– XIX.IV.MMXX –

»Zwei Drittel aller Krankheiten stammten von Tieren, sagt Steffens. Von diesen wiederum zwei Drittel von wilden Tieren. Diese Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die bei Mensch und Tier auftreten, könnten beispielsweise in Regenwäldern auftauchen, wenn Menschen stärker in die Lebensräume von Tieren eindringen. Aber auch Tiermärkte wie in der chinesischen Metropole Wuhan seien ein solcher Ort, wo Tiere aus verschiedenen Regionen zusammengepfercht würden. […]

„Überall da, wo Tiere eng zusammen sind oder aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben werden und Kontakt mit Menschen haben, das sind die Orte, wo Zoonosen entstehen können.“ Das bedeute dann eben auch, dass diese Krankheiten zum größten Teil menschengemacht seien, so der Filmemacher. […] „Wir sind alle mal losgefahren, weil wir von der Schönheit der Welt berichten wollten und sind dann immer mehr zu so einer Art Kriegsberichterstatter geworden, die vor qualmenden Trümmerwäldern und Tierskeletten stehen.“ Insofern seien diese Seuchen nicht überraschend. Wissenschaftler und Umweltschützer warnten schon seit Jahren davor, dass der „Verbrauch von Umwelt“, das Abholzen von Wäldern und das Artensterben, die Wahrscheinlichkeit von Seuchen erhöhten. „Umweltschutz ist Seuchenschutz – das ist keine Neuigkeit, da hat sich nur, wie so oft, niemand darum gekümmert – bis jetzt“, sagt der Filmemacher.«

Dirk Steffens (Terra X), Ute Welty  |  Deutschlandfunk Kultur  |  18.04.2020  |  Naturfilmer in der Coronakrise: „Umweltschutz ist Seuchenschutz“  |  Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=825156


»Nur so ist es zu erklären, wie der jetzige WHO-Direktor, der Äthiopier Tedros Ghebreyesus, an sein Amt kam. Die chinesische Regierung rührte vor seiner Wahl die Werbetrommel für ihn. Äthiopien steht tief in der Kreide in Peking und musste noch vor kurzem um eine Umschuldung betteln. Jetzt konnte Ghebreyesus sich bei seinen chinesischen Förderern erkenntlich zeigen. […] Anfang Februar […] hatte China immer noch nicht den Experten der WHO die Einreise erlaubt, um Daten und Fakten über COVID-19 zu sammeln. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die chinesischen Behörden lange die Gefahr vertuscht hatten. Die WHO hat sich […] zum Lautsprecher chinesischer Propaganda-Narrative gemacht. […]

Zur Wahrheit gehört auch, dass sie chronisch unterfinanziert ist. Drei Viertel ihres Haushaltes stammen nicht aus den regulären Mitgliedsbeiträgen, sondern aus Spenden. Unter anderem gehört die Stiftung des Software-Milliardärs Bill Gates und seiner Frau Melinda zu ihren Geldgebern. Die Gates-Stiftung finanziert wichtige WHO-Projekte wie die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung. Als Bill Gates hörte, dass US-Präsident Trump die Mitgliedsbeiträge der USA nicht mehr zahlen will, twitterte er: „Die Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation während einer globalen Gesundheitskrise einzustellen, ist so gefährlich, wie es sich anhört.“ […]

Die australische Regierung misstraute den anfänglichen Abwiegelungen der WHO und riegelte das Land relativ schnell ab. Doch sie will die internationale Gesundheitsorganisation weiter mitfinanzieren. Aus einem guten Grund: Er wolle das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, sagte der australische Premier Scott Morrison. […]

Trump will von seiner eigenen Untätigkeit und seiner Abwiegelungsstrategie ablenken und brauchte einen Prügelknaben. […] Aber die Pandemie kann Trump dennoch gefährlich werden, und das weiß er. Die explodierende Arbeitslosigkeit, bedingt durch die Coronakrise, ist Gift für seine Wiederwahl. Das Heft des Handelns gegen die Pandemie in die Hand zu nehmen, hat er unwiederbringlich versäumt. Diese Krise gehorcht eigenen Gesetzen. Deshalb die Nebelkerze mit der WHO. Die USA stürzen in die größte Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren. Aber das Virus kann Trump nicht mundtot machen, weder durch Großmäuligkeit noch durch Schweigegeld. Diese Krise wird an ihm haften.«

Marcus Pindur  |  Deutschlandfunk  |  18.04.2020  |  Der Präsident und die WHO: Die Coronakrise wird an Trump haften bleiben  |  Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=825204


»Ich hab‘ fünf Jahre nicht gesungen. Eine halbe Dekade. Und man sieht was passiert … Und ich weiß, es ist schade, Es ist egal wie es mir ging und es ist egal wie es mir geht. Auf meinem Grabstein steht: Gestorben um 19:10 Uhr. Eine Frau in meiner Küche sagt: Ich habe um dich Angst. Doch, es ist schön wie du denkst, es ist schön wenn du bangst, und dann gibt es noch den Staat, der immer an dich denkt, und dann habe ich dem Kuckuck mein signiertes Buch geschenkt. Er sagte: Menschen wie du, leben wie ein Stein, Menschen wie du, bleiben besser allein.

Ich habe alles versucht, es hat nicht gereicht: Allein in der Stadt, einsam hinter dem Deich, rin Stift und ein Zettel, der Rest ergibt sich. Das Leben ist kein Highway, es ist die B73.

Meiner Mutter geht es gut – wahrscheinlich besser als mir. Auf einem alten Weihnachtsfoto sind wir noch zu viert. Die große Frage Heiligabend: Wie erklärt man seinem Kind, dass Männer nach hundertausend Jahren immer noch Affen sind. Und dann kam Silvester und mir wurde klar, wenn der Sommer beginnt, stirbt ein weiteres Jahr. Sieh meinen achtjährigen Neffen, wie er um 0 Uhr ein Bengalo schwenkt; den hab ich ihm zu Weihnachten geschenkt. 365, 24/7, ich würd‘ mich jeder Zeit wieder in dich verlieben, aber ich stimme deinen Freunden zu: Lass es sein, denn Menschen wie ich bleiben besser allein.

Ich habe alles versucht, es hat nicht gereicht: Allein in der Stadt, einsam hinter dem Deich, ein Stift und ein Zettel, und der Rest ergibt sich. Das Leben ist kein Highway, es ist die B73.

Ich erinner‘ mich an alles, sogar noch an den Krieg. Der Deutsche ist erst zufrieden, wenn jemand am Boden liegt; und dann lobt er sich selbst und tritt nochmal rein, fühlt sich moralisch überlegen, denkt genauso soll es sein. Hier geht es nicht nach Walhalla, das ist die Bundesstraße 4. Und der Nestbeschmutzer ist mein Lieblingstier; in meiner Hand fühlt er sich wohl. Ich bin so traurig, wie die Söhne von Helmut Kohl. Evangelisch schlecht gelaunt zieh‘ ich meine Runde, so wird’s bleiben; ich hab fünf Jahre nicht gesungen, lass uns noch einmal zusammen schreien, Menschen wie ich bleiben besser allein.

Aber ich mag das Gefühl, das mich beschleicht, wenn ich denke, wir hätten uns gereicht. Ich vermiss dich noch immer und ich hoffe man sieht sich. Das Leben ist kein Highway.

Ich habe alles versucht, es hat nicht gereicht: Allein in der Stadt, einsam hinter dem Deich. Gib mir ein‘ Stift und ein‘ Zettel, und der Rest ergibt sich. Das Leben ist kein Highway, es ist die B73.«

Thees Uhlmann
Fünf Jahre nicht gesungen


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Über Red Skies Over Paradise

»Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.» - Friedrich Hebbel
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