Wie zähmst du deinen Hunger? | Liebster Award 5/13

Ich nehme die Dinge ja gerne wörtlich. Hunger. Hunger ist erst einmal und vordergründig das flaue Gefühl im Magen, wenn der Körper Energie in Form von Nahrung verlangt. Der andere Hunger ist der Hunger, den die Seele, die Psyche oder der Geist empfindet.

Wie zähmst du deinen Hunger? - How do you tame your hunger?

Wie zähmst du deinen Hunger? – How do you tame your hunger?

Zähmen. Nicht stillen. Stillen würde den Hunger befriedigen, würde das Gefühl vorübergehend verstummen lassen. Aber Zähmen? Wenn ich Hunger zähme, dann befriedige ich ihn nur teilweise, gerade so viel, dass er nichts überlagert aber im Hintergrund immer noch spürbar ist.

Den Hunger des Körpers nach Energiezufuhr zähme ich mit kleinen Snacks zwischendurch, wie z.B. von Dr. Karg’s „Dinkel Quinoa Vollkorn-Snack“ [Dies soll keine Werbung sein. Bitte kaufen Sie dieses Produkt nicht, weil es hier erwähnt wird. Es könnte Ihren Hunger vielleicht nicht zähmen.]

Doch was ist mit dem anderen Hunger? Wonach habe ich noch Hunger? Wie zähme ich ihn?

Den Hunger nach Akzeptanz zähme ich, in dem ich freundlich und wohlwollend zu meinem Mitmenschen bin; ihnen nicht nach dem Mund rede, ihnen zustimme, wenn sie denken wie ich und ihnen freundlich aber bestimmt widerspreche wenn es Unsinn ist.

Den Hunger nach Anerkennung zähme ich, in dem ich versuche Dinge, die auch Andere betreffen, so gut und zügig zu erledigen, wie es mir möglich ist.

Den Hunger auf Antworten auf meine Fragen an das Leben zähme ich, in dem ich genau beobachte und vergleiche.

Den Hunger nach Berührung oder Liebe oder Nähe oder Zärtlichkeit oder Zuneigung bekomme ich momentan nicht gezähmt, ich unterdrücke ihn.

Den Hunger nach Bewegung zähme ich dadurch, dass ich mehrmals die Woche zehn Kilometer jogge.

Den Hunger nach Bildung oder Informationen oder Wissen zähme ich dadurch, dass ich lese und höre und zuhöre.

Den Hunger nach Freiheit zähme ich, indem ich mir Vieles erlaube.

Hunger nach Freundschaft hatte ich solange nicht, bis eine Freundschaft sich zufällig ergab. Als die Freundschaft endete blieb der Hunger.

Geborgenheit finde ich in mir selbst und meiner kleinen Wohnung, auch an meinem Arbeitsplatz und in Hotelzimmern und in Cafés.

Den Hunger nach Gerechtigkeit bekomme ich in diesem Leben nicht mehr gezähmt.

Den Hunger nach Glück zähme ich, in dem ich die kleinen Dinge achte und mich bereits am Lächeln eines mir Entgegenkommenden oder dem Flügelschlag eines Schmetterlings oder unhörbaren Bewegung einer Fledermaus erfreuen kann.

Den Hunger nach Jugend zähme ich dadurch, dass ich neugierig bleibe, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachte, mich von der Euphorie Jugendlicher anstecken lasse und meinen Körper regelmäßig bewege (siehe Joggen).

Den Hunger nach Kultur oder Kunst zähme ich auch durchs Lesen, Hören und Sehen und achte darauf, ins Kino, (Kleinkunst-)Theater und Museum zu gehen.

Den Hunger nach Leben zähme ich dadurch, dass ich meine Sinne nach außen richte, am Leben teilnehme, nicht in Pessimismus oder Optimismus verfalle, und Gelegenheiten wahrnehme.

Den Hunger nach Licht zähme ich dadurch, dass ich nach Draußen gehe oder die Gegenwart von besonderen Menschen genieße.

Den Hunger nach Menschlichkeit zähme ich dadurch, dass ich menschliche Szenen suche und mich an ihnen erfreue oder selbst menschlich handele.

Den Hunger nach Musik zähme ich durch Konzertbesuche und Musikhören; selbst zu musizieren ist wohl für das nächste Leben bestimmt.

Den Hunger nach Neuem zähme ich dadurch, dass ich die Augen und Ohren offen halte und Freude an Veränderung habe.

So mancher dieser Hunger ist auch regelmäßig gestillt.

Inspiration: https://murmelmeister.com/2019/07/16/nominated-1/


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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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4 Antworten zu Wie zähmst du deinen Hunger? | Liebster Award 5/13

  1. Sovely Matters schreibt:

    …und Du hast eine wunderschöne Antwort für uns zusammengeschrieben! Ich bin sprachlos und mache vor Freude einen Purzelbaum. Dankeschön für Deine Mühe, für die tollen und ehrlichen Worte.

    Gefällt 1 Person

  2. violaetcetera schreibt:

    Ich habe mir noch nie vergegenwärtigt, dass es so viele Arten von Hunger gibt, die gestillt werden wollen.

    Gefällt 2 Personen

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