„Es ist schlimmer, viel schlimmer, als Sie denken.“

» […] Innerhalb der Spanne eines Menschenlebens haben wir den Planeten an den Rand der Klimakatastrophe gebracht.
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Wenn es in zehn Jahren immer noch so wenig Bewegung in der Politik gibt wie jetzt, halte ich eine Erwärmung von drei oder sogar vier Grad für wahrscheinlich.
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Der größte Hebel für Veränderungen liegt in Gesetzen.
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es muss ein globales, bindendes Regelwerk geben.
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Einen sofortigen Kurswechsel in Bezug auf fossile Brennstoffe, einen sofortigen Stopp der Subventionen und der Ausstieg aus der Kohleindustrie.
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Teil der Lösung ist auch, dass der globale Norden seine Innovationen dem globalen Süden ohne Kosten zur Verfügung stellt.
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Ich denke, dass eine Kohlendioxidsteuer Teil der Lösung ist, aber nicht die alleinige.
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ein Preis in der Höhe von 200 Dollar pro Tonne [wäre] ein Anfang.
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Ich habe vor einer Weile eine Studie gelesen, laut der der Preis pro Tonne schnell und drastisch steigen müsste, bis hin zu mehreren tausend Dollar, damit es wirklich einen Effekt gibt.
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Wir brauchen bessere Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien, es gibt das große Forschungsgebiet Wasserstoff als Treibstoff. In der Landwirtschaft braucht es dringend neue Ansätze, um den Ausstoß von Methan zu reduzieren.
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In jedem Wandel liegt auch eine Chance. Die Klimakrise sollte auch so verstanden werden. Es gibt Chancen für Verbraucher und Wirtschaft, was meiner Ansicht nach ein wesentliches Element dafür ist, dass Veränderungen angestrebt werden.
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Wir müssen davon ausgehen, dass die Klimakrise in den kommenden Jahrzehnten die Ursache für Kriege sein wird und für Sanktionen, die gegen Staaten erlassen werden, die sich nicht an Klimaziele halten.
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wir werden in einem oder spätestens zwei Jahrzehnten eine Institution haben, die es anderen Staaten ermöglicht, ein solches Vorgehen, ebenso wie überhaupt die Rodung des Regenwalds, zu stoppen. Es ist eine globale Krise, in der es nicht um Staaten und Einzelinteressen geht.
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Uns alle trifft die Klimakrise, die einen früher als die anderen – aber letztlich uns alle. Ich kann es nicht oft genug sagen: Effektiv handeln müssen wir jetzt!
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So sehr jeder Einzelne von uns sein Leben neu ausrichten mag, ein signifikanter Wandel, um eine Erwärmung von mehr als zwei Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu verhindern, hängt vor allem von den Maßnahmen Chinas und der Vereinigten Staaten ab. Sie müssen eine Vorreiterrolle einnehmen.
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Die positive Stimmung, die in den letzten Monaten aufgekeimt ist, die Bereitschaft von Menschen, etwas ändern zu wollen, kann auch ins Gegenteil kippen, wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird.
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Wenn jetzt, ähnlich wie nach dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2016, wieder viel geredet wird, ohne dass es bindende Maßnahmen gibt, wenn die Emissionen weiter steigen, werden wir in den nächsten Jahrzehnten in immer schnellerer Abfolge immer größere Naturkatastrophen erleben. Man muss sich auch gar kein Worst-Case-Szenario ausmalen, die Fakten sprechen für sich: kaskadenartige Extremwettererscheinungen, Hitzewellen, die Städte im Nahen Osten und in Südostasien im Sommer im Grunde unbewohnbar machen. Man wird nicht mehr auf die Straße gehen können, ohne Gefahr zu laufen, an einem Hitzschlag zu sterben. Wenn wir an dem Punkt angekommen sind, werden die meisten Menschen wohl vor allem daran denken, sich selbst zu schützen, ihre Familien und ihr Land, ihre Ressourcen. Es wird sehr viel schwieriger sein, dann noch einen globalen Wandel herbeizuführen.
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es gab zum einen Kritiker, die anzweifelten, ob meine Recherchen glaubwürdig seien. Dem konnte ich begegnen, indem wir eine Version des Textes veröffentlichten mit Verweisen auf alle Quellen und Studien, auf die ich mich bezog und die seriös sind.
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In den Vereinigten Staaten ist es inzwischen so, dass 73 Prozent der Bevölkerung sagen: Ja, sie glauben, dass es den Klimawandel gibt. […] «

David Wallace-Wells, Anne Ameri-Siemens | Frankfurter Allgemeine | 11.09.2019 | Meine drei größten Klimawandel-Irrtümer | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/klimawandel-us-journalist-ueber-akute-folgen-fuer-mensch-und-planet-16373407.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

David Wallace-Wells
: „Die unbewohnbare Erde“. Leben nach der Erderwärmung. Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Schmalen. Verlag Ludwig, München 2019. 336 S., br., 18,- €

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