„es [gibt] keinen vorgestanzten Weg in der Krisenbewältigung bei Corona“

» […] Die Maßnahmen gegen das Coronavirus bringen rechte wie linke Verschwörungstheoretiker dazu, gemeinsam auf die Straße zu gehen. Kritische Wachsamkeit sei gut, nicht aber „Pseudoskepsis“ […]
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„Da marschieren Leute von ganz links bis ganz rechts. Und der große gemeinsame Faktor, der sie alle eint, ist der Glaube an die ganz große Verschwörung.“
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Dass es derzeit Kritik gebe, sei absolut nachvollziehbar, sagt Harder, denn: „Politiker treffen weitreichende Entscheidungen auf der Basis relativ geringer Informationen.“ Und diese Informationen müssten teils innerhalb kurzer Zeit wieder relativiert werden. Aber: „Es gibt einen Unterschied zwischen kritischer Wachsamkeit und destruktiver Pseudoskepsis.“
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„Es ist die Mischung aus Macht- und Kontrollverlust, die die Menschen anfällig für solche Verschwörungstheorien macht.“ […] «

» […] Durch Transparenz in der Politik werde der Bevölkerung verständlich, dass es keinen vorgestanzten Weg in der Krisenbewältigung bei Corona gibt […]
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Der Ärger darüber, dass die Politik derzeit öfter den Kurs wechsle, sei jedoch ein Missverständnis: „Das muss die Politik ja nachgerade tun. Wir haben nicht den Masterplan Corona, den wir aus der Schublade ziehen können und in dem steht: ‚Jetzt machen wir erst A, dann machen wir B, dann machen wir C‘.“

Viel mehr sei in dieser nie dagewesenen Situation auch viel Ausprobieren dabei, man müsse neue Zahlen und Erkenntnisse adaptieren und darauf reagieren. „Das ist für viele einfach schwer nachzuvollziehen, dieser Art von Unsicherheit, die wir da auf einmal live miterleben“. […] «

Journalist Bernd Harder (Journalist und Autor populärwissenschaftlichen Infotainments, Sprecher der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.“ (GWUP)) im Gespräch mit Ute Welty | Deutschlandfunk Kultur | 02.05.2020 | Gegner der Pandemie-Regelungen: Mit Corona schlägt die Stunde der Verschwörungstheorien | Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=828473

Alena Buyx (Professorin für Medizinethik und Mitglied des Deutschen Ethikrats) im Gespräch mit Marietta Schwarz | Deutschlandfunk Kultur | 03.05.2020 | Politik und Covid-19: Vertrauen schaffen durch Transparenz | Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=828718


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8 Antworten zu „es [gibt] keinen vorgestanzten Weg in der Krisenbewältigung bei Corona“

  1. nandalya schreibt:

    Mit genau diesem Satz „Die Maßnahmen gegen das Coronavirus bringen rechte wie linke Verschwörungstheoretiker dazu, gemeinsam auf die Straße zu gehen.“ zeigt sich schon wieder die ganze Macht der GEZ-Medien, die einfach nicht wahr haben wollen, dass auf der Straße überwiegend normale Bürger demonstrieren. Aber klar, Ken Jebsen ist natürlich auch so ein böser Verschwörer … Oh Mann!

    Ich warte auf den Tag, an dem Politik und Medien ihr ganzes Lügengebäude um die Ohren fliegt. Was mich bei dir kritischem Geist wundert, warum machst du dich zu ihrem Sprachrohr?

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    • Wenn ich mir bei Langemann das Video der Demo vom 2. Mai in München anschaue und das mantra-mäßige Gemurmel der DemonstrantInnen höre „Grundgesetz. Grundgesetz. Grundgesetz. usw.“, dann stehen mir die Tränen in den Augen. Die Mehrheit der Menschen mag ja noch in der Lage sein, einzelne Grundrechtsartikel aufzuzählen, doch ich befürchte, wenn es darum ginge, sie mögen doch einmal etwas von Grundrechte-Abwägung erzählen, dann kämen die Meisten ins Stottern. Ich jedenfalls kann an den aktuellen und kurzzeitigen Maßnahmen keine Grundrechtsverletzung bzw. keine Verletzung der Gewichtung einzelner Grundrechtsartikel gegeneinander erkennen.

      Wären die heute 60-Jährigen doch damals auf die Straße gegangen, als es um das informationelle Selbstbestimmungsrecht ging, als es um die Volkszählung 1987 ging! Die Geburtsstunde der Einschränkung/Beschneidung der Freiheitsrechte der letzten Jahrzehnte waren aber die Antiterrorgesetze von ca. 1976/77. Seitdem werden unsere Freiheitsrechte und auch Grundrechte (s. Asylrecht) nach und nach beschnitten/abgebaut/verwässert, in kleinen Schritten und immer hinter aktuellem, aufwühlendem Zeitgeschehen versteckt (mutmaßliche Terroranschläge, Fußball-Weltmeisterschaften, Olympiaden …). Und wäre die Verfassung der EU vor 15 Jahren ratifiziert worden, dann könnten heute sogenannte Aufrührer vor Versammlungen/Demonstrationen erschossen werden. Es fehlte am Ende an der Einstimmigkeit (kleinerer EU-Länder).

      Und wäre das Bundesverfassungsgericht oder der Europäische Gerichtshof unseren PolitikerInnen der CDU, der SPD, der CSU, der Grünen und der FDP in den Jahren nach 9/11 nicht immer wieder in den Arm gefallen, so wären unsere Rechte deutlich eingeschränkter bzw. könnten bei (fast) jeder Gelegenheit eingeschränkt werden.

      Nein, dieses Staatsvolk hat sein Recht auf Versammlung und Demonstration in den letzten 40 Jahren verwirkt; na ja, fast verwirkt, in dem es von seinen Rechten kaum mehr Gebrauch machte.

      Und was passiert jetzt, wo es endlich wieder eine Jugend gibt, die politisch aktiv ist und auf die Straße geht und im Sinne von Noam Chomsky einen dauerhaften Protest zu etablieren versucht: sie werden verspottet, man versucht, sie der Lächerlichkeit preiszugeben, anstatt ihnen Mut zu machen, außerparlamentarisch aktiv zu werden und parlamentarische Verkrustungen aufzubrechen. Man muss ihnen Mut machen! Auch wenn man inhaltlich nicht mit ihnen übereinstimmt. Wenn wir diese junge Generation verlieren, dann verlieren wir auch eine lebenswerte Zukunft.

      Das Etikett „Verschwörungstheoretiker“ mag ich nicht und möchte es auch selbst nicht gebrauchen. Es wird spätestens seit 9/11 missbraucht, um kritisch denkende Menschen herabzuwürdigen, egal ob diese Menschen am Rand oder in der Mitte der Gesellschaft stehen. Der Satz dagegen „Es gibt einen Unterschied zwischen kritischer Wachsamkeit und destruktiver Pseudoskepsis.“ gefällt mir gut und trifft die derzeitigen Wut-Ausbrüche. Die kritische Wachsamkeit hat dieses Staatsvolk, wie gesagt, in seiner Mehrheit, vor 40 Jahren abgegeben an der Garderobe der Gleichgültigkeit, der Interesselosigkeit, der Gedankenlosigkeit, der Rücksichtslosigkeit, der mangelnden Voraussicht, der seichten Unterhaltung, der Porno-Industrie, des hemmungslosen Konsums und der Gier; oder hat sie, die kritische Wachsamkeit, beim Kampf ums tägliche Überleben faktisch abgeben müssen.

      Helmut Kohls größte „Leistung“ war die Einführung des Privatfernsehens am 01.01.1984 (Bereits fünfzehn Monate nach seinem Amtsantritt!). Mit dem Privatfernsehen begann das Kneipensterben, die mediale Beeinflussung der Massen, der Verlust des kritischen Diskurses im öffentlich-rechtlichen Fernsehens und die politische Lethargie der Massen.

      „Der Drops ist gelutscht.“ Wir befinden uns schon länger in der Post-Demokratie. Alles Kulissen. Das Pendel schlägt in die andere Richtung (und geschichtlich gesehen, muss es das auch), erst dadurch kann die Lethargie überwunden werden, wird Energie geschaffen, einen neuen Autoritarismus zu überwinden.

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      • nandalya schreibt:

        Jetzt hast du viel geschrieben, aber meine Frage nicht beantwortet.

        In vielem gebe ich dir recht. Widerspruch regt sich bei mir wenn du schreibst: „Nein, dieses Staatsvolk hat sein Recht auf Versammlung und Demonstration in den letzten 40 Jahren verwirkt; na ja, fast verwirkt, in dem es von seinen Rechten kaum mehr Gebrauch machte.“ Kein Volk dieser Erde hat sein Recht auf irgendetwas verwirkt. Das ist deutlich zu kurz gedacht. Wir kennen (und schreiben) doch beide über die Manipulationen, mit denen die Völker „verdummt“ werden. Es gilt das Bewusstsein der Menschen wieder zu schärfen, sie wegzubringen von diesem schwarz-weiß denken. Auch von diesen Altvorderen Parteibegriffen „Links“ und „Rechts.“

        Ich könnte dir einige „Pseudoskeptiker“ nennen, die zumindest ich so empfinde. Dazu gehören Reichsbürger ebenso, wie Radikale aus den Rändern. Zum Teil haben sie gute und richtige Ansätze, die dann aber in irgendwelche Spähren driften, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

        Bernd, du sprichst von der Jugend. Welcher Jugend? Jener durch z. B. „Funk“ indoktrinierten Klimahüpfer? Diese Jugend ist verloren. Für immer? Das weiß ich nicht. Ja ich mache mich über sie „lustig.“ Aber es ist ein bitteres Lachen wenn ich sehe, wie sie vor einen Karren gespannt werden. Wie oft muss ich noch wiederholen, wer hinter FFF steckt, wer diese Jugend missbraucht? Aber das müssen sie zur Zeit nicht mehr, der Corona-Börsencrash macht vieles überflüssig. Sie spielen wieder alle mit, die schon vor 10 Jahren im Boot gesessen haben. Soros, Gates, Buffet, Koch sind nur einige Namen, die hiner den Schweinereien stecken.

        Vielleicht bietet „uns“ – ja uns! – die Corona-Krise die letzte Chance, Deutschland, seine Bürger endlich aufzuwecken. Frag mich nicht warum ich das so sehr wünsche. Vielleicht weil ich diesem Land so viel verdanke und ihm für immer tief verbunden bin. Wenn „ihr“ nicht kämpfen wollt, dann kämpfe ich für euch! Lieber wäre es mir aber Seite an Seite. Auch mit dir. Überparteilich und in freundschaftlicher Verbundenheit.

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        • Doch; wie sagte (vermeintlich) Goethe: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden.“ – sonst verliert sich das Wissen.
          So wie man Rechte erwirken kann, z.B. das Gewohnheitsrecht, so kann man Rechte auch verlieren, wenn man sie nicht ausübt.
          Ich hatte in Öffentlichem Recht damals einen Professor, der das gut verständlich machen konnte. Man kann es natürlich auch anders sehen, das weiß ich.

          Nein, ich werde es nicht mehr erleben, dass die deutsche Mittelschicht sich erhebt.
          Nach den Ereignissen von Frankfurt und Hamburg gehen die Gutsituierten nicht mehr auf die Straße.
          Und wenn eine Bewegung zu groß wird, dann kommen die Agents Provocateur und wandeln friedliche Demos in gewalttätige um.

          Als Georg Schramm noch in der „Die Anstalt“ mitmachte, ist er an „den“ Deutschen verzweifelt, und hat sich gefragt, was noch geschehen muss, damit hier Autos brennen. Die Franzosen sind da agiler.
          Doch die Franzosen machen gerade vor, wie man eine Bewegung ins Leere laufen lässt und die deutschen Medien sekundieren durch Totschweigen.

          „Der“ Deutsche kommt überhaupt nicht auf die Idee zu kämpfen, er kennt den Begriff gar nicht.

          Richtig. Ich bin desillusioniert.

          Es fehlt hier offensichtlich an Menschen mit Biss, mit Rückgrat; du gäbest ein gutes Beispiel.

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          • nandalya schreibt:

            „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, lautet ein Zitat von Bertolt Brecht. Zwar hat Brecht durchaus recht, aber ich mag dieses Zitat nicht besonders, es ist mir zu „westlich“ gedacht. Der chinesische General Sun Tzu und Japans größter Samurai Miamoto Musashi sind mir wesentlich näher. Musashi war ein Fuchs wenn es darum ging einen Zweikampf zu gewinnen. Sun Tzu war es wichtig sich selbst und den Gegner zu kennen, was aber in der Politik schwierig ist. Man wähnt sich einem unsichtbaren, übermächtigen Feind gegenüber. Genau hier liegt der große Fehler. Man darf sich nie von der schieren Masse der Gegner beeindrucken lassen!

            Jede Streitmacht besteht aus vielen Soldaten, hat aber auch Anführer oder außergewöhnliche Kämpfer. Die gilt es nach und nach auszuschalten. Das Argument „Dann rückt ein anderer nach“ ist nur im ersten Moment richtig. Dem nachrückenden „Offizier“ fehlt vielleicht die Erfahrung seines Vorgängers, er macht also mehr Fehler. Wie schaltet man also Anführer aus? Man beobachtet und wartet auf eine passende Gelegenheit. In der Politik gibt es zahllose Beispiele dafür. Das letzte war der (erzwungene) Rücktritt des SPD-Mannes Karst. Du verstehst worauf ich hinaus will? Einen zahlenmäßig überlegenen Gegner frontal zu attackieren ist Selbstmord. Die Partisanen- oder Salamitaktik wirkt immer.

            Wer das berücksichtigt, wer den Blick nach vorn offen hält, wer anders denkt, wer sich selbst kennt (die eigenen Stärken), der wird Siege erringen. Selbst wenn es nicht der große Sieg ist, den viele erwarten. Aber jeder noch so kleine Sieg führt letztlich zum Erfolg. Jeder noch so kleine Erfolg stärkt das eigene Selbstbewusstsein. Welchen Erfolg hast du heute errungen? Vielleicht war es „nur“ der eine Kilometer mehr beim joggen, vielleicht ist dir auch endlich das Essen nicht angebrannt. Wenn du nun geschmunzelt hast, war das (d)ein Erfolg.

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  2. mikesch1234 schreibt:

    Diese Grafik vom 30. Juli 2019 auf https://emedicine.medscape.com/article/227820-overview zeigt sehr schön, dass die Coronavirensaison endet. Die Zahlen bestätigen das.
    In meinem Krankenhaus, wo ich arbeite, hatten wir ca. 100 leere Betten bei max. 15 Covid19-Patienten, die gleichzeitig da waren.
    Heute haben wir immer noch diese leeren Betten und 2 Covid19-Patienten.
    Das Krankenhaus musste nach Ostern Kurzarbeit anmelden.
    Wenn nicht bald wieder normale Patienten kommen dürfen, droht die Insolvenz.
    Vielleicht ist das ja die Absicht?
    Nur hätten wir dann bei einer neuen Epidemie wirklich zu wenige Betten.

    Es wäre sehr gut, ein Gesundheitssystem zu haben, wo es generell zu viele Betten in den Krankenhäusern gibt – das sich also nicht „rechnen“ muss.

    Warum macht Deutschland es nicht wie Spanien und übernimmt seine Krankenhäuser in die öffentliche Hand?

    Gesundheit sollte nicht etwas sein, was sich rechnen muss und womit haufenweise Geld verdient werden kann.

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, staatliche Vorsorge und Infrastruktur gehöhrt niemals in private Hände. Die WählerInnen und Nicht-WählerInnen haben die vergangenen 40 Jahre anders entschieden und die Politik der Politik-DarstellerInnen jeglicher couleur möglich gemacht. Die Privatisierung und damit die Logik der Gewinnmaximierung/Kostenminimierung wurde dadurch demokratisch legitimiert.

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