Entschleunigung tut not.

Lustig machten sie sich über die Corona-Virus-Besorgten, sowohl über die privat als auch über die beruflich Besorgten.
Merkten nicht, dass diese sich keine Sorgen um ihre Gesundheit machten, sondern um die schnelle Ausbreitung des Virus‘.

Der Staat tat alles Nötige – die Verhältnismäßigkeit der Mittel meistens wahrend -, tat also alles Nötige, um den Virus sich nur allmählich ausbreiten zu lassen.

abc.etüden | Sonnenuntergang, warm, fliegen

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Doch es nutzte nichts, die Meisten erkannten den Grund für Quarantänen, Veranstaltungsabsagen, Kindergärten- und Schulschließlungen nicht.

So kam es, wie in der Provinz Hubei zuvor, zu einer schnellen und massenhaften Ketten-Infektion.
Binnen wenigen Wochen waren Millionen krank, behandlungsbedürftig, doch auch die Ärzteschaft und das ihnen helfende Personal in Praxen und Krankenhäusern war mit über 50% krank, arbeitsunfähig oder am Rande der Erschöpfung.

Für sehr viele Behandlungsbedürftige stand keine adäquate Hilfe mehr zur Verfügung.
Man bat die Erkrankten, bis das Gesundheitssystem wieder geneste, zuhause auszuharren und zu hoffen, dass die Schwere des Krankheitsverlaufs nicht letal werden würde.

Helga bat ihre Tochter Anja, das einzige ihrer drei Kinder, das sich nicht weigerte, sie in ihrer Wohnung zu versorgen, das sich fürsorglich um sie kümmmerte, sie bat also Anja, ihr aus dem Bett in den gemütlichen Ohrensessel zu helfen, der am Fenster stehend, ihr noch einmal den Blick auf den abendlichen, gold scheinenden Sonnuntergang erlaubte.
Warm fühlten sich die letzten Strahlen in ihrem Gesicht an, wärmten ihr auch die Seele, und von den Händen ihrer Tochter liebevoll gestreichelt flog sie mit einem entspannten Gesichtsausdruck von dannen.

Die Personen und die Handlung der Geschichte sind leider nicht frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen sind beabsichtigt. Die ersten neun Sätze sind Wikipedia entnommen (leicht gekürzt), der letzte Satz ist Fantasie.

Inspiration: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2020/03/01/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-10-11-20-wortspende-von-corlys-lesewelt/

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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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10 Antworten zu Entschleunigung tut not.

  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.20 | Wortspende von Elke H. Speidel | Irgendwas ist immer

  2. Es geht ungeachtet der eigenen Einschätzung sowohl um Eigenverantwortung als auch Verantwortung für andere. Ich persönlich bin für mich eher unbesorgt, habe aber dennoch für eine verordnete Quarantäne vorgesorgt. Vor allem auch für meine alte Mutter, die pflegebedürftig ist und noch im eigenen Haus wohnt.
    Auf den Baustellen meines Mannes kann es jederzeit zum Auftreten einer Infektion kommen.
    Außerdem möchte ich weder Alte, Kranke noch Menschen mit Auto-Immun-Erkrankungen in Gefahr bringen. So habe ich auch nach einem Tirol-Aufenthalt jeden Vertretungsunterricht für zwei Wochen abgesagt.
    Witze darüber zu machen ist m. E. nicht gleichzusetzen mit Verharmlosung und Verantwortungslosigkeit.

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    • Ich bin ebenso vorbereitet und achte darauf, andere möglichst nicht anzustecken (weil ich ja Überträger sein kann, ohne es zu wissen). Ich habe also meine Außenkontakte auf das Maß des Notwendigen reduziert und werde mich Stand heute auch weigern, mehrtägige/mehrwöchige Dienstreisen mit Bahn und Hotelunterbringung anzutreten.
      Mit denen, die sich lustig machen, meine ich diejenigen, die ihren Kopf über die Vorsorgemaßnahmen schütteln und kein Verständnis aufbringen, andere vor einer Infektion zu schützen, damit sich die Infektionen nur langsam ausbreiten.

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  3. Anna-Lena schreibt:

    Ein realistisches Szenario. Die Verharmloser werden sicher noch die Tragweite zu spüren bekommen. Maßnahmen wie Verzicht, Einschränkung und die Füße still halten sind nun einfach „in“. Das werden wir zumindest alle überleben …

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    Gefällt 2 Personen

    • Für die Meisten wird der Krankheitsverlauf erträglich sein. Und aus diesem Blickwinkel könnte ich sagen, „Virus, wo bist du?“. Je schneller ich ihn bekomme, desto schneller ist es vorbei. Und ich könnte somit auf alle Vorsichtsmaßnahmen verzichten. Doch es geht allein darum, dieses Virus sich nur langsam ausbreiten zu lassen, damit immer genügend Kapazitäten für diejenigen vorhanden sind, deren körperliche Konstitution nicht so gut ist und (ständiger) ärztlicher Behandlung bedürfen.

      Liebe Grüße, Bernd

      Gefällt 3 Personen

      • Anna-Lena schreibt:

        Ich habe eine 85-jährige Mutter und bin aktiv in zwei Seniorenkreisen, da ist Vorsicht schon automatisch angesagt. Um mich selbst mache ich mir keine Sorgen, ich bin einfach vorsichtig und hoffe, dass der Kelch bald an uns vorübergeht ;-) .

        Liebe Grüße auch dir,
        Anna-Lena

        Gefällt 2 Personen

  4. Christiane schreibt:

    Richtig. Entschleunigung tut not. Und auf die ganzen Selbstdarsteller im TV könnte ich auch gut verzichten. Und die Menschen, die unser Gesundheitssystem unter diesen Umständen am Laufen halten, sind für mich Helden des Alltags.
    Liebe Grüße
    Christiane 🤔☕🍩👍

    Gefällt 3 Personen

    • Den Selbstdarstellern im TV könntest du aus dem Weg gehen. Vergangene Woche habe ich zum ersten Mal Ramelow und Höcke im Fernsehen, bewegt, gesehen. Sonst kannte ich nur Bilder.

      Ich habe die Hoffnung, dass es nach dieser Epidemie wieder mehr Beschäftigte im Gesundheitssystem geben wird. An der unteren Personalgrenze zu arbeiten, kann sich für alle Beteiligten rächen.

      Liebe Grüße, Bernd

      Gefällt 1 Person

      • Christiane schreibt:

        Ich entgehe denen schon, aber ich schaue halt manchmal doch Nachrichten, speziell jetzt.
        Ich finde die Hysterie schlimm, die damit geschürt wird. Sich selbst verantwortungsvoll zu verhalten und das Mögliche dazuzutun, keinen Schaden anzurichten und die zu schützen, die es brauchen, sollte eigentlich selbstverständlich sein.
        Oh, und Humor hilft auch in so einer Lage 😉
        Liebe Grüße zurück
        Christiane

        Gefällt 1 Person

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