Ist es möglich? Dass mit jedem Schluck Milch, mit jeder Scheibe Käse, mit jedem Bissen Fleisch, mit jeder Lederkleidung … Ja, es ist möglich!

» […] Die globalisierte Milchwirtschaft quält nicht nur Tiere, sondern beutet auch Menschen in und außerhalb Europas aus
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Milch muss so günstig wie möglich produziert werden – zu stets sinkenden Preisen.
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sie [sind] gezwungen […], mit minimalem Aufwand maximale Leistungen aus den Milchkühen herauszuholen
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Obwohl sich die Anzahl der Tiere leicht verringert hat, bleiben die in der EU produzierten Milchmengen unverändert hoch. Das geht nur, weil eine moderne Kuh immer mehr Milch gibt. Großrahmig und mager muss sie sein und ein möglichst großes Euter haben, das sich bequem maschinell melken lässt.
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Um 300 Kühe auf die Weide zu treiben, dafür wäre der Aufwand zu hoch, weshalb die Tiere heute im Stall bleiben.
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„Im Januar 2018 kosteten 100 Kilogramm Kuhmilch ab Hof netto 36,74 Euro“, heißt es bei Statista. Der Preis für ein Liter liegt bei etwa 37 Cent. Umsteiger auf Bio-Produktion beklagen im März 2018, dass der Grundpreis für Milch aus konventioneller Produktion zu 30 Cent pro Liter tendiert . Da müsse mein sein eigenes Geld mitbringen.

Um kostendeckend zu arbeiten, sind mindestens 40 Cent nötig.
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Freier Markt mit sinkenden Preisen
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Eine Kuh wird natürlicherweise um die zwanzig Jahre alt, Hochleistungskühe leben höchstens fünf Jahre. Nachdem sie zum ersten Mal gekalbt haben, wird in den drei letzten Lebensjahren ein Maximum an Milch aus ihnen herausgepresst.

Weil die Kühe nur Milch geben, wenn sie jedes Jahr ein Kalb bekommen, werden sie kurz nach jeder Kalbung wieder künstlich besamt. Ohne Kalb keine Milch – ohne Milch keine Existenzberechtigung. Oft sind die Preise so niedrig, dass die Futterkosten nicht gedeckt werden können. Dann werden die Kälber getötet und auf den Müll geworfen. Aufgezogen werden überhaupt nur weibliche Kälber, die Bullenkälber werden nach der Geburt an den Viehhändler verkauft.
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Kleine Milchbauern sind die Verlierer
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Die verarbeitende Industrie braucht Milch als billiges Material.
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Diese wird zu Produkten zu verarbeitet, die dann in den Discountern zu Niedrigstpreisen verramscht werden.
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Seither darf jeder Bauer so viel Milch produzieren, wie er will. Mit dem Ergebnis, dass die Preise sinken: Inzwischen hat jeder zweite Milchbauer seinen Betrieb aufgegeben und seine Kühe und Rinder schlachten lassen.
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Konzerne kämpfen um globalen Milchmarkt
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Die Lobby-Verbände der Agrarindustrie vertreten in Brüssel nur zehn Prozent der europäischen Bauern und zwar jene, die immer moderner, industrieller und effizienter arbeiten. Die anderen, kleineren Betriebe bleiben auf der Strecke.
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Neue Wachstumsmärkte in China
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Nach und nach sollen sich die Menschen in Asien an Milch gewöhnen. Denn, so versprechen die Konzerne, Milch macht sie größer, kräftiger und ausdauernder.
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So werden auf riesigen chinesischen Milchfarmen mehr als 10.000 Kühe gemolken.
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Billiges Milchpulver zerstört Märkte in Afrika
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So zerstören billige Import-Lebensmittel die Existenzen Tausender afrikanischer Kleinbauern, für die es besonders in ländlichen Gegenden schwierig ist, einen Absatzmarkt für ihre Milch zu finden.

Milchpulver hat in Kamerun inzwischen einen Marktanteil von 50 Prozent. Der Joghurt, der daraus hergestellt wird, kostet nur ein Drittel des Preises aus der heimischen Milch. Das Milchfett werde in Europa entzogen, um Futter daraus zu machen, dafür wird dem Milchpulver Palmfett zugesetzt
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Auch kleine Molkereien im Senegal, die Joghurt und Dickmilch herstellen, haben es schwer, ihre Produkte in der eigenen Region neben billiger Importmilch zu verkaufen. Dabei würde gerade der Bau von Molkereien in Afrika neue Arbeitsplätze schaffen. Die Menschen hätten wieder eine Perspektive – und weniger Grund, nach Europa auszuwandern.
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Die Bauern fressen sich gegenseitig auf. Rücksichtlos werde das Land des Nachbarn aufgekauft oder gepachtet
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proklamieren die Lobbyisten der Lebensmittelkonzerne und deren Vertreter gnadenlos Wachstum und Wettbewerb in der Landwirtschaft
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Laut Olaf Tschimpke vom NABU bekommen zwei Prozent aller Betriebe 33 Prozent aller EU-Agrarsubventionen. Achtzig Prozent aber erhielten für den ganzen Betrieb weniger als 5.000 Euro im Jahr.
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Auch der Verlust der Artenvielfalt kann mit dem herrschenden System weder gestoppt, noch kann die Nitratbelastung des Grundwassers verringert werden. […] «

Susanne Aigner | Telepolis | 14.04.2018 | „Unsere Überschüsse machen uns kaputt“ | https://www.heise.de/tp/features/Unsere-Ueberschuesse-machen-uns-kaputt-4001364.html?seite=all

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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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2 Antworten zu Ist es möglich? Dass mit jedem Schluck Milch, mit jeder Scheibe Käse, mit jedem Bissen Fleisch, mit jeder Lederkleidung … Ja, es ist möglich!

  1. hummelweb schreibt:

    Ich habe den Originalartikel komplett gelesen (Danke für die Anregung) und er lässt mich einigermaßen sprachlos zurück. Meine eigene Bemühung, weniger Milch und Milchprodukte zu konsumieren, wird hier durch die Erschließung neuer Märkte z.B. in China (!) ad absurdum geführt. Was bleibt da noch?

    Gefällt 1 Person

    • Es bleibt, unbeirrt weitermachen! Es sind lediglich die letzten Zuckungen einer gestrigen Landwirtschaft. Es ist der Anfang vom Ende der Ausbeutung des Tieres und des Planeten. Wenn mich meine Kinder und evtl. deren Kinder einmal fragen, was ich getan habe, dann antworte ich, ich habe zu spät das getan, was in meiner Macht stand. Und ich brauche nicht zu sagen: nichts. Liebe Grüße, Bernd

      Gefällt 1 Person

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