»No milk today! (Und morgen auch nicht.)«

» […] Wird ein Zwölfjähriger von seiner Mutter öffentlich gestillt, finden wir das instinktiv seltsam oder obszön, jedenfalls unnatürlich.

Dennoch sind unsere Supermarktregale randvoll mit Muttermilchprodukten.
Sofern wir die zu uns nehmen, übersehen wir wenigstens dreierlei:

1) Es handelt sich um Säuglingsmundraub, denn die Milch, die wir trinken, entgeht dem Kalb (das mit Zucker gemästet wird, während Mutti in der Illusion lebt, was da gierig an ihren Zitzen hängt, sei Kindesmund, nicht Saugroboter).

2) Was »frisch«, »längerfrisch« oder »H« in unseren Regalen steht, kommt auf dem Planeten Erde natürlich nicht vor.
Muttermilch wird nach spätestens zwei Tagen sauer und ungenießbar, usnere »Milch« ist das Produkt von Erhitzung, Sterilisierung sowie zentrifugaler Molekularzertrümmerung und -neuzusammensetzung, eine Substanz, die sämtliche innerkörperlichen Membrane durchdringt und unerkannt für viele interessante Krankheiten sorgen kann.

3) Erwachsene Gorillas reißen auch ohne Milchkonsum Bäume aus (und müssen nie wegen Osteoporeose zu Daktari).

Da tritt dann die Geschmacksfrage in den Hintergrund (beantwortet sich aber ebenfalls von selbst, sofern du mal ein halbes Jahr auf Milch verzichtest und danach versuchst, welche zu trinken. Dann nämlich wird dir schon vom Geruch so übel wie vom Anblick der oben erwähnten Jugendlichenstillerin). […] «

Sven Böttcher: Quintessenzen, 2013, 160 Seiten, ISBN-13: 9783453280465


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»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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