„Bewahre dir deine Menschlichkeit!“

Inhaltshinweise: Dieser Text enthält Szenen physischer oder psychischer Gewalt, die für sensible Menschen belastend sein können (hier z.B. Tod)! Die entstehenden Bilder können Flashbacks auslösen und bisher blockierte Erinnerungen freisetzen. Der Autor übernimmt keine Haftung für entstehende psychische oder seelische Schäden. Lesen Sie den Text bitte nicht, wenn sie entsprechend sensibel oder sensitiv sind.

» […] radikale Menschlichkeit. Ohne wenn und aber.
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Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Profitgier unsere Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage zerstört.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Lebendigkeit, Herzlichkeit und Menschlichkeit verpönt werden.
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Wir dürfen nicht zulassen, dass Werbung uns suggeriert, dass wir nicht schön sind.
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Meine Freiheit, von der ich immer dachte, dass ich sie noch besitze, habe ich mit meinem Smartphone und dem Eintritt in die sozialen Netzwerke bereits ein Stück weit abgegeben.
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Ich […] habe erlebt, wie die Stasi vor der Tür stand und uns ausspionierte und kann darum kaum glauben, dass wir mittlerweile an einem Punkt sind, wo Stasi-Methoden gegen das, was Datenkraken wie Facebook oder Google machen, so niedlich wie Kinderspielzeug wirken. Und vor allem, dass wir das freiwillig mit uns machen lassen. Uns Sprachboxen in die Wohnungen stellen, die alles aufzeichnen.
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Geht das so weiter, dann sind wir bald nur noch Marionetten für Amazon und Co. Und die interessieren sich nicht für unsere Leben, auch nicht für die Natur, die Erde, den Klimawandel, auch nicht für demokratische Grundrechte. Die interessiert nur Profit.
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Das lästige Kartenknicken ist Geschichte, seit uns Navigationssysteme durch die Landschaft lenken. Dass man unsere Wege damit auf Schritt und Tritt verfolgen kann, wischen wir beiseite.

Wie unser Essen in die Supermärkte kommt und was alles passiert, bevor der Schinken fein abgepackt im Regal liegt, müssen wir auch nicht mehr sehen. Maschinengesteuertes Tierleid wird einfach ausgeblendet, hinter Mauern versteckt.
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Wir machen euch das Leben sicherer, ist auch so ein Versprechen, das gern gegeben wird. Videokameras überall. Menschen, die überwacht werden, glauben daran, dass es Bedrohungen von allen Seiten gibt.
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Der schicke SUV vor der Tür vermittelt das Gefühl, zu den Oberen zu gehören.
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Wir glauben, wir sind freier, aber in Wahrheit sind wir Sklaven.

Mir scheint, dass das ganze Streben der Konzerne sich nur darum dreht, dem Mensch zu suggerieren, dass man ihm das Leben verbessert, um ihn damit einfach immer noch mehr auszubeuten und ihm die Freiheit zu nehmen, er selbst zu sein. Und die Menschen machen mit, denn Menschsein allein reicht offensichtlich nicht mehr. Menschsein, Fehler zu machen, ein fragiles Leben auszuhalten, zweifelnd nach dem Sinn suchen, Scham zu empfinden, sich ohne Konsum am Leben zu erfreuen, sich gegenseitig Stütze zu sein, gemeinsam zu kreieren – all das verschwindet so nach und nach aus unseren Leben.
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Das Internet […] ist zum großen Teil verkommen zu einem Ort der uneingeschränkten Manipulation, zu einem Ort für Hass, Hetze, Häme und Selbstdarstellung. Es scheinen keine Regeln zu gelten
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Es ist unglaublich, wie es inszenierte Hass-, Hetz- und Verblödungskampagnen schaffen, sich ihren Weg durch die Datenkabel in die Köpfe zu bahnen. Wie Menschen, ohne zu hinterfragen, den größten Mist teilen.
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Ich frage mich in letzter Zeit ständig, was der Grund dafür ist, dass wir unsere Leben aus der Hand geben. Dass wir alles, was nach Menschlichkeit aussieht oder riecht, von uns haben wollen. Und ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass der einzige Grund sein muss, dass wir uns selbst nicht lieben. Dass wir unsere Fehler nicht lieben, unsere Unterschiede, unser Sein, die Mühen, das hoch und runter, das ein Leben nunmal mit sich bringt. Glatt ist scheinbar besser als Profil. Unisono besser als Vielfalt. Angst bestimmt unsere Leben.
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Ich weiß nicht, ob es uns noch gelingt, die Entwicklung aufzuhalten oder umzukehren. Ich habe auch kein Rezept, nur eine Ahnung und die heißt: radikale Menschlichkeit. […] «

JEANNETTE HAGEN | facebook & Die Spaziergängerin | 23.06.2019 | Radikale Menschlichkeit | https://www.facebook.com/notes/jeannette-hagen/radikale-menschlichkeit/2627712647246954/ & http://www.diespaziergaengerin.com/2019/06/radikale-menschlichkeit.html

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