„Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich tue und sage, aufgezeichnet wird.“

» […] Jeden Befehl, den wir Alexa geben, speichert Amazon auf seinen Servern und wertet diese Daten aus, um unser Kaufverhalten zu analysieren. Wir werden zu absolut gläsernen Konsumenten
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verfügt Amazon über rund 300 Millionen ständig aktualisierter Kundenprofile
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Wollen wir uns wirklich auf eine digitale Zukunft einlassen, die von wenigen Monopolunternehmen gelenkt und organisiert wird, die dabei totalitäre Überwachungsmethoden anwenden?
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Keine 30 Jahre später kaufen wir uns jetzt bei Amazon mit Alexa eine Superwanze, die gerne auch mal ganze Gespräche mitschneidet, die wir Zuhause führen. Das kann passieren und wurde in Tests nachgewiesen, wenn Alexa ein Codewort hört, das so ähnlich wie „Alexa“ klingt. Während die Stasi noch in Wohnungen einbrechen musste, um ein paar Wanzen zu installieren, bezahlen wir heute an die 100 Euro und lassen uns freiwillig ausspähen.
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Wenn ich Alexa installiere, müsste ich doch zunächst einmal ganz offensiv erfahren, welche Daten aufgezeichnet werden, was damit passiert und ob ich damit einverstanden bin. Aber das passiert nicht. Uns wird smarter Komfort verkauft, den wir mit dem Verlust an unbeobachteter Privatheit und unserer Freiheitsrechte bezahlen. Ein autonomer Staubsauger, der unsere Wohnung sauber hält, ist ja vielleicht ganz lustig, aber warum muss dieser Staubsauger auch gleichzeitig unsere Wohnung ausmessen und diese Daten an Dritte melden?
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Amazon hat zum Beispiel kürzlich ein Patent angemeldet, weil Alexa jetzt schon an unserer Stimme erkennen kann, ob wir erkältet sind, und uns dann auch gleich die richtige Medizin empfiehlt. Das ist doch wirklich gruselig. Wir streicheln schon heute unser Smartphone häufiger als unsere Kinder oder Lebenspartner und werden ganz sicher auch emotionale Beziehungen zu KI-basierten Maschinen entwickeln und in Zukunft womöglich häufiger mit Alexa oder unserem Kühlschrank sprechen als mit unseren Mitbewohnern.
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Jeder, der noch einen Rest an kritischem Potenzial zwischen den Ohren hat, weiß doch, dass Amazon im Grunde ein echter Sauladen ist, der seine Mitarbeiter schlecht bezahlt und permanent mit Kameras überwacht, der ganz Branchen plattmacht, Arbeitsplätze vernichtet und natürlich auch zu den großen Steuervermeidern zählt.
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“Nö Amazon, wir kaufen nicht mehr bei dir ein und zwar solange, bis Amazon seine Gewinne ordentlich versteuert und zwar da, wo die Umsätze generiert werden und bis wir mal geklärt haben, wie wir es mit dem Datenschutz halten.“
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Wenn man sich den aktuellen Diesel-Skandal anschaut, verliert man den Glauben, dass Politik noch im Interesse der Menschen in diesem Land handelt.
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wir müssen als Konsumenten selbst den Hintern hochkriegen.
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Einmal mit der Serverstruktur von Amazon vernetzt, findet man einfach nicht mehr raus. Legen wir mal das Ausspionieren des Einkaufsverhaltens der Amazon-Kunden zu Grunde, kann man sicher davon ausgehen, dass Amazon auch die Ideen von tausenden Unternehmen gut im Blick hat, die Amazon Web Services nutzen. Mal ganz davon abgesehen, dass auch die CIA mit einer „Secret Cloud“ auf Amazon Web Services zuhause ist.
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hat sich hier eine neue Form des Überwachungskapitalismus entwickelt, in dem wir unsere Bürgerrechte aufgeben. Wir werden zu reinen Konsumenten degradiert und dürfen munter mitspielen – natürlich nur, solange wir bezahlen können. Wenn nicht, sind wir draußen.
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wir müssen uns dringend die Frage stellen, in welcher Gegenwart wir in Zukunft leben wollen. […] «

Johannes Bröckers | NachDenkSeiten | 09.11.2018 | „Alexa eine Superwanze, die gerne ganze Gespräche mitschneidet, die wir Zuhause führen“ | https://www.nachdenkseiten.de/?p=46965

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4 Antworten zu „Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich tue und sage, aufgezeichnet wird.“

  1. Ein Auszug aus einem Buch (Mensch, 18, sucht Zukunft) bzw. Tagebuch der Sophie – noch ohne Alexa, da vor fünf Jahren veröffentlicht, aber dennoch dieser Problematik:
    Sie haben sich die besten Hacker geholt – viele gegen Aussetzen einer Bestrafung nach Verhaftung – haben sie abhängig gemacht – die kommen überall rein. Da die Programme von Menschen geschrieben werden, sind sie auch von Menschen zu kontrollieren – logische Folgerung. Da auch die Firewalls und Schutzprogramme von Menschen erstellt werden, können ebenso diese von – den gleichen oder anderen – Menschen umgangen werden. Diesen Geheimorganisationen kann man nicht beikommen – bestehen aus so vielen kleineren, ausgelagerten Gruppen und Untergruppen, die sich jeweils auf Geheimhaltung berufen, dass da niemand durchblickt – ist genauso geplant. Einzige Lösung – Auflösung und Zerschlagung! Macht aber keine Regierung – bis jetzt. Wenn man wenigstens wüsste, was sie alles mit den Informationen machen.
    Also weiß nun Jeder, dass Handys abgehört werden können – dass sämtliche Daten jederzeit gehackt werden können – dass jeder mit ein bisschen Routine sich bei dir einklinken und daraus seinen Vorteil ziehen kann. Willst du immer noch mit dem Teil deine Bankdaten abrufen – die Heizung oder das Licht einschalten, bevor du nach Hause kommst – die Rollläden bewegen, während du im Urlaub bist – die Einbrecher werden dir für die konkreten Informationen dankbar sein – dich nach den Werten deiner Münzsammlung erkundigen – vernetzt sein mit deinem Kühlschrank und die Bestellungen aufgeben – damit jeder Geübte nachsehen kann, was du dir leisten kannst, welchen Lebensstil du pflegst usw. usw.? Hoffentlich hast du niemandem Unrecht getan – die Lieferung könnte fingiert sein – ein ganz anderer kann sie dir geschickt haben – man könnte die Pralinen in deiner Lieferung mit Arsen gespritzt haben – bis du`s merkst, bist du tot. Ein Hotelzimmer zu buchen kann für unliebsame Überraschungen bei deiner Ankunft sorgen – wer weiß, wer dort schon auf dich wartet und zu welchem Zweck.
    Wie dumm kann man sein, solche Möglichkeiten nicht zu bedenken? Wer diese Errungenschaften der Technik immer noch für begrüßenswert hält, dem ist nicht zu helfen. Von wegen Vereinfachung – das Leben wird dadurch immer komplizierter – du musst immer mehr deiner Zeit verschwenden, um dich vor Schaden zu schützen – bist total abhängig von dieser Technik. Auf der einen Seite machst du alles auf – auf der anderen Seite musst du ständig neue Schutzwälle hochziehen. Damit schließt du dich nur selber ein.
    Mal ehrlich – brauchen wir eigentlich noch Geheimdienste? – ich meine Nein! Der kalte Krieg ist vorbei und Betriebsspionage ist verboten. Unvorhergesehenes passiert kaum noch – manipulierte Ereignisse sind eh schon vorher bekannt. Frag mich schon länger, für wie viele Zwischenfälle und aufbrechende Konflikte genau diese Geheimdienste selbst gesorgt haben – Erstens zum Selbstzweck, um ihre Existenzberechtigung nicht zu verlieren – zweitens, um den jeweiligen Regierungen Feinde und Bedrohungsszenarien zu liefern, damit das Volk genug Angst hat, um sich weiter manipulieren zu lassen.
    Nur so ist es auch zu verstehen, dass bei genauer Beobachtung ganz schön halbherzig gegen wirklich gefährliche, brutale Extremistengruppen aller Schattierungen vorgegangen wird. Lieber werden immer mal wieder Einzelpersonen als Satan persönlich präsentiert – gewisse Kulturen im Ganzen böser Absichten und Neigungen verdächtigt – vorsätzlich verleumdet – wird uns allen unterstellt, Straftaten begehen zu wollen – warum sonst würden wir alle überwacht?
    Für die Verfolgung des organisierten Verbrechens gibt es Europol und Interpol – den Geheimdiensten bieten sich selbst die besten Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen durch das absolute Verschwiegenheitsgebot. Wer bestraft die? Und wer die Wahrheit sagt, die Geschädigten warnt, ist ein Verräter und wird hart bestraft. Ich dachte, das gibt`s nur bei der Mafia (böses Wort) – sollten da etwa gewisse Zusammenhänge bestehen? Oder hat man in den Geheimdienstkreisen einfach diese Kommando- und Unternehmensstruktur als äußerst vorteilhaft und wirksam erkannt?

    Gefällt 1 Person

  2. Sovely Matters schreibt:

    Zum Glück heißt meine Freundin nicht Alexa. Super auf den Punkt gebracht, Bernd!

    Gefällt 2 Personen

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