Unverhofft.

Inhaltshinweise: Dieser Text kann Bilder physischer oder psychischer Gewalt erzeugen, die für sensible Menschen belastend sein können (hier u.a. derbe Sprache, Sexualität, Fremdgehen, Seitensprung, Freizügigkeit)! Die entstehenden Bilder können Flashbacks auslösen und bisher blockierte Erinnerungen freisetzen. Der Autor übernimmt keine Haftung für entstehende psychische oder seelische Schäden. Lesen Sie den Text bitte nicht, wenn Sie entsprechend sensibel oder sensitiv sind.

‚Was für ein schöner Fick, was für eine tolle Frau!‘ dachte er, als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel; er hatte so etwas noch nie erlebt und sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

abc.etüden | Verzweiflungstat, hingeben, ambivalent, entlassen, Roman, variabel

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Es kam ihm romanhaft vor, ein Roman – oder doch eher ein Groschenroman? -, den das wirkliche Leben schrieb.

Sie fiel ihm das erste Mal nachmittags während der Kaffeepause im Foyer auf, als sie den Raum durchschritt, groß und aufrecht und fast schwebend; ‚Wow!‘, dachte er, ‚was für eine Ausstrahlung!‘.

Als er abends an der Theke in der Bar saß, seinen Gedanken nachhängend einen Whiskey genoss, stand sie plötzlich in der Tür, schaute sich um – er spürte und hörte sein Herz schlagen, seine Gedanken spielten Pingpong, waren ambivalent, er wusste nicht, ob er sich wünschen sollte, dass sie sich neben ihn setzte oder ob er besser unsichtbar werden wollte.

Ihr Blick fiel auf ihn, sie lächelte kurz und fast unmerklich, ging auf ihn zu, fragte, ob sie sich neben ihn setzen und ihm etwas Gesellschaft leisten dürfe; er wurde kreidebleich, sein Herzschlag setzte für einem Moment aus, und er bemühte sich, freundlich lächelnd ‚gerne‘ zu sagen.

Sie stellten einander vor, kamen ins Gespräch – er klebte an ihren Lippen, versank in ihren Augen und registrierte, dass sie es genoss – und es stellte sich heraus, dass sie beide einen großen gemeinsamen Themenvorrat hatten; sie erzählten sich ihre Geschichten und er war fasziniert von ihrem variablen Gesichtsausdruck, der den Inhalt ihrer Geschichten emotional spiegelte.

Im Nu vergingen vier Stunden und leicht angetrunken fuhren sie gemeinsam im Aufzug in den sechsten Stock; sie bemerkten amüsiert, dass sie Zimmer vis-à-vis hatten; wieder spürte und hörte er seinen Herzschlag, sie wünschte ihm lächelnd eine gute Nacht.

Er erinnerte sich, wie er sie dann, in einer Art Verzweiflungstat, an sich riss, sie umarmte, keinen Widerstand und ihre zarte Wange an seiner spürte – und sie plötzlich küssend dastanden.

Er wusste nicht mehr, wie sie in sein Bett gelangten, er wusste nur noch, dass sie sich bis zur Morgenröte einander hingaben.

Als er sie aus seinen Armen und seinem Bett entließ, streichelten seine Fingerspitzen noch einmal kurz ihren zarten Po.


Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.


Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/09/29/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-40-19-extraetueden/

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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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9 Antworten zu Unverhofft.

  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 41.42.19 | Wortspende von reisswolfblog | Irgendwas ist immer

  2. violaetcetera schreibt:

    Sofern alle Beteiligten damit einverstanden sind, ist so eine spontane Nacht zusammen eine tolle Sache.

    Gefällt 1 Person

  3. alicemakeachoice schreibt:

    Wow, was für eine Nacht :) Ich hoffe ja schon, dass das dem einen oder anderen schon einmal passiert ist.
    Sehr sexy
    Liebe Grüße
    Alice

    Gefällt 1 Person

  4. Katharina schreibt:

    Manchmal ist das Leben eben wie ein Roman, aber irgendwo kommen die Ideen für Romane ja auch her. ;)
    Grüße, Katharina

    Gefällt 2 Personen

  5. Christiane schreibt:

    Unverhofft. Ja, so kanns gehen. Der Wunschtraum vieler Männer und Frauen. 😀
    Liebe Grüße
    Christiane 👍

    Gefällt 2 Personen

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