» Noch immer glauben auch gerade viele Gutgesinnte, das Weltgeschick ließe sich durch moralische Verurteilungen und Appelle zum Besseren wenden.

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Nicht aus Stärke und Bosheit erkläre sich das Drama der menschlichen Spezies [so Eugen Drewermann], sondern aus Zerbrechlichkeit und Angst. Das „Säugetier Homo sapiens“ ist ausgestattet mit einer in unserer Welt so nie gekannten Selbstbewussheit und hat den Sprung in eine unerhörte Freiheit geschafft. Es kann sich schier grenzenlose geistige Welten und Handlungsmöglichkeiten erschließen. Die Kehrseite dieses Erwachens besteht jedoch darin, dass sich der Mensch seiner großen Verwundbarkeit so intensiv bewusst wird, dass er sogar Bedrohungen, die noch gar nicht da sind, im Voraus zu bedenken lernt. Der Mensch weiß nicht nur intuitiv, dass er eines Tages sterben muss. Bei diesem Wesen, das in reflektierter Weise „Ich“ sagt, steigert sich zugleich das Bedürfnis nach Geltung (Liebe) ins Uferlose.

Hinter der Anmaßung und Überhebung (Hybris) unserer Gattung steckt ein Minderwertigkeitskomplex sondergleichen, der durch die Endlichkeit unseres Daseins die ultimative Bestätigung erfährt. Wenn ich letzlich nur ein NICHTS bin, muss ich pausenlos danach trachten, ALLES zu werden, der Mittelpunkt der Welt. Nicht ein freier Entscheid wider das „Gute“, sondern die ANGST VOR DER NICHTIGKEIT macht den Menschen „böse“. «

Peter Bürger, Menschwerdung als zivilisatorischer Ernstfall, Hintergrund – Das Nachrichtenmagazin 2/2019, S. 54 ff


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»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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