„Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit so auf Kooperation angewiesen[…], die sich […] erst in Jahrzehnten auszahlen wird.“

» […] Seit der Industrialisierung nimmt der CO2-Anteil in der Atmosphäre nachweislich zu. Und diese Zunahme ist menschengemacht – durch unsere Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Sowie die Rodung der Wälder.
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da zeigt sich – Stand heute – , dass eine veränderliche Sonnenstrahlung höchstens 5-20 Prozent zum Klimawandel der letzten 50 Jahre beigetragen haben könnte. Für den Rest ist unsere fossile Verbrennung verantwortlich. Und wird es auch weiterhin sein.
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Die Ölmultis taten alles, um den Klimawandel als Klimalüge und Hirngespinst einiger profilierungssüchtiger Wissenschaftler erscheinen zu lassen. Sie inszenierten Kampagnen, streuten Unsicherheit und Zweifel. Und dabei wussten sie Bescheid: Firmeneigene Experten hatten längst den Zusammenhang von CO2 und Temperaturanstieg publiziert.
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Vor allem muss die Notwendigkeit und Dringlichkeit in die Köpfe der Bevölkerung. Insbesondere in die Köpfe der Politiker. Sie müssen das Ausmaß der Bedrohung begreifen.
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Im Vordergrund müsste der Ausbau nachhaltiger Energien stehen.
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Und der Umbau der Wirtschaft, auch der Landwirtschaft – weg von fossilen Brennstoffen.
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Baumpflanzungen in großem Stil könnten helfen.
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Und womöglich auch Erfindungen, CO2 großtechnisch wieder aus der Luft zu holen.
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Dazu gehört aber auch eine Neuausrichtung unseres Lebensstils, z.B. was die Mobilität oder Ernährung angeht.
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Ich persönlich bin überzeugt, dass das alles nicht auf freiwilliger Basis – kraft Einsicht – zu erreichen ist. Es braucht neben Anreizen auch Regeln und Vorschriften. So wie es die Erfolgsbeispiele des Asbestverbots oder des Katalysators belegen. Die Schwefelabscheidung, das bleifreie Benzin, der Ersatz von Ozon-zerstörenden Kühlmitteln – nichts davon wäre ohne Verbote möglich geworden.
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Es müsste soweit kommen, dass eine Art CO2-Gewissen zur Selbstverständlichkeit wird. So wie wir in Restaurants nicht mehr rauchen – auch das war vor einigen Jahrzehnten unvorstellbar.
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Konkurrenzdenken und Egoismus könnten alle Einigungsversuche ausbremsen. Und das wider besseres Wissen – das ist es ja, was mich so fassungslos macht.
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Der schiere Zuwachs an Menschen könnte alle Klimaanstrengungen wieder zunichte machen.
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Neben der Klimapolitik wäre also Bevölkerungspolitik gefragt. Und damit stößt man – obwohl kein einziger Mensch zu Schaden kommen müsste – auf noch stärkere Ablehnung und Entrüstung.
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So zynisch es klingen mag – vielleicht könnte eine Häufung von Hitzekatastrophen, von Überschwemmungen, Missernten und flüchtenden Migranten mehr bewirken, als an die gemeinsame Verantwortung für das Klima zu appellieren. Schiere Angst und Not machen mitunter möglich, wofür Verstand und Einsicht nicht ausreichen.
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Reicht unsere Kooperationsfähigkeit aus, um das globale Klimaschutzprojekt zu stemmen? Oder sind wir als Spezies einfach überfordert?
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Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit so auf Kooperation angewiesen – auf eine weltweite Zusammenarbeit, die sich – was die Sache besonders schwierig macht – erst in Jahrzehnten auszahlen wird. […] «

Volker Arzt, Albrecht Müller | NachDenkSeiten | 16.12.2019 | Interview mit dem Physiker und Filmemacher Volker Arzt, der vor 41 (!) Jahren zusammen mit Hoimar von Ditfurth den Klimawandel beschrieb. | https://www.nachdenkseiten.de/?p=57135

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5 Antworten zu „Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit so auf Kooperation angewiesen[…], die sich […] erst in Jahrzehnten auszahlen wird.“

  1. kopfundgestalt schreibt:

    Danke dafür!

    Es kann einem schlecht werden…41 Jahre her!

    Gefällt 1 Person

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