Fleischeslust verursache weltweit 285 Milliarden Dollar zusätzliche Krankenkosten.

» […] Das Problem: Wir essen viel zuviel Fleisch, zum Nachteil unserer eigenen Gesundheit und des Planeten.
Die Lösung: Behandelt Fleisch wie Zigaretten!
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WeWork wird vegetarisch. Die Firma bietet bei Veranstaltungen kein Fleisch mehr an, keine Burger, keine Hühnerbrust, keinen Schinken. Mitarbeiter können auch kein Coq au Vin mehr in ihren Spesenabrechnungen geltend machen. Wer Essenskosten erstattet haben will, muss auf fleischlos essen.
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»Neue Studien zeigen: Auf Fleisch zu verzichten ist eines der wichtigsten Dinge, die jeder Einzelne tun kann, um den persönlichen Umweltschaden zu reduzieren.«
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Darf die Firma das? Ja, darf sie. Es gibt kein Recht auf Burger zum Mittagessen. Die Mitarbeiter dürfen allerdings nach wie vor ihr Wurstbrot zur Arbeit mitbringen, es handelt sich ja nicht um eine Diktatur.
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Mit dem Fleischkonsum kann es so nicht weitergehen. Das Ausmaß schadet allen – am meisten den Tieren, aber auch den Menschen. Doch obwohl dieser Umstand bekannt und von vielen Studien belegt ist, darf man bezweifeln, dass der Fleischverbrauch im nötigen Umfang zurückgeht, wenn allein auf Freiwilligkeit gesetzt wird.
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Der Konzern General Electric zum Beispiel bezahlt seinen Mitarbeitern Prämien, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Der Düngerhersteller Scotts Mirace-Gro stellt grundsätzlich erst gar keine Raucher ein, um die Krankenkosten niedrig zu halten. So ähnlich könnte es auch funktionieren, wenn es um die Wurst geht.
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Eine neue aufwändige Studie der University of London, die erst vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass die ausufernde Fleischeslust weltweit 285 Milliarden Dollar zusätzliche Krankenkosten verursacht.
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Daraus folgern die Autoren, dass man Menschen den Fleischkonsum ähnlich wie das Rauchen erschweren muss – zu ihrem eigenen Vorteil und zu dem des Planeten.
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Sie schlagen eine Fleisch-Steuer vor, im Durchschnitt 25 Prozent, je nach Wirtschaftsregion gestaffelt.
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Mit einer solchen Steuer, so rechnet die Studie vor, könnten jedes Jahr 220.000 vorzeitige Todesfälle vermieden und mehr als 40 Milliarden Dollar Behandlungskosten eingespart werden.
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Rotes und verarbeitetes Fleisch wird nicht nur für ein erhöhtes Krebsrisiko, sondern auch für Herzkrankheiten, Diabetes und Schlaganfälle verantwortlich gemacht. Ausserdem würde die Steuer klimaschädliche Gase um gut 100 Millionen metrische Tonnen verringern.
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»Das wirft die Frage auf: Vielleicht sollten wir rotes und verarbeitetes Fleisch genau so behandeln wie andere karzinogene Stoffe wie Tabak oder Asbest, oder einige andere Nahrungsmittel, die nachweislich ungesund sind, wie Zuckergetränke«
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Fleisch muss teurer werden, viel teurer. So teuer, dass Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden, weil es 4 Cent mehr kostet. So teuer, dass sich 26 Hühner nicht mehr auf einem Quadratmeter gegenseitig die Federn ausreissen. So teuer, dass Kühe wissen, wie grüne Wiesen duften.

Wem das zu teuer ist, der kann dann ja nach draußen gehen und eine rauchen. Das dämpft den Hunger und ist in etwa genauso schädlich. […] «

Michaela Haas | Süddeutsche Zeitung | 12.11.2018 | Darf eine Firma ihre Mitarbeiter zum Fleischverzicht zwingen? | https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/darf-eine-firma-ihre-mitarbeiter-zum-fleischverzicht-zwingen-86349

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2 Antworten zu Fleischeslust verursache weltweit 285 Milliarden Dollar zusätzliche Krankenkosten.

  1. Sybille Lengauer schreibt:

    Okay, beim Begriff „Fleischeslust“ ging ich tatsächlich erst von einem anderen Thema aus. Dachte schon, die Syphilis ist wieder unterwegs…

    Gefällt 2 Personen

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