„Wenn wir auf die Zahlen in Deutschland schauen, dann entwickelt sich die Kurve im Prinzip genauso, wie sie sich in Italien entwickelt und wie es auch Experten prognostiziert haben.“

» […] Wenn wir jetzt mal diese Zahl von 60 bis 70 Prozent der deutschen Bevölkerung durchrechnen, die infiziert werden, je nachdem über welchen Zeitkorridor wir reden, ist es aber egal in der Absolutzahl, und wir gehen mal von einer Sterblichkeit von etwas unter einem Prozent aus. Und sagen wir mal, 50 Millionen Mitbürger würden infiziert werden und wir würden über ein Prozent reden, dann sind wir bei knapp 500.000 zusätzlichen verstorbenen Mitbürgern, und das ist ungefähr das, was man sich auch mal vor Augen führen muss, welche Dimension das hat. 500.000 Menschen, das ist ja nicht ganz wenig.
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Ich finde immer das Beispiel Italien sehr, sehr dramatisch und sehr eindrücklich. Italien war ja eigentlich auch einer der Vorreiter für relativ schnelle, relativ restriktive Maßnahmen, und trotzdem reden wir in Italien über fast 28.000 Fälle. Und dementsprechend können wir immer ein bisschen dahin gucken und sehen, was uns auch in Deutschland erwarten wird.
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Wenn wir auf die Zahlen in Deutschland schauen, dann entwickelt sich die Kurve im Prinzip genauso, wie sie sich in Italien entwickelt und wie es auch Experten prognostiziert haben.
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Das Hauptproblem […] ist, dass das Virus übertragen werden kann von Menschen, die ganz, ganz milde Symptome oder gar keine Symptome haben. Und das macht es schwierig, überhaupt das Ausbruchsgeschehen zu steuern oder zu unterbinden. […] man kann natürlich aufgrund der Fallzahlen in diversen Ländern Rückschlüsse ziehen, was einem selbst blüht.
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Je früher man alle möglichen Infektionsketten unterbindet oder Infektionsübertragungen unterbindet, umso besser ist es.
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Wenn wir die Ausbreitung aber zu sehr verlangsamen mit diesen ganzen Maßnahmen, dann müssen wir uns über Monate auf diese Quarantänemaßnahmen einstellen?
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Ja, das ist durchaus ein berechtigtes Argument. Ich glaube aber trotzdem, dass das Ziel wichtig ist, wie Sie es formuliert haben, die Infektionskurve abzuflachen, damit unser Gesundheitssystem nicht überfordert wird. Und das ist natürlich das, wo wir alle den Beitrag zu leisten können in unserem Solidarsystem, dass wir jetzt sagen: Okay, solange die Gefahr besteht, und wenn es auch etwas länger ist als ein paar Wochen, trage ich meinen Teil dazu bei und helfe mit, dass wir alle zusammen diese Infektion schultern und nicht dafür sorgen, dass aufgrund des Egoismus doch mehr Menschen krank werden und unser Gesundheitssystem vielleicht doch überlastet wird.
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an den jungen Menschen vorbei geht die Infektion auch nicht. Nur weil sie deutlich weniger schwere Verläufe haben, heißt das ja nicht, dass die jungen Menschen gar keine schweren Verläufe haben werden.
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Wir reden jetzt hier nicht von einem bekannten Corona-Virus, sondern von einem neuen Corona-Virus, was mit einer deutlich höheren Aggressivität und Mortalität einhergeht. […] «

Martin Stürmer im Gespräch mit Philipp May | Deutschlandfunk | 17.03.2020 | Virologe Stürmer: Im schlimmsten Fall „knapp 500.000 zusätzliche Tote“ – Coronavirus in Deutschland | Zum Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=817137 | Zum Lesen: https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-in-deutschland-virologe-stuermer-im-schlimmsten.694.de.html?dram:article_id=472686

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