„Ohne fruchtbare Böden kann man keine Lebensmittel erzeugen. Heute schon sind ein Drittel aller Böden der Welt degradiert – bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten es Schätzungen zufolge 90 Prozent sein.“

» […] Nahrungspflanzen brauchen fruchtbare Ackerböden. Doch davon gibt es weltweit immer weniger. Eine globale Inventur zeigt: Die Bodenerosion führt dazu, dass einst fruchtbare landwirtschaftliche Nutzflächen immer weniger Ertrag liefern. Doch clevere Anreize könnten Abhilfe schaffen.
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Die Forschenden wollten herausfinden, welchen Einfluss die einzelnen Länder auf ihre Bodenerosion haben.
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„ […] Wir haben aber jetzt gefunden, dass fast die Hälfte der globalen Bodenerosion irgendwie durch Länder beeinflusst wird. Und das hat uns selber etwas überrascht, wie groß dieser Effekt dann wirklich ist.“
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„Haiti ist sehr stark entwaldet, da sieht man auf den Satellitenbildern braunen Boden hauptsächlich und in der Dominikanischen Republik ist immer noch sehr viel Wald. Das liegt aber daran, wie gut geschützt dieser Wald war. In Haiti wird viel Entwaldung für Landwirtschaft oder auch für Brennholz gemacht, und da sehen wir einen riesigen Sprung in der Bodenerosionsrate der halt einmal dadurch kommt, dass die beiden Länder so unterschiedlich ihre Bodenbedeckung beeinflussen und auf der anderen Seite, weil das natürliche Erosionspotential da auch besonders hoch ist.“
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Die Landschaft auf Hispaniola ist geprägt durch viele steile Hänge und sehr intensive Regenfälle. Das dadurch hohe natürliche Erosionspotential kann aber durch gezielte Waldschutzmaßnahmen gesenkt werden. So geschieht es in der Dominikanischen Republik. Überall auf der Welt haben David Wüpper und seine Kollegen ähnliche Beispiele gefunden. Das zeige, dass jedes Land sehr viel Kontrolle über seine Bodenerosion habe, sagt der Forscher.

„Ich denke wir finden da ein sehr großes Potential, dass wenn Länder ihre Bodenerosion senken möchten, dass sie das auch wirklich tun können. Und zwar überall auf der Welt. Also wir finden eigentlich gar keine Beispiele wo nationale Regierungen gar nichts gegen das Problem tun könnten.“
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So senkt etwa der Anbau von Zwischenfrüchten die Erosion ebenso wie es Steinmauern, Terrassen, Bäume oder Hecken tun.
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„Bei der Weidehaltung kann man darauf achten, dass die Viehdichten nicht zu hoch sind. Also man kann sehr, sehr viele Dinge technisch tun. Die Frage ist: Haben die Landwirte die Möglichkeiten, das wirklich alles umzusetzen? Haben die das nötige Wissen und den Anreiz, das lohnt sich?“

[…] In Italien etwa wird zurzeit der Olivenanbau stark finanziell unterstützt. Dadurch wandeln viele Landwirte ihre Äcker in Olivenhaine um, in denen das ganze Jahr über nur sehr wenig Boden bedeckt ist. Die Erosionsraten schnellen so in die Höhe.
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„Diese Studie sagt uns, schaut her: In dem einen Land gibt es eine politische Regelung, die die Umwelt oder den Boden schützt, da haben wir wenig Erosion. In dem Land daneben gibt es sie nicht – da ist die Erosion hoch. So wird sehr anschaulich, welche negativen Auswirkungen politische Entscheidungen haben können, wenn sie den Boden nicht als kostbare Ressource wahrnehmen, die durch falsche Handlungen schwindet.“

Denn ohne fruchtbare Böden kann man keine Lebensmittel erzeugen. Heute schon sind ein Drittel aller Böden der Welt degradiert – bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten es Schätzungen zufolge 90 Prozent sein. […] «

Dr. David Johannes Wüpper (Agrarökonomie und Agrarpolitik), Monika Seynsche | Deutschlandfunk | 04.05.2020 | Grenzen der Nachhaltigkeit: Weltkarte der Bodenerosion zeigt Handlungsbedarf | Hören: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=828814 | Lesen: https://www.deutschlandfunk.de/grenzen-der-nachhaltigkeit-weltkarte-der-bodenerosion-zeigt.676.de.html?dram:article_id=475961

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2 Antworten zu „Ohne fruchtbare Böden kann man keine Lebensmittel erzeugen. Heute schon sind ein Drittel aller Böden der Welt degradiert – bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten es Schätzungen zufolge 90 Prozent sein.“

  1. nandalya schreibt:

    Ob das auch die GRÜNEN wissen? Ich hoffe das stark, woher sollten sie sonst gewisse „Naturprodukte“ nehmen, die zur Förderung ihrer Geisteshaltung unverzichtbar sind.

    Gefällt 1 Person

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