Beute Staat. Aber nur für die „Großwildjäger“. Die Kleinen gehen leer aus.

Anm.: Und wenn man Zahlen vergleicht [Quelle: Mann, Sieber! im ZDF vom 12.05.20 [A]], könnte ich kotzen, dass einer systemrelevanten Branche wie der Kulturindustrie nicht geholfen wird:

100, 5 Milliarden EUR betrug der Anteil der Kultur- und Kreativschaffenden 2018 an der „volkswirtschaftlichen Gesamtleistung“ Deutschlands; Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 3%. Damit übertreffen die Kultur- und Kreativschaffenden z.B. die Chemische Industrie, die Energieversorger oder die Finanzdienstleister. Nur die Autoindustrie liegt mit aktuell 166,7 Milliarden eine höhere Brutto-Wertschöpfung. In keiner Branche arbeiten so viele Menschen wie in der Kultur- und Kreativ-Branche, nämlich 1,7 Millionen Beschäftigte (zum Vergleich: Chemische Industrie = 340.000, Maschinenbau = 1,08 Millionen, Fahrzeugbau = 1,1 Millionen). 34 Millionen Zuschauer gingen ins Theater/Sinfoniekonzert und über 114 Millionen Besucher zählten die Museen (zum Vergleich: Fußball hatte 2017/18 21,4 Millionen Zuschauer in der 1., 2. und 3. Liga). Die darstellenden Künste habe ca. 20.000 privatwirtschaftliche Unternehmen, die nicht staatlich gefördert werden und somit auch keinerlei Corona-Hilfe erhalten. Theater, die staatlich gefördert werden und jetzt wieder öffnen erhalten auch keine Corona-Hilfen mehr, obwohl sie durch die Abstands- und Hygieneregeln ihre Spielstätten nicht wirtschaftlich betreiben können. usw usf

[A]: [https://www.zdf.de/comedy/mann-sieber/mann-sieber-clip-8-154.html (6 Minuten)]

» […] EU-Kommission, EZB und IWF, vereint in der Troika, haben zunächst mit US- und britischen “Heuschrecken“ und seit der Finanzkrise noch mit den neuen Großinvestoren wie BlackRock&Co eine supranationale Neben-Regierung etabliert. [19]

Mithilfe des Corona-Notstands soll das beschleunigt weitergehen. Schon Mitte 2019 hatten 2.000 Unternehmen in Deutschland Kurzarbeitergeld beantragt.

Zur Rettung von großen Unternehmen und Banken, die schon seit Jahren kriselten und sich jetzt den „Corona“-Aufkleber draufpappen, überbieten sich die westlichen Regierungen und Institutionen wie die Federal Reserve, die Weltbank und die EZB mit dreistelligen Milliarden-Hilfen: Kurzarbeitergeld, nicht-rückzahlbare Zuschüsse, Steuererlässe, Kredite. USA: 2,3 Billionen, EU: 1,2 Billionen, Deutschland: 800 Milliarden …

Die Staaten können sich hemmungslos bei den Zentralbanken überschulden, um Unternehmen zu retten, die keineswegs systemrelevant sind wie im Tourismus und sowieso schrumpfen würden wie die Flug- und Autokonzerne.

„Die bonitätsstarken Unternehmen saugen sich voll“, konstatiert das Handelsblatt. [20]
Zugreifen jetzt, fordert der ehemalige IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff: „Es ist nicht die Zeit, über Schulden nachzudenken.“ [21]
Bedingungsloses Grundeinkommen auch hier.

Motto: Nach uns die Sintflut – die Bevölkerungen zahlen später die Schulden zurück, notfalls mit Notstands-Regime.

Man könnte gutmütig vermuten: Es werden Arbeitsplätze gerettet! Aber die Hilfen werden wie bei der Treuhand ohne Auflagen vergeben, ohne Sicherung von Arbeitsplätzen und schon gar nicht mit Auflagen für sinnvolle Konversion und etwa neue, umweltgerechte Produkte.

Und der zugunsten der privaten Beratungskonzerne sowieso schon verschlankte Staat hat – wie bei den Millionen Anträgen der Kleinunternehmen – gar nicht das Personal, um die Anträge jetzt sachgerecht zu prüfen oder nach der Krise etwas begründet zurückzufordern. Vielleicht, wie beim Chauffeur der Kölner Regierungspräsidentin, gucken sich die Chauffeure von Wirtschaftsminister Altmaier und Finanzminister Schulz dann im Jahre 2021 nebenbei die tausendseitigen Rechenschaftsberichte durch, die von Freshfields&Co erstellt werden? […] «

Werner Rügemer | Hintergrund – Das Nachrichtenmagazin | 14.04.2020 | Weltpolitik: Der Corona-Effekt | https://www.hintergrund.de/politik/welt/der-corona-effekt/

Quellenangaben siehe https://www.hintergrund.de/allgemein/quellenangaben-heft-1-2020/#3

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Eine Antwort zu Beute Staat. Aber nur für die „Großwildjäger“. Die Kleinen gehen leer aus.

  1. nandalya schreibt:

    Kurz zusammengefasst: In den Regierungen sitzen lediglich gut bezahlte Politdarsteller, die (Geld)Politik wird von den Konzernen gemacht.

    Gefällt 1 Person

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