„Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ [1]

» Die Tierethikerin Angela Martin sagt, in westlichen Gesellschaften sei Fleischessen nicht begründbar. Zoos und Zirkusse brauche es nicht. Dafür aber ein Parlament, das die Interessen der Tiere vertrete. […]
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Aus moralischer Sicht ist es nicht begründbar, warum Sie zwischen Haus- und Nutztieren einen Unterschied machen. Sie gehen davon aus, dass Ihre Katze Interessen hat, dass sie Leid und Freude empfinden kann. Sie wollen nicht, dass ihr etwas Schlechtes passiert, und wollen ihre körperliche Unversehrtheit schützen. Es ist unklar, warum Sie sich gegenüber anderen Tieren, die ebenfalls empfindungsfähig sind, anders verhalten und sie ausbeuten.
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Noch nie in der Menschheitsgeschichte sind solche Massen von Fleisch gegessen worden wie heute. Das wirft ganz neue Probleme auf.
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seit 23 Jahren esse ich kein Fleisch mehr
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In westlichen Gesellschaften, in denen es Alternativen gibt und wo keine gesundheitlichen Gründe vorliegen, ist Fleischessen nicht begründbar.
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Steht das Leid, das meine Bratwurst oder mein Steak verursacht, im richtigen Verhältnis zum Genuss, den ich daraus ziehe?
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Das Problem bei der Massentierhaltung sind die enormen Zahlen. […] Sie können industrielle Tierhaltung ethisch nicht rechtfertigen.
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Es ist für mich kein legitimes Argument, den eigenen Fleischkonsum damit zu begründen, dass auch für vegetarisches oder veganes Essen Tiere umkommen können.
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Ich muss mir wieder die Frage stellen, ob der Spass, den ich habe, im richtigen Verhältnis zum Stress für die Tiere steht.

Würden Sie so weit gehen und sagen, man müsse Zirkusse verbieten?

Wenn Tiere dort nicht artgerecht gehalten werden können: Ja.
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Ich denke, es braucht sie [Zoos] heute nicht zwingend. Wir können alle Informationen über Wildtiere über andere Wege beschaffen. Das Problem ist wieder die artgerechte Haltung. Elefanten legen in Freiheit täglich riesige Strecken zurück.
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Zoos sagen, ohne sie gäbe es gewisse Tierarten gar nicht mehr.

Das begründet nicht unbedingt die Notwendigkeit der Zoos. Es bedeutet vielmehr, dass wir mehr Naturreservate schaffen sollten, wo sich diese Tierarten fortpflanzen können.
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In Argentinien hat ein Gericht die Zoohaltung eines Orang-Utans als Freiheitsentzug taxiert. Ist das richtig?

Grundsätzlich finde ich das Urteil positiv. Es handelt sich um das Recht auf freies Leben. Das lässt sich begründen. Ein Orang-Utan hat Interesse an einem grossen Territorium und daran, zu bestimmen, mit wem er zusammenleben will oder auch nicht.
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Wenn […] Bilder aus Ställen gezeigt werden, die mittels sogenannter «undercover photography» an die Öffentlichkeit gelangen und die auf Missstände aufmerksam machen, halte ich das für legitim.
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Ist ein Tierleben für Sie gleich viel wert wie ein Menschenleben?

Beide Leben sind gleich schützenswert. Nur in Konfliktsituationen lässt sich begründen, warum man das Leben eines Menschen höher gewichtet. […] «

Flurin Clalüna, Angela Martin | Neue Zürcher Zeitung | 03.01.2020 | «Steht das Leid, das meine Bratwurst verursacht, im richtigen Verhältnis zum Genuss, den ich daraus ziehe?» | https://www.nzz.ch/wochenende/gesellschaft/tierrechte-und-fleischkonsum-leid-der-tiere-ueberwiegt-genuss-ld.1525744

[1]: Francis Picabia

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