„Die Saat einer verwahrlosten Politik fängt gerade erst an zu keimen.“

» […] Wie viel intellektuelle Verwahrlosung braucht es, um als SPD-Politiker durch die Blume den Menschen Rassismus vorzuwerfen, die durch ihr zivilgesellschaftliches Engagement die Folgen der Armut lindern, die von eben jenen Politikern selbst massiv verursacht wurde? Die Eliten schließen die Augen vor den Folgen ihrer Politik und prügeln nun ausgerechnet auf diejenigen ein, die den letzten Kitt unserer Gesellschaft zusammenhalten. Der von Gabor Steingart jüngst geprägte Begriff „Elitenverwahrlosung“ trifft es wohl ganz gut. Wir sollten […] uns […] die Eliten vornehmen, deren Verwahrlosung immer offensichtlicher wird.
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Seit Beginn der Flüchtlingskrise warnen die NachDenkSeiten bereits davor, dass es ohne einen massiven politischen, gesellschaftlichen und finanziellen Kraftakt am unteren Ende der Gesellschaft zu einem Verdrängungswettbewerb zwischen den „alten Armen“, den Hartz-IV-Opfern und Armutsrentnern, und den „neuen Armen“, den gestrandeten Migranten und den Flüchtlingen, kommen wird.
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moderne Armenspeisungen wie die Tafeln schöpfen ja nicht aus dem Vollen, sondern müssen die Missstände verwalten, die von der Politik verantwortet werden. Genau darum ist auch besonders schäbig, wenn ausgerechnet die Politiker, die für die katastrophalen Rahmenbedingungen mitverantwortlich zeichnen, sich nun von einem erhobenen moralischen Standpunkt aus als Kritiker eben jener Helfer vor Ort hervortun, die ehrenamtlich die Folgen der gänzlich unmoralischen Politik zu mildern versuchen.
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Sie war es, die der Presse eben die Außenpolitik mit einem jungen, sympathischen Gesicht verkauft hat, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass nun arme Rentner und Alleinerziehende mit Flüchtlingen um Essensreste streiten müssen.
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Der Mann, der die Politik mitverantwortet hat, die Rentner, Alleinerziehende und Migranten zu Hungernden gemacht hat, findet es nun „schade“, dass es zu Verteilungskämpfen unter den Opfern der Agenda-Politik kommt? Der Mann, dessen Politik so etwas wie die Tafeln erst nötig gemacht hat, besitzt die Chuzpe, den ehrenamtlichen Helfern nun „Ausländerhass“ zu unterstellen, weil sie sich darum kümmern, dass die knappen Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, auch an die Alten und Schwachen ausgeteilt werden?
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„Bedürftigkeit muss das Maß sein und nicht der Pass“, so die Frau, die maßgeblich mit an dem Koalitionsvertrag gearbeitet hat, der dafür sorgt, dass die Bedürftigkeit künftig noch größer wird. Ja schämt sich denn heute kein Politiker mehr? Erst schickt man die Menschen in die Armut und dann verhöhnt man nicht nur sie, sondern auch noch die Menschen, die den Armen helfen und die Risse in dieser Gesellschaft stopfen wollen. Das ist schäbig, das ist widerwärtig, das ist eine Verwahrlosung der Eliten.
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Solche Eliten braucht kein Land. […] «

Jens Berger | NachDenkSeiten | 28.02.2018 | Die Debatte um die Essener Tafeln ist ein weiterer Aspekt der allgegenwärtigen Elitenverwahrlosung | https://www.nachdenkseiten.de/?p=42658

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6 Antworten zu „Die Saat einer verwahrlosten Politik fängt gerade erst an zu keimen.“

  1. nandalya schreibt:

    Die (westlichen) Politiker gehören nicht zu den Eliten, sie sind lediglich deren Angestellte.

    Gefällt 1 Person

  2. gkazakou schreibt:

    So ist es leider. Die „Eliten“ sind verwahrlost, und je verwahrloster sie sind, desto mehr werden sie wegen ihrer tollen Toleranz und Menschenfreundlichkeit gelobt und gewählt, solange sie großzügig Geld und Posten verteilen, Grenzen öffnen und das Rentenalter heruntersetzen. Soo schöne milde Gaben, wer muss sie nicht lieben? Eben kommentierte ich bei Pacht zum BER-Skandal, der nicht zuletzt von dem rot-grünen Sympathling Wowereit verursacht wurde und der, wie dort berechnet, bisher den Gegenwert von 6.5 Millionen Kindergartenplätzen (zB) verschlungen hat. .
    Die Verarmten Griechenlands fegen grad die Scherben ihrer großzügigen Volkslieblinge auf, beginnend mit dem charismatischen Andreas Papandreou und endend mit dem netten Alexis Tsipras. Und jetzt kommen hier wieder diese langweiligen Rechts-Konservativen ans Ruder, um den Haushalt zu richten und die Grenzen zuzumachen.
    Was ich sagen will? „Ein guter Mensch sein, ja wer wärs nicht gern……..Wer wollt auf Erden nicht ein Paradies? doch die Verhältnisse, gestatten sie΄s?“ (Bert Brecht, 3-GroschenOper)
    Politik kann nur nett sein, wenn sie auch finanzierbar ist, sonst kommt es eben zu dem Konkurrenzkampf der Armen um die letzten Krumen am Boden, Wie Peachum, der König der Bettler, sehr richtig anmerkt. .

    Gefällt 2 Personen

    • Danke. In der DIE ZEIT stand in der letzten Ausgabe, dass 10 Prozent der Deutschen über 55 Prozent des Vermögens verfügen. Die Schere zwischen arm und reich klafft in Deutschland besonders weit auseinander. Geld ist im Überfluss vorhanden. Die jahrzehntelange Umverteilungspraxis von unten nach oben muss jetzt umgekehrt werden. Liebe Grüße, Bernd

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      • gkazakou schreibt:

        selbstverständlich, Bernd. Es MUSS, aber es geschieht nicht. es wird auch nicht geschehen, denn die, die OBEN sind, müssten es beschließen. Ein Beispiel: als unser sozialistischer MP Andreas Papandreou noch frisch am Ruder war (1981) und alle Griechen auf den angekündigten „Wechsel“ warteten, brachte sein Finanzminister ein Gesetz zur höheren Besteuerung des großen Grundbesitzes ein. Das wurde allgemein als gerecht und richtig angesehen, und sogar die Betroffenen waren bereit, dem Gesetz Folge zu leisten – bis Andreas Papandreou verstand, dass er selbst davon betroffen sein würde. Daraufhin hat er schnelll das Gesetz kassiert. Sein Minister nahm den Abschied. Aus war es mit dem sozialistischen Traum. Danach kam nur noch Betrug und Selbstbereicherung für die, die den Zugriff hatten.

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