„Wenn es um Räumliche Distanzierung geht, das sogenannte Social Distancing, müssen die älteren Menschen also ganz besonders berücksichtigt werden.“

» […] Wahrscheinlich ist das Coronavirus schon eine ganze Zeit lang unerkannt in Italien kursiert, bevor der erste Fall entdeckt wurde. Der erste Fall war ein Mann, der am 18. Februar 2020 mit grippeähnliche Beschwerden in ein Krankenhaus in Codogno in der Lombardei ging. Er hatte zuvor allerdings keinerlei Kontakt nach China gehabt. Deshalb wurde er nicht getestet und wurde wieder nach Hause geschickt. Die Symptome verschlimmerten sich, der Mann kam wieder ins Krankenhaus, zunächst in eine allgemeine Station, dann auf die Intensivstation. Erst da wurde er positiv auf das COVID-19 getestet. Bis dahin hatte er aber schon viele Menschen im Krankenhaus angesteckt.

Dieser Patient Eins war ein sogenannter Superspreader („Superverbreiter“), weil er viele Bekannte und Freunde in der Inkubationszeit getroffen hat. Allerdings konnte nicht nachvollzogen werden, wo er sich selbst angesteckt hat. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass er nicht Patient Eins war, sondern eher Patient 200. Das Virus dürfte zu diesem Zeitpunkt also schon in der Bevölkerung zirkuliert haben.
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Sie sagen, dass sich das Virus problemlos in den Kliniken verbreiten konnte und auch durch Fahrten in den Krankentransportern übertragen worden ist. Die Mediziner plädieren deswegen dafür, die Infizierten zukünftig stärker von den Patientinnen und Patienten zu trennen, die aus einem anderen Grund im Krankenhaus liegen.
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Die Bevölkerung in Italien gehört weltweit zu den ältesten. 23 Prozent der Menschen sind älter als 64 Jahre. Das Alter ist bei COVID-19 einer der Hauptrisikofaktoren, besonders ab 70 Jahren.
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dass die Demographie einen großen Einfluss auf die Mortalität hat. Je älter das Durchschnittsalter der Gesellschaft, umso höher die Todesrate. Wenn es um Räumliche Distanzierung geht, das sogenannte Social Distancing, müssen die älteren Menschen also ganz besonders berücksichtigt werden.
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Mit der Lombardei und Venetien trifft die Ausbreitung von COVID-19 eine dicht besiedelte und wohlhabende Region. Die Region ist vernetzt sowie geschäftlich über die Infrastruktur eng miteinander verbunden. Mit Bergamo und Mailand gibt es urbane Zentren. Viele Berufstätige leben auf dem Land und pendeln zur Arbeit. Die Pendler könnten als Überträger fungiert haben.
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Das Coronavirus sei unheimlich ansteckend – daher seien Ausgangssperren der einzige Weg, dessen Ausbreitung zu bekämpfen
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Pendler kommen bei der Arbeit in der Stadt mit vielen anderen Menschen in Kontakt und bringen dann das Virus zurück aufs Land. Dort wohnen sie dann oft mit Eltern und Großeltern zusammen. Über diesen engen Kontakt hätte das Virus dann die ältere Generation erreichen können
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Es leben viele alte Menschen in der Region, und sie leben oft mit jungen, gut vernetzten Menschen im selben Haushalt zusammen.
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Die niedrigen Zahlen in Japan stellen insofern noch ein Rätsel dar.
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Deswegen scheint es ausgeschlossen, dass über Feinstaub nennenswerte Mengen des Virus übertragen werden. «

Arndt Reuning | Deutschlandfunk | 24.03.2020 | Warum ist die Sterberate in Italien so hoch? | Zum Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=818947 | Zum Lesen: https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-warum-ist-die-sterberate-in-italien-so-hoch.676.de.html?dram:article_id=473150

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2 Antworten zu „Wenn es um Räumliche Distanzierung geht, das sogenannte Social Distancing, müssen die älteren Menschen also ganz besonders berücksichtigt werden.“

  1. mikesch1234 schreibt:

    Die niedrigen Zahlen in Japan sind erklärt.
    Sie haben sofort keine Chinesen mehr reingelassen.

    Gefällt 1 Person

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