„Mir missfällt jedwede unreflektierte Fortpflanzung.“

» […] Die Autorin Verena Brunschweiger, die keine Kinder hat, argumentiert in ihrem Buch gegen „unreflektierte Fortpflanzung“. Was hat es damit auf sich?
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Kinderfrei betont die bewusste Entscheidung, die man in diesem Fall getroffen hat.
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Kinderlose Leute sind Menschen, die gern Eltern wären, aber aus unterschiedlichen Gründen keine sind.
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Zudem wird „kinderlos“ oft von herablassenden Eltern benutzt, um kinderfreie Leute zu diskriminieren.
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Die Konnotation des Wortes kinderlos ist insgesamt schon sehr negativ, als sei es ein Mangel, keine Kinder zu wollen oder zu haben.
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Kinderfreiheit bedeutet, man möchte selbst keine Kinder in die Welt setzen
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Was bringt „Kinderfreiheit“ denn an positiven Aspekten mit sich?
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Mir persönlich am wichtigsten ist die Tatsache, dass ich dadurch den mit Abstand größten und bedeutsamsten individuell möglichen Beitrag zum Umweltschutz geleistet habe und dass ich meinem feministischen Credo, keine patriarchalen Imperative zu erfüllen, treu geblieben bin.
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Welche Nachteile sind mit einem kinderfreien Dasein verbunden?
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Kein einziger!
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Mir missfällt jedwede unreflektierte Fortpflanzung.
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Meine Argumente sind […] geschlechtsneutral. […] «

Verena Brunschweiger, Katrin Brenner | PSYCHOLOGIE HEUTE | 10.07.2019 | „Kinderfrei“ leben | https://www.psychologie-heute.de/familie/39991-kinderfrei-leben.html

Verena Brunschweigers Buch Kinderfrei statt kinderlos. Ein Manifest ist im Büchner-Verlag erschienen (150 S., 16,–)

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6 Antworten zu „Mir missfällt jedwede unreflektierte Fortpflanzung.“

  1. rotewelt schreibt:

    Ich stimme zu, dass Kinderkriegen eine reflektierte Entscheidung sein sollte, die es aber oft eben nicht ist. Diesem Ausspruch „iMir persönlich am wichtigsten ist die Tatsache, dass ich dadurch den mit Abstand größten und bedeutsamsten individuell möglichen Beitrag zum Umweltschutz geleistet habe und dass ich meinem feministischen Credo, keine patriarchalen Imperative zu erfüllen, treu geblieben bin“ kann ich allerdings überhaupt nicht zustimmen. Wie krank ist das denn? Sorry, ist meine Meinung. Auch wegen solchen Schwarzweißdenkens ist die Welt so, wie sie ist.

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  2. versspielerin schreibt:

    ein schwieriges thema. aber ich kann die autorin durchaus verstehen, dass sie versucht, kinderlosigkeit zu verteidigen. das sollte ja auch legitim sein! kinderfreiheit ist aber aus meiner sicht ein seltsamer begriff in diesem zusammenhang. vielleicht besser: ohne eigene kinder? oder auch frei von eigenen kindern? und ja, im grunde diskriminiert sie dadurch ungewollt kinderlose erst recht. ;) ich finde, jeder sollte für sich selbst entscheiden, wenn er denn kann, und niemand, weder eltern noch „kinderfreie“ sollte dafür schräg angeguckt oder diskriminiert werden, welches lebensmodell, aus welchen gründen auch immer, sie leben.

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    • Die Autorin verteidigt Kinderfreiheit, also die bewusste Entscheidung, auf Kinder zu verzichten, obwohl man Kinder bekommen könnte. [Aus dem Interview geht leider nicht hervor, warum ggf. eine Adoption oder Pflegschaft auch nicht infrage kommt] Und die Autorin verteidigt Kinderlosigkeit (man möchte Kinder, bekommt aber (biologisch) keine) gegen Anfeindungen und schlechtes Gewissen. Ich gebe dir Recht, dass eine solche persönliche Lebensentscheidung, sich von Kommentaren von außerhalb entziehen sollte (es sei denn, der Kinderfreie würbe für seine Entscheidung).

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  3. jetztistdiebestezeit schreibt:

    *Kopfschüttel* – das Argument mit dem Umweltschutz ist doch mehr als fragwürdig. Und mit der Abgrenzung kinderfrei zu kinderlos diskriminiert die Autorin doch selbst kinderlose Menschen. Dem Ganzen ein philosopisches Mäntelchen umzuhängen bzw. einen ethischen Hintergrund anzuführen, macht diese „reflektierte“ Sichtweise auch nicht zu etwas Besserem (?)!

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    • Das Buch der Autorin kenne ich nicht. Im Interview sagt sie, dass ihr jedwede unreflektierte Fortpflanzung missfällt. Dem stimme ich zu. Die, die reflektieren können, haben sich mehrheitlich (?) längst für eine Kinderfreiheit entschieden. Die Unreflektierten bekommen mehrheitlich Kinder. Kinderkriegen sollte eine bewusste Entscheidung sein (neben der des Herzens und des Triebes). Ich kenne Menschen, die den Zustand dieser Welt so beurteilen, dass sie kein Kind in diese Welt mehr setzen möchten. Das Argument mit dem Umweltschutz ist dabei sicherlich eines, dass die eigene, bewusste Entscheidung absichert. M.E. nimmt die Autorin die Kinderlosen (die, die keine Kinder bekommen können) in Schutz vor Diskriminierung. Wenn Kinderlose nicht kinderfrei sein möchten, steht ihnen, nach einer Vorbereitungszeit, der Weg für Adoptionen frei.

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