„Sie müssen entscheiden, ob die organisierte menschliche Gesellschaft überleben soll. Selbst als die Nazis wüteten, war niemand mit dieser Entscheidung konfrontiert. Jetzt schon.“

» […] In ein paar Generationen kann eine organisierte menschliche Gesellschaft vielleicht nicht mehr überleben. Das müsste den Menschen ohne Unterlass klargemacht werden.
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Wenn man sich […] Fox News ansieht […]: hier findet einfach keine globale Erwärmung statt. Und dies spiegelt sich tatsächlich in der öffentlichen Meinung wider. Die Hälfte der Republikaner leugnet die globale Erwärmung. […]

der neue Leiter der Environmental Protection Agency, der US-Umweltschutzbehörde, soll jemand mit einer Vorgeschichte in der Kohleindustrie werden. Auf die Frage, für wie dringend er die globale Erwärmung halte, antwortete er: „Sie steht in der Rangfolge der Dringlichkeit wahrscheinlich an achter oder neunter Stelle, also weit hinten.“ In der Konsequenz wird also gar nichts getan.
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Ideen [können] auch ohne die Anwendung von Gewalt unterdrückt werden
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Zum einen ist die Presse im Besitz reicher Männer, die großes Interesse daran haben, dass gewisse Anschauungen nicht veröffentlicht werden. […] Zum anderen […] hat [man] eingetrichtert bekommen, dass man gewisse Dinge einfach nicht ausspricht — und so haben sie im Denken keinen Platz mehr. Es wird einfach zu dem, was Gramsci den „hegemonialen gesunden Menschenverstand“ nennt — man redet einfach nicht darüber. Und das ist ein wichtiges Element — wie man diese Dinge einfach verinnerlicht. Menschen, die sich darüber äußern, klingen wie Verrückte.
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In ein paar Generationen wird eine organisierte menschliche Gesellschaft möglicherweise nicht mehr überlebensfähig sein. Dies sollte ununterbrochen in die Köpfe der Menschen gehämmert werden. Schließlich gab es so etwas noch nie in der Geschichte der Menschheit.
Die gegenwärtige Generation muss eine Entscheidung treffen, ob die organisierte menschliche Gesellschaft noch ein paar Generationen überleben soll — und sie muss dies schnell tun, weil wir keine Zeit mehr zu verlieren haben.

Und der Rückzug aus dem Pariser Abkommen sollte als eines der größten Verbrechen der Geschichte angesehen werden.
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Schlechte Nachrichten sollten mit einer Erörterung der Dinge einhergehen, die unternommen werden und unternommen werden können.
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Wenn man jedoch schlechte Nachrichten mit positiven Schritten kombiniert, die unternommen werden können, sowie mit der Dringlichkeit, mit der sie unternommen werden müssen, könnte man, so meine ich, eine Wirkung erzielen.
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Das [die Thematisierung einer Krise als Krise] geschieht in den alternativen Medien, ja, aber damit wird die allgemeine Öffentlichkeit nicht ausreichend erreicht. Und das gilt nicht nur für diese Krise, sondern auch für andere. Eine [mit der Klimakrise] vergleichbare Krise ist etwa die Bedrohung durch einen Atomkrieg. […] Es gibt aber noch mehr. Denken Sie beispielsweise an die Gefahr einer Pandemie.

Die industrielle Fleischproduktion ist vor allem unmenschlich, aber sie trägt darüber hinaus in großem Maße zur globalen Erwärmung bei. Zudem zerstört sie die Wirksamkeit von Antibiotika. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika erzeugt mutierte Bakterien, die jeglichem Antibiotikum gegenüber resistent sind und bereits in Krankenhäusern auftreten. Sie könnten eine Riesenpandemie verursachen wie die Grippe-Pandemie vor einem Jahrhundert, der zig Millionen von Menschen zum Opfer fielen.
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sehr überzeugende Arbeiten in den Mainstream-Politikwissenschaften zeigen, dass die Wahlen in den USA praktisch gekauft sind
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jemand, der ins Repräsentantenhaus gewählt wurde, [muss] bereits am Tag seines Amtsantritts damit beginnen, sich um Spenden für die nächste Wahl zu bemühen.

Währenddessen wird die Gesetzgebung von den Mitarbeitern geschrieben — mit Unterstützung der Lobbyisten der Unternehmen, die oft die Gesetze einfach selbst schreiben. Es ist zwar eine Art Demokratie, aber eine sehr eingeschränkte.
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Das Profit-Modell durch Werbevermarktung in den Medien hat den Journalismus untergraben.
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die sozialen Medien waren und sind ein zweischneidiges Schwert. Sie erzeugen ganz deutlich eine Art Echokammer, eine Blase. Wir tun es alle — wir werden von den Dingen angezogen, an die wir glauben, und hören dann keine anderen Ansichten, unsere eigenen werden nur verstärkt. Das macht eine Interaktion aber fast unmöglich.
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die sozialen Medien sind [es], mit deren Hilfe man sich heute organisiert. Auf diese Weise kann man andere Menschen erreichen, mit ihnen zusammenkommen, und sie sind ein sehr wirksames Instrument.
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Blogs, Truthout, Truthdig, Common Dreams, Democracy Now und viele andere bringen alle Arten von Informationen, die kein Fernsehsender vermittelt.
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es bedarf einfach einer kraftvollen Massenbewegung, die die Medien durch konstanten Druck dazu zwingt, sich mit der Krise, die wir erleben, auseinanderzusetzen — oder die einfach Alternativen schafft, die den Informationsmarkt beherrschen.
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In den letzten Jahren begann ich meine Kurse damit, den Studenten klarzumachen, dass sie eine Wahl treffen müssen, die noch niemand in der Geschichte der Menschheit treffen musste. Sie müssen entscheiden, ob die organisierte menschliche Gesellschaft überleben soll. Selbst als die Nazis wüteten, war niemand mit dieser Entscheidung konfrontiert. Jetzt schon. […] «

Noam Chomsky, Robert Hackett | RUB|KON | 19.10.2019 | Kollaborateure der Macht | https://www.rubikon.news/artikel/kollaborateure-der-macht

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