll besetzten „Café Auszeit“ der Marktkirchengemeinde einen Vortrag über „Zeugnisse jüdischen Lebens und Leidens in Neuwied“. In einer ausführlichen Einleitung untersuchte er das Verhältnis der Gesellschaft zum Judentum früher wie heute, das oftmals zwischen den Extremen Ablehnung und Hass einerseits und Idealisierung und übersteigerten Erwartungen andererseits oszilliert.
http://www.nr-kurier.de/artikel/66565-zeugnisse-juedischen-lebens-und-leidens-in-neuwied

Holocaust | Mehr als ein Trostpflaster | Über die Stolpersteine ging man irgendwann hinweg. Dann kam ein privates Forscherteam mit einem aufrüttelnden Buch.
http://www.zeit.de/2017/05/stolpersteine-forschung-nationalsozialismus-opfer-oswald-pander/komplettansicht

Stolpersteine gegen das Vergessen | Mehr als 5500 Stolpersteine erinnern in Hamburg an die Opfer des Holocaust. Mit selbstgemachten Schablonen und Kreidefarbe gibt die Schülerin Nele Borchert ihnen nun ein Gesicht. | 2 min Datum: 25.01.2019
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-plus/videos/stolpersteine-gegen-vergessen-100.html


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3 Antworten zu Adele Voss

  1. Patrick schreibt:

    Danke Bernd, sooo viele Opfer. Wir dürfen nie vergessen!

    Patrick

    Gefällt 1 Person

  2. Christiane schreibt:

    Ich lese die Geschichten jedes Mal. Danke.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

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