„So lange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“

» […] Begegnen wir unseren Mitlebewesen also mit Respekt und Wertschätzung, anstatt sie auf ihren „Nutzen“ zu reduzieren oder sie auszubeuten, zu versklaven und zu töten Dann erst kann jedem Krieg Einhalt geboten und ein würdiges Dasein für jedes Lebewesen ermöglicht werden.
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Doch ein[..} [Krieg] kommt in der gesellschaftlichen Debatte kaum vor: der Krieg gegen die Natur. Weder wird er als solcher benannt, noch werden seine dramatischen Ausmaße erklärt. Dabei ist es dieser Krieg, der uns allen schließlich das Leben kosten könnte.
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Doch gibt es einen Krieg, den die Menschheit seit Jahrtausenden führt, und der zu einem großen Teil schweigend hingenommen wird.
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Es ist der Krieg gegen die Natur, der nicht als solcher benannt wird.
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ein[..] große[r] Krieg[..] […], den die Menschheit gegen die sie umgebende Welt führt
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Eine Millionen Arten sind schon jetzt vom Aussterben bedroht, bis zu 58.000 sterben jährlich aus . Würde es sich bei den Opfern um Menschen handeln, spräche man von einem Genozid.
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Dadurch, dass der Mensch sich nicht länger als ein Teil der Natur gesehen hat, fiel es ihm leicht, die Natur zu zerstören. Der Mensch rottete ganze Arten aus, zerstörte Wiesen und Wälder, vergiftete das Meer. Die moralische Rechtfertigung schuf er sich mittels seiner Religionen, die ihm die Absolution erteilten. Doch mit dem Aufkommen des Kapitalismus und der Industrialisierung nahm das Ausmaß des Krieges eine ganz neue Dimension an. Religion wurde ersetzt durch Glauben an das ewige Wachstum. Gier war von nun an das Gebot der Stunde.
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Industrielle Landwirtschaft erzeugte Agrarwüsten, in denen nur dank Kunstdüngern überhaupt etwas wachsen kann, die Industrie verschlingt immer mehr Rohstoffe, die aus immer entfernteren Regionen der Welt herangeschafft werden müssen — ein Prozess, bei dem zerstörerische Eingriffe in die Natur unabdingbar sind. Die Abwässer, Abfälle und Abgase, die auf die ein oder andere Weise in die Natur gelangen, setzen das Zerstörungswerk fort: Wale verenden an Plastikmüll in ihren Mägen, in übersäuerten Ozeanen sterben die Korallenriffe ab. Das Klima verändert sich: Wüsten breiten sich aus, ohnehin gefährdete Arten geraten dadurch weiter unter Druck, Wetterextreme nehmen zu, Lebensraum für Tier und Mensch geht verloren.
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Sich selbst in eine vollkommen kalte Produktions- und Dienstleistungsmaschinerie zwängend, die nur auf Steigerung der Profite ausgerichtet ist, bekämpft er [der Mensch] seine eigenen natürlichen Bedürfnisse, zum Beispiel jenes nach ausreichend Schlaf, jenes, nach Abwechslung und jenes nach Ruhe oder sozialen Bindungen.
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Seine eigene Natur passt nicht in das Dogma der Produktivitätssteigerung Jede natürliche Regung wird als Schwäche aufgefasst.
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Derjenige, der sich am wenigsten Ruhe gönnt, erfährt Anerkennung. Jeder, der möglichst wenig Zeit mit Schlafen „verschwendet“, wird bewundert.
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So beschneidet der Mensch immer stärker all das, was seiner Natur entspricht, und passt sich einer Welt an, die von Maschinen beherrscht wird.
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Seitdem der Mensch sesshaft geworden und in die landwirtschaftliche Falle getappt ist, befindet er sich auf einem steilen Weg bergab.
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Der Wahn des Geldes und der Arbeitsplätze rechtfertigt den fortlaufenden Krieg gegen die Natur.
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Lebensmittel werden weggeworfen und im großen Stil vernichtet, um den Preis stabil zu halten. Wohnungen werden zu immer horrenderen Preisen verkauft und vermietet, sodass sich immer weniger Menschen dies leisten können. Die Löhne werden künstlich gedrückt, sodass für viele Menschen am Ende des Monats kaum genug zum Überleben übrig bleibt. Das Geld […] wird künstlich verknappt.
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Flächenbombardements verwüsten ganze Landstriche, Uranmunition vergiftet die Umwelt
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Zudem ist das amerikanische Militär der größte Emittent von Treibhausgasen
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Der Krieg, den der Mensch gegen die Natur führt, richtet sich irgendwann gegen ihn . Schon heute ist der Klimawandel Realität, gefährdet die Ernten überall auf der Welt. Verstärkt wird dies noch durch das Insektensterben. Fehlen die Bienen, dann bestäubt niemand mehr die vielen Obst- und Gemüsepflanzen. Auch die Gifte, die der Mensch in die Umwelt entsorgt, landen über den Umweg der Atemluft, des Trinkwassers und der Nahrung wieder im menschlichen Körper. Gesundheit und Leben werden also durch diesen Krieg des Menschen gegen die Natur gefährdet. Denn in letzter Instanz führt der Mensch einen Krieg gegen sich selbst.
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Der Krieg gegen die Natur führt auch zu Kriegen unter den Menschen selbst. Wenn die Wüsten sich ausbreiten, Dürren die Äcker und das Vieh dahinraffen, dann werden Konflikte um Grund und Boden an Intensität zunehmen. Auch Verknappung von Trinkwasser führt zu Gewalt und Krieg. Wir können also den Krieg der Menschen untereinander nur dann beenden, wenn wir den Krieg des Menschen gegen die Natur beenden.
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Wir müssen uns nicht nur als Menschheitsfamilie untereinander, sondern auch als Lebensgemeinschaft mit der Natur versöhnen, und einen neuen Bezug zu den mit uns lebenden Wesen finden. […] «

Felix Feistel | Hinter Den Schlagzeilen | 30.07.2019 | Der vergessene Krieg | https://hinter-den-schlagzeilen.de/der-vergessene-krieg

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