„Wir müssen uns einmischen.“

» […] Die rein repräsentative, parlamentarische Demokratie ist theoretisch und praktisch an ihre Grenzen gelangt.
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Dieses System wird sich aus sich selbst heraus nicht mehr reformieren.
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Wichtigste Ansprechperson für eine erfolgreiche Lobbyarbeit z.B. der Pharmaindustrie ist laut einer Studie der verbeamtete Staatssekretär, dann die Abteilungsleiterin. Der demokratisch legitimierte Minister wird gemeinhin in seiner Macht überschätzt.

Seit 2006 ist bekannt, dass Landes- und Bundesministerien in großem Umfang Mitarbeitende aus der freien Wirtschaft beschäftigen. Bezahlt werden sie vielfach weiter von ihren eigentlichen Arbeitgebern, großen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Sie werkeln an Gesetzen mit und bekommen durch ihren Einsatz bevorzugt Zugang zur Politik, in Einzelfällen bekleiden sie sogar Führungspositionen in den Ministerien.

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Unsere heutige Gesellschaft ist so ausdifferenziert, die Menschen denken so individuell, dass sie nicht mehr von den üblichen Parteiprogrammen vertreten werden. Das ist auch der tiefere Grund dafür, dass die Parteien immer verwaschener werden und zur „Mitte“ streben.
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Wir müssen unser parlamentarisches System wieder in eine zeitgemäße Form bringen.
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Das Denken, das uns in die Krisen hineingeführt hat, wird uns nicht wieder herausführen
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Den Mut und die Kraft, grundlegende Reformen auf den Weg zu bringen, haben heute nur noch die Bürger selbst.

Wir müssen uns einmischen. Neue Ideen kommen in der Regel nicht aus dem Zentrum einer Gesellschaft, sondern aus der Peripherie. Genau da setzen viele Menschen an und gründen Gemeinschaften, starten gesellschaftliche Experimente, wie eine solidarische Gesundheitskasse oder alternative Währungen und Energieversorgungen. In diesen Biotopen wird Zukunft entwickelt, gelernt und gelebt. Das ist gut und richtig.
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auf der internationalen Ebene bildet sich ein zunehmend demokratiefreier Raum heraus. Dieser wird gefüllt mit ganz realen Kontrollsystemen, geheimdienstlichen Strukturen und autokratischem Gebaren.
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Aber die eigentliche Gefahr droht der Demokratie daher, dass viele Menschen das heutige politische System mit „Demokratie“ bzw. dem Ideal der Demokratie gleichsetzen, verwechseln und sich angewidert abwenden. Wir stehen jedoch erst am Anfang der Entwicklung zu einer wahrhaft selbst bestimmten und demokratischen Gesellschaft.
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Demokratie kann ihre Entwicklung und Vertiefung ebenso wenig unterbrechen wie ein Mensch seine Atmung. Ein demokratisches System, das unveränderlich und statisch bleibt, stirbt ab und wird undemokratisch.

Auf einer Skala von 0 (Diktatur) bis 10 (Demokratie) stehen wir mit unseren heutigen Systemen vielleicht bei 5. Auf die Ebene 6 kämen wir, wenn wir auf allen Ebenen anwendungsfreundliche Volksentscheidsregelungen eingeführt haben
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Der nächste Schritt führt uns auf die Ebene Nr. 6 und dafür brauchen wir vor allem: verbindliche Volksentscheide.
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Die direkte Demokratie ist kein Allheilmittel. Sie hat ihre Schwächen, die aber durch kluge Verfahrensregelungen weitgehend ausgeglichen werden können.
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So ist die Entscheidung für mehr direkte Demokratie auch immer die Entscheidung für die Redefreiheit des Anderen, für die Würde des Anderen. Sie ist eine Glaubensbekundung an die in den Mitbürgern schlummernden moralischen Fähigkeiten und Kräfte.
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Das Interesse eines wahrhaften Demokraten richtet sich auf den individuellen Standpunkt des anderen. Denn er ist sich dessen bewusst, dass die Menschen einander brauchen.
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Wir sind nicht zu Demokraten geboren, sondern müssen dies, manchmal leidvoll, erst erlernen. Im Kern davon steht die Fähigkeit, sich selbst und die eigene Sicht auf die Welt in Frage stellen zu können.
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Ein elitäres Menschenbild wird in letzter Konsequenz immer zu Kontrollsystemen, Geheimdiensten und groß angelegten Manipulationsstrukturen führen. Davon haben wir heute schon genug.
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Die beste Kur für Probleme der Demokratie ist mehr Demokratie. Der Schlüssel für gesellschaftliches Wachstum ist mehr Bewusstsein in allen Bereichen.
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Das Ergebnis eines Volksentscheids wird immer nur ein Spiegel unserer Gesellschaft sein.
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Jeder einzelne von uns, wir alle haben das Recht, uns selbst zu bestimmen und das Leben zu leben, das wir möchten. […] «

Roman Huber | Kurswechsel – Magazin | 24.01.2017 | Regieren uns in Zukunft nur noch Konzernstaaten? | http://kurswechsel-magazin.de/2017/01/22/regieren-uns-in-zukunft-nur-noch-konzernstaaten/

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