Immer noch werden wir für dumm verkauft, was die Gefährlichkeit der Hinterlassenschaften von Tschernobyl anbelangt; z.B. heutzutage im bayerischen Wald.

» […] Birgit Kolkmann: Westeuropa ist bist jetzt, glaube ich, noch nicht betroffen. Das kann sich ja, wie gesagt, ändern, sollten die Brände da nicht unter Kontrolle zu bekommen sein. Was aber ist uns geblieben von der Katastrophe von vor 34 Jahren?

Alex Rosen: Na ja, nicht betroffen: es ist so, wir messen natürlich in Frankreich und in Deutschland erhöhte „Cäsium 137“-Werte. Ein Tausendstel und niederiger als damals. Aber wir merken schon, dass die Strahlung und der Rauch natürlich nicht an den Landesgrenzen halt macht.

Genau wie damals vor 34 Jahren, wo es ja auch so war, dass es immer hieß, die Strahlung gefährde keine Menschenleben. Wenn man dann aber genauer guckt, in die Studien, in die Untersuchungen, dann sah man schon, dass damals, beispielsweise in Westdeutschland, wo die Studien unternommen wurden, die Rate an Down-Syndrom, in dem Jahr nach Tschernobyl, signifikant angestiegen ist, die Rate an Schilddrüsenkrebs, die Rate an Leukämie, in den Bezirken, vor allem in Süddeutschland, wo die meiste radioaktive Strahlung gemessen wurde, also der meiste radioaktive Regen herunterkam, gerade im bayerischen Wald.

Da messen wir bis heute, mehr als 30 Jahre danach, weiterhin radioaktives Cäsium im Waldboden, in den Wildschweinen, in den Pilzen und den Beeren; so hohe Werte, dass in einigen anderen Ländern unsere Heidelbeermarmelade aus dem bayerischen Wald nicht verkauft werden darf, weil die „Cäsium 137“-Werte in anderen Ländern strenger sind, und dementsprechend unsere verstrahlte Heidelbeermarmelde aus Bayern gar nicht verkauft werden darf.

Also so, von solchen Werten reden wir.

Birgit Kolkmann: Erschreckende Konsequenzen bis heute. […] «

Alex Rosen im Gespräch mit Birgit Kolkmann | Deutschlandfunk Kultur | 26.04.2020 | Arzt zu Waldbrände in Tschernobyl: „Jeder Mensch kann Schaden nehmen“ | Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=827089# | Lesen (hier fehlt der von mir zitierte/transkribierte Teil): https://www.deutschlandfunkkultur.de/arzt-zu-waldbraende-in-tschernobyl-jeder-mensch-kann.1008.de.html?dram:article_id=475507

Dr. med. Alex Rosen ist Kinderarzt und seit 2013 Vorstandsmitglied und seit 2017 1. Vorsitzender der deutschen IPPNW [mehr: https://www.ippnw.de/der-verein/vorstand/dr-alex-rosen.html].


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