„Du musst aufhören, sie als Menschen zu sehen.“

Inhaltshinweise: Dieser Text kann Bilder erzeugen, die für sensible Menschen belastend sein können (hier u.a. Verletzung der Menschenwürde, Verletzung des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Verletzung des Freiheitsrechts)! Die entstehenden Bilder können Flashbacks auslösen und bisher blockierte Erinnerungen freisetzen. Der Autor übernimmt keine Haftung für entstehende psychische oder seelische Schäden. Lesen Sie den Text bitte nicht, wenn Sie entsprechend sensibel oder sensitiv sind.


Er ist ein geschäftstüchtiger und skrupelloser Waffenhändler, er liefert seine Waffen an alle Kriegsparteien, vornehmlich nach Afrika.

Seine Helfershelfer erwarten die Bürgerkriegsflüchtlinge bereits in den Flüchtlingslagern.


Dort typisieren sie sie.

Wenn es Treffer gibt, kommen die Flüchtlinge auf eine Liste.
Obwohl die Flüchtlinge mittellos sind, sorgen Schlepper für einen reibungslosen Transport gen Norden. –

abc.etüden | Vogelflug, ängstlich, schwingen

abc.etüden | Vogelflug, ängstlich, schwingen

 

Die Tür des Transporters öffnet sich ein letztes Mal, Yara und ihre Mit-Flüchtlinge wähnen sich am Ziel ihrer Reise – Freiheit und Sicherheit. –

 

Mit ängstlich aufgerissenen Augen beobachtet sie den Mann im hellgrünen Kittel und Mundschutz, der ihr eine Spritze in den Arm gibt.
Das letzte was Yara wahrnimmt, sind die Rufe der Kraniche auf ihrem Vogelflug gen Süden.

 

Die entnommenen Organe werden sorgfältig verpackt, gekühlt und vorsichtig in die nahe gelegene Privatklinik gefahren; zwei Männer schwingen Yaras Leichnam achtlos in einen Rollcontainer. –

 

„Was für eine geile WIN-WIN-WIN-WIN-Situation!“, denkt der Waffenhändler.


Die Personen und die Handlung der Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.


Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/10/20/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-43-44-19-wortspende-von-cafe-weltenall/ & BEAT


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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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10 Antworten zu „Du musst aufhören, sie als Menschen zu sehen.“

  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 45.46.19 | Wortspende von „Meine literarische Visitenkarte“ | Irgendwas ist immer

  2. nandalya schreibt:

    In Fiktion verpackte Realität.

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  3. violaetcetera schreibt:

    Tja, ausschließen würde ich das leider auch nicht…
    Packend und eindringlich wie immer!

    Gefällt 1 Person

  4. Leinwandartistin schreibt:

    Puh, ja! Eindringlich, heftig, gruselig! Das schlimmste daran: schauderhafterweise liegt Deine Geschichte ja wirklich im Rahmen dessen, was Menschen anderen anzutun fähig sind.
    Herzliche Grüße
    Ines

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  5. Christiane schreibt:

    Mich gruselt. Schon bei der Überschrift. Blöderweise kann ich mir gut vorstellen, dass so was in ähnlicher Form durchaus passiert. Wer weiß das schon.
    Liebe Grüße
    Christiane 👍

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    • Die Idee für die Geschichte kam mir durch die Serie ‚Beat‘. Und oft war es in der Vergangenheit so, dass die Realität die Fiktion noch übertraf. In Beat sind zusätzlich staatliche Stellen involviert, die die Organentnahme tolerierten um an den Waffenhändler heranzukommen. Ich bleibe bei meiner These, dass die Organisierte Kriminalität unsere Gesellschaft durchwuchert. Dagobert Lindlaus Buch ‚Der Mob‘ hat es 1987 bereits beschrieben. Danke. Liebe Grüße, Bernd

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  6. Oh ….. das ist mehr als heftig! Aber wie immer sehr eindringlich und gut geschrieben.

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