– IX.IV.MMXX –

Neunzehnter Tag im ununterbrochenen Homeoffice.
Wenn ich das Verhalten in meinem wahrnehmbaren Umfeld bereits heute, am Gründonnerstag-Nachmittag, beobachte, tippe ich auf steigende Infektionszahlen vierzehn Tage nach Ostern (und mit entsprechenden Konsequenzen).
Wo entladen sich eigentlich zurzeit die Aggressionen, die sonst in Stadien, auf den Straßen und den Kneipen abreagiert werden? Staut sich da etwas Hochexplosives an?
Die vielen Feiertage an Weihnachten und Ostern galten früher schon als kritische Tage für Familienfrieden. Was mag wohl dieses Ostern los sein?


» […] Wenn dem coronesken Ausnahmezustand eine Frohe Botschaft abzugewinnen wäre, dann bestünde sie wohl darin, dass er uns trotz vieler Unwägbarkeiten klarer sehen lässt, was an der Zeit ist. In Sachen sozialer Sicherheit heißt das: Der Bismarck’sche Sozialstaat von anno dazumal hat ausgedient. Er gehört ins Industriemuseum. Die Zeit ist reif für eine neue freiheitliche demokratische Grundordnung. Die Zeit ist reif für das bedingungslose Grundeinkommen. […]

Das bedingungslose Grundeinkommen macht weder faul, noch ist es prinzipiell unbezahlbar oder ungerecht. Diese populären Einwände erweisen sich schlicht als falsch und sollten seine Einführung nicht länger behindern. […]

In der gegenwärtigen Krise würde […] [das bedingungslose Grundeinkommen] viele Probleme lösen […] sagt der Ökonom und Philosoph Philip Kovce. […]

Ganz einfach: Es wäre alles anders! Die Coronakrise als Wirtschaftskrise würde es in dieser dramatischen Form nicht geben. Warum? Weil das Grundeinkommen exakt jene unbürokratische, ja unbedingte Existenzsicherung darstellt, die unzähligen Menschen dieser Tage fatalerweise fehlt. […]

Wer das Existenzminimum jedes Einzelnen nachhaltig garantieren will, der muss ein unbefristetes Normalfall-Grundeinkommen etablieren. […]

Der Mensch ist von Natur aus kein Faultier. Im Gegenteil: Wir sind auf die freie Entfaltung unserer tatkräftigen Persönlichkeit angewiesen. […]

Wer […] stur behauptet, ein Grundeinkommen würde vor allem Faultiere züchten, der missachtet die conditio humana [Anm.: die Umstände des Menschseins und die Natur des Menschen]. […]

Wer den Taschenrechner zückt und Pi mal Daumen 80 Millionen Bundesbürger mal 1000 Euro Grundeinkommen mal zwölf Monate multipliziert, dem wird angesichts von rund einer Billion Euro leicht schwindelig. Finanzielle Höhenangst ist hier allerdings fehl am Platz, entspricht dieser Betrag doch ziemlich genau dem aktuellen Sozialbudget von knapp einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts. Ein Grundeinkommen könnte einen Großteil der bisherigen über 150 Sozialleistungen samt deren kostspieliger Kontrollbürokratie ersetzen und wäre damit, je nach Modell, sogar günstiger, jedenfalls aber liberaler als der heutige Sozialstaat. […]

das Grundeinkommen […] ist […] gerade keine Sozialleistung, sondern ein verfassungsgemäßes Grundrecht […], das das menschenwürdige Existenzminimum ausnahmslos aller gewährleistet. […] «

Philip Kovce  |  Deutschlandfunk Kultur  |  07.04.2020  |  Die Zeit ist reif für das Grundeinkommen! Hören :: Lesen


» […] Korruption nimmt nach der Einschätzung von Transparency International weltweit zu. Auch in Deutschland […] steigen Korruption und Bestechung in Wirtschaft und öffentlichen Institutionen an. […]

Korruption ist ansteckend. Offenbar kann es die Moral eines Menschen schwächen, wenn er mitbekommt, wie andere korrumpieren und sich so Vorteile sichern; oder auch wenn jemand versucht hat, uns zu bestechen. […]

Dem unehrlichen Verhalten von anderen ausgesetzt zu sein hat also eine abträgliche Wirkung auf die eigene Moral […] und führt dazu, dass Menschen sich selbst unehrlicher verhalten. „Unsere Arbeit legt nahe, dass sich Korruption wie eine Krankheit ausbreiten kann; und je mehr sie sich ausbreitet, desto schwieriger ist es, sie zu kontrollieren“ […]

„Wenn die Leute glauben, dass Bestechung akzeptabel ist, werden sie weniger überrascht sein, wenn jemand sie auffordert, ein Schmiergeld zu zahlen, und sind eher bereit, eine solche Zahlung zu leisten“ […]

Der Einfluss scheint denn auch besonders groß zu sein, wenn ein Betrüger zum eigenen Kreis gehört. […]

Wenn man ein Mitglied der eigenen Gruppe beim Betrügen beobachtet, schließt man daraus, dies sei die Norm und es sei in Ordnung, sich unehrlich zu verhalten. Einen „fremden“ Schummler dagegen betrachtet man eher als „schwarzes Schaf“, das Normen bricht, und verhält sich deshalb eher gegensätzlich. […] «

Annette Schäfer  |  Psychologie Heute  |  08.02.2020  |  Gesellschaft: Ansteckende Korruption  |  Den vollständigen Artikel lesen [Bezahlschranke]

Ich vermute, dass es allgemein mit Regelverstößen ähnlich aussieht (s. z.B. Steuerhinterziehung), so auch bei Verletzungen der derzeit geltenden Ausnahme-Regeln.


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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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